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Ledertechnikerin
Ledertechniker

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Tätigkeitsmerkmale

Leder zählt zu den wichtigsten Grundmaterialien für Bekleidungsstücke (Schuhe, Jacken, Hosen, Gürtel usw.), Taschen, Galanteriewaren (Geldbörsen, Etuis usw.), Überzüge (z.B. Bucheinbände) und wird sogar für technische Zwecke (z.B. Treibriemen) verwendet. Die Verarbeitung der Häute und Felle zu verschiedenen Leder- und Pelzarten erfolgt in Gerbereien unter der Anleitung der GerbereichemikerInnen und LedertechnikerInnen.

GerbereichemikerInnen und LedertechnikerInnen sind hauptsächlich für die Anwendung chemischer Verfahren zur Leder- und Pelzbearbeitung in der Leder erzeugenden Industrie zuständig. Ihre Hauptaufgabe ist dabei die genaue Bestimmung und Kontrolle der chemischen Zusammensetzung der Gerb- und Färbelösungen, die für die Erzielung der gewünschten Eigenschaften des Leders erforderlich sind. Häufig sind die zur Verfügung stehenden Gerbstoffe für eine spezielle Lederart nicht ausreichend; in diesem Fall entwickeln sie einen neuen Gerbstoff oder modifizieren vorhandene chemische Produkte für die geplante Anwendung. Dann erproben sie die gewonnene Substanz am Leder und treffen die erforderlichen Vorbereitungen für die Serienproduktion. Sind die Entwicklung des Gerbstoffs und alle anderen Vorbereitungen für die Produktion abgeschlossen, geben sie den FacharbeiterInnen die nötigen Anweisungen, überwachen die Herstellung des Leders und überprüfen die Qualität der fertigen Produkte.

Weitere wichtige Aufgabenbereiche der GerbereichemikerInnen und LedertechnikerInnen sind der Einkauf der Rohware, die Vorbereitung des Rohmaterials, die Nachbearbeitung und Zurichtung des Leders nach dem Gerben und die Endkontrolle. Beim Einkauf des Rohmaterials beurteilen sie die Qualität des Rohleders und seine Eignung für den jeweiligen Verwendungszweck. Bei der Vorbereitung des Rohmaterials legen sie die Art der Bearbeitung fest und überwachen und kontrollieren die einzelnen Schritte, vor allem das „Weichen“ (Reinigen der Häute in einer Waschlösung), das „Äschern“ (Auflockern und Entfernen der Haare in chemischen Lösungen), das „Entfleischen“ (Entfernen von Fleischresten und Unterhautgewebe) und das „Spalten“ der Häute in zwei oder mehrere Schichten. Ständige Kontrolle ist auch bei der Weiterbearbeitung des Leders nach dem Gerben (Falzen, Auswaschen, Nachgerben, Fetten, Färben, Trocknen) und beim Nachbearbeiten (Zurichten) des gefärbten Leders (Strecken, Schleifen, Plüschen) erforderlich. Zuletzt muss die Qualität der fertigen Produkte überprüft werden.

In den vergangenen Jahren haben Umweltschutzmaßnahmen eine wesentliche Erweiterung der Aufgaben der GerbereichemikerInnen und LedertechnikerInnen gebracht. Da in der Gerbereibranche strenge gesetzliche Auflagen die Verwendung und Entsorgung der umweltschädlichen Chemikalien und Abwässer regeln, müssen sie z.B. bei der Entwicklung und Anwendung umweltfreundlicherer Verfahren und Chemikalien und bei der Verbesserung der Möglichkeiten zur Wiederverwendung der Stoffe (Recycling) mitwirken. Außerdem müssen sie die Einhaltung der Umweltschutzauflagen, z.B. durch laufende Laboruntersuchungen der Abwässer, ständig kontrollieren.

Teilweise arbeiten GerbereichemikerInnen und LedertechnikerInnen auch in Unternehmen der chemischen Industrie, die Chemikalien und andere Hilfsmittel für die Leder- und Pelzbearbeitung (Gerbstoffe, Farb- und Fettstoffe, aber auch Leder- und Schuhpflegemittel) erzeugen. In diesem Bereich steht neben der Qualitätsverbesserung ebenfalls der Umweltschutzaspekt im Vordergrund.



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