
Automatisierungstechnik im klassischen Sinne widmet sich einerseits dem Aufbau und der Inbetriebnahme automatisierungstechnischer Anlagen, andererseits der Wartung und Reparatur bestehender Anlagen. Grundlage jeder Automatisierung eines Prozesses ist die Erfassung von elektrischen und nichtelektrischen Messgrößen. Die aus diesen Messgrößen abgeleiteten elektrischen Signale werden in programmierbaren Steuerungen verarbeitet und entsprechende Reaktionsgrößen ermittelt. Diese greifen wieder über Stellglieder in den Prozess ein; auf diese Weise erfolgt eine optimale Prozessführung. In ihrem Einsatzgebiet installieren AutomatisierungstechnikerInnen die gesamte Steuerung einer technischen Anlage. Zunächst analysieren sie den zu automatisierenden Arbeitsablauf (z.B. Anzahl der Arbeitsgänge, Wege von Greifbewegungen, Lage von Werkstücken). Hierauf legen sie im Detail fest, welche Steuerungselemente dazu geeignet sind, die Verbindung zwischen dem Computer und der zu automatisierenden Anlage herzustellen. Während die Kommunikation zwischen AnwenderInnen und Computern bei der EDV gestützten Arbeit über einige wenige standardisierte Datenein- und -ausgabegeräte (Bildschirm, Tastatur) erfolgt, sind die technischen Elemente, die den Datenaustausch zwischen Rechner und technischer Anlage durchführen, wesentlich vielfältiger und aufwändiger. Sogenannte Sensoren (mikroelektronische Messeinrichtungen) setzen physikalische Größen wie Temperatur, Druck, Helligkeit usw. in elektronische Impulse um, die dem Computer als Eingabedaten dienen.
„Automatisierung“ bedeutet heute die Summe aller Maßnahmen, die zur Optimierung von Produktionsabläufen dient; es geht dabei vor allem um die Erhöhung von Zeit- und Kosteneffizienz.
Zu unterscheiden ist dabei zwischen Maßnahmen der „starren“ und der „flexiblen Automatisierung“.
Einrichtungen der „starren Automatisierung“ dienen dazu, um eine möglichst schnelle Produktion von hohen Stückzahlen zu ermöglichen; durch „flexible Automatisierung“ soll eine möglichst hohe Reaktionsfähigkeit der Betriebe auf Markterfordernisse erzielt werden.
Im Bereich der starren Automatisierung kommen sogenannte „Sondermaschinen“ zum Einsatz, das sind hoch spezialisierte Maschinen für verschiedenste Fertigungsvorgänge, die einerseits ausschließlich für einen spezifischen Arbeitsvorgang (z.B. Bohren, Fräsen, Stanzen u.a.m.) geeignet sind, dafür aber andererseits enorm hohe Stückleistungen erbringen.
Flexible Automatisation versucht, im Sinne eines ganzheitlichen Betriebskonzeptes möglichst alle oben beschriebenen betrieblichen Funktionen reaktionsfähiger, schneller und damit effizienter zu gestalten. Dazu dienen sowohl Hardware-Komponenten wie z.B. industrielle Roboter, NC-Maschinen (numeric controlled), spezielle Sensoren usw. als auch Software-Komponenten: dies sind spezielle Software-Pakete für die unterschiedlichen Betriebsbereiche, wie z.B. CAD (computer aided design) für die Konstruktion und CAE (computer aided engineering) für Forschung und Entwicklung, CAM (computer aided manufactoring) für Produktion und Fertigung und CAQ (computer aided quality) für Qualitätskontrolle u.a.m. Das bis heute in Hinsicht auf seine gesamte Einsatzfähigkeit noch nicht klar definierte CIM (computer integrated manufacturing) soll zu einer noch höheren Vernetzung der verschiedenen Komponenten von Industriebetrieben dienen. Funktionelle CIM-Lösungen sollen helfen, das Zusammenwirken aller an einem Produktionsprozess beteiligten industriellen Funktionen und eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen zu ermöglichen.
Die Vorteile von CIM liegen daher in einem höheren Maß an Flexibilität, einer höheren Datensicherheit, einer Beschleunigung der Arbeitsabläufe (insbesondere dann, wenn verschiedene Bereiche auf Nachfolgedokumente, z.B. Konstruktions-, Bohr- und Montagepläne oder Stücklisten u.a.m. anderer Bereiche angewiesen sind).
Automatisierung erfolgt mit Hilfe mikroelektronischer Mess- und Regelungstechnik und Steuerung durch EDV Anlagen (Computerprogramme). Automatisierte Maschinen und Anlagen, z.B. CNC Maschinen (Computerized Numerical Control) bzw. Industrieroboter werden heute in fast allen Bereichen der Industrie (z.B. in der Stahl-, Papier-, Lebensmittel- und Elektroindustrie) eingesetzt.