
Für die Schifffahrt auf den schiffbaren österreichischen Gewässern (Donau, Seen) kann die Ausbildung bei den jeweiligen privaten Schifffahrtsunternehmen oder den Österreichischen Bundesbahnen (z.B. Wolfgangsee, Bodensee) absolviert werden.
BinnenschifferInnen arbeiten vor allem auf Gütertransportschiffen, aber auch auf Fahrgastschiffen. Im Gütertransport sind sie für die Vorbereitung und Überwachung der Be- und Entladung des Schiffes, für die Verankerung des Schiffes im Hafen, für die Vorbereitung des Schiffes zur Fahrt, für die Zusammenstellung von Schiffskonvois sowie für die Reinigung, Instandhaltung und Wartung des Schiffes und der Schiffsausrüstung zuständig. Während der Fahrten führen sie auch Wachdienste (vor allem in der Nacht) und sonstige für die Fahrt erforderliche Tätigkeiten (z.B. Schleusenarbeiten) durch.
Beim Beladen und Entladen ("Löschen") des Schiffes kontrollieren sie anhand von Skalen auf der Rumpfaußenseite regelmäßig den Ladetiefgang, um einseitige Be- oder Entladung zu verhindern. Bei den Verstellarbeiten im Hafen ziehen die BinnenschifferInnen die Schiffe mit Wurfleinen oder dünnen Drahtseilen und Winden an den vorgesehenen Platz und befestigen die Schiffe an den Anlegeplätzen mit starken Drahtseilen an Metallpfosten. Zur Wartung und Instandhaltung der Schiffe streichen sie regelmäßig alle Holz- und Metallteile der Schiffsbauten mit Holz- und Rostschutzmitteln und führen kleinere Reparaturen durch.
Eine wichtige Aufgabe ist auch die Zusammenstellung von sogenannten Schiffsverbänden (Gruppe von antriebslosen Lastkähnen und einem Antriebsschiff); es gibt zwei Arten von Schiffsverbänden, den Zugschiff- und den Schubschiffverband, die jeweils verschiedene Kopplungsarten erfordern. Für den Zugschiffverband verbinden ("verheften") sie die unmotorisierten Güter- und Tankkähne ("Schleppschiffe") durch Schleppseile lose mit einem Zugschiff.
Für den häufigeren Schubschiffverband verbinden die BinnenschifferInnen die Güter- und Tankkähne ("Bargen" oder "Leichter") mit dem Schubschiff zu einem starren Verband ("Schubkoppelverband"). Dabei verbinden sie Schubschiff und Leichter mit dicken Stahldrahtseilen, die in Form eines Achters um Metallpfosten ("Poller") gelegt und mit einer Zurrwinde angezogen werden, bis sie straff gespannt sind. Das Schubschiff wird mit dem Leichter meist drei- bis vierfach "verheftet". Zentrierseile (sich überkreuzende Seile) verhindern dabei das seitliche Verrutschen der Leichter.
Auf Fahrgastschiffen führen die BinnenschifferInnen hauptsächlich Reinigungs-, Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten durch. Seilverheftungsarbeiten sind hier nur beim An- und Ablegen der Schiffe erforderlich. Um den Fahrgästen das Aus- und Einsteigen zu ermöglichen, legen die BinnenschifferInnen bei jeder Station zwischen Schiff und Anlegestelle einen Steg.