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BaukalkulantIn

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Tätigkeitsmerkmale

Baukalkulation ist die Veranschlagung der Kosten bzw. des Preises von Bauwerken im Voraus. BaukalkulantInnen sind daher für die wirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung von Bauprojekten und die Preisgestaltung verantwortlich: Dabei sind sie mit der Tatsachen konfrontiert, dass die Bauwirtschaft in der Regel nicht nur unter einem enormen Termin-, sondern auch unter einem ebenso hohen Kostendruck steht. Die Aufgabe von BaukalkulantInnen hat drei Kriterien zu erfüllen: Erstens gilt es, die betrieblichen Einsatzkosten bei Menschen, Materialien und Maschinen möglichst gering zu halten; zweitens sind die Anbote in einer Höhe zu stellen, dass ein möglichst hoher Ertrag erzielt wird; und drittens gilt es, konkurrenzfähige Preise zu gestalten, um ausreichend Bauaufträge an die eigene Baufirma zu ziehen.

Mittels Baukalkulation stellen BaukalkulantInnen im vorhinein fest, ob bestimmte Bauleistungen zu bestimmten Preisen erbracht werden können. Bei der Erstellung müssen BaukalkulantInnen, entsprechend dem Auftragsvolumen, eine Vielzahl an Kosten verursachenden Faktoren - Baumaterialkosten, Kosten für Verfahrenstechniken sowie für Einsatz- und Stillstandzeiten von Baumaschinen, Lohn-, Sozialkosten und Ausfallzeiten von Arbeitskräften, Planungskosten, Transportkosten, Umweltkosten, Kosten baubehördlicher Verfahren usw. - berücksichtigen. Kriterium der Arbeit ist, dass es gilt die Kalkulationen marktgerecht zu gestalten; d.h. BaukalkulantInnen müssen die Kosten und die Baupreise so ansetzen, dass ihre Baufirma einerseits konkurrenzfähig bleibt, andererseits aber wirtschaftlich überleben kann. Weil Baukalkulationen häufig einige Jahre vor Baubeginn bzw. Bauabschluss vorgenommen werden, müssen BaukalkulantInnen ferner die künftige Kostenentwicklung verlässlich einschätzen. Zu diesem Zweck ist es permanent erforderlich die Märkte zu beobachten (vor allem Lohn- und Preisentwicklung) sowie Preisauskünfte und Kostenvoranschläge bei Lieferanten einzuholen, um zu einer realistischen Einschätzung der Kostenlage zu kommen.

Auf Grundlage der Leistungsverzeichnisse (Verzeichnisse der einzelnen zu erbringenden Bauleistungen, aufgeschlüsselt nach Materialmengen, Zeit- und Arbeitsaufwand) und der Baukalkulationen erstellen die BaukalkulantInnen Anbote an die Bauauftraggeber. Weiters gehört die Abfassung von Ausschreibungen, die an Subunternehmer und Professionisten im Rahmen eines Bauprojektes vom Bauträger vergeben werden, zu den Aufgaben der BaukalkulantInnen. Bei Nachkalkulationen, die im Anschluss an eine Baubeendigung durchgeführt werden, überprüfen die BaukalkulantInnen, ob die der ursprünglichen Baukalkulation zugrunde gelegten Annahmen über die einzelnen Kostenfaktoren richtig waren. Sie decken Fehler- und Verlustquellen auf mit dem Ziel einer weiteren Optimierung der Kostenstrukturen.

Wegen der oftmals hohen Bausummen und der langen Bauzeiten ist die Gefahr von Fehlkalkulationen groß; darüber hinaus sind Kalkulationen häufig unter Zeitdruck zu erstellen, weil die Ausschreibungsfristen mitunter sehr kurz sind. Zur Durchführung von Baukalkulationen sowie zur Erstellung von Anboten und Ausschreibungen stehen den BaukalkulantInnen EDV Programme mit speziellen Kalkulations- und Textverarbeitungsprogrammen zur Verfügung. Anbote und Ausschreibungen werden meist unter Zuhilfenahme von Schablonen (Mustertexten) angefertigt. BaukalkulantInnen brauchen daher neben umfassenden betriebswirtschaftlichen Kenntnissen auch Kenntnisse in der Bedienung dieser EDV Programme. Um die Baukostenfaktoren und Faktoren der Baupreisbildung richtig bewerten und fachlich fehlerfreie Anbote und Ausschreibungen verfassen zu können, müssen sie auch mit Begriffen, Materialien, Techniken und Verfahren aus dem Bauwesen entsprechend vertraut sein. Weil Umweltvorschriften in der Bauwirtschaft immer größere Bedeutung erlangen und zunehmend Kosten verursachen, müssen BaukalkulantInnen auch diese Vorschriften kennen und in der Kalkulation berücksichtigen.



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