
HistorikerInnen beschäftigen sich mit schriftlichem und nichtschriftlichem Quellenmaterial (z.B. Schriftquellen aller Art, Gebrauchsgegenstände, Kunstwerke, Bodenfunde, Siedlungsformen, aber auch Sprache und Erkenntnisse über soziale Organisationsformen) um Aussagen über bestimmte Epochen und/oder Kulturen zu treffen. Weiters werten sie bereits vorhandene historische Untersuchungen (Sekundärliteratur zu bestimmten Themenbereichen) nach neuen oder zusätzlichen Aspekten aus, um so zu wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gelangen. Die Geschichtswissenschaften beschäftigen sich auch zunehmend mit dem kunsthistorischen Bereich.
Ein wichtiger Teil der Arbeit von HistorikerInnen findet in Bibliotheken und Archiven statt, wo sie nach entsprechenden Quellen suchen und diese auswerten. Bei der kritischen Aufarbeitung der Quellen, zu welchen neben Akten und Urkunden auch publizistische Materialien, Filme, Tonbandinterviews, Lebenserinnerungen und sonstige Zeugnisse gehören, stützen sich HistorikerInnen auf eine Reihe historischer Hilfswissenschaften (v.a. Genealogie, Diplomatik, Heraldik, Numismatik u.a.) sowie auf Methoden und Erkenntnisse anderer Disziplinen wie der Anthropologie und Sprachwissenschaft (man spricht in diesem Zusammenhang von einem "linguistic and cultural turn"). Für die neuere Geschichte stellen darüber hinaus Behördenkunde, Zeitungskunde und Statistik wichtige Hilfsmittel für HistorikerInnen dar.