Angebote im AMS Berufslexikon

Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr.

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* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Mindestgehalt für BerufseinsteigerInnen lt. typisch anwendbaren Kollektivvertägen. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Klinische LinguistInnen dürfen (ohne zusätzliche Ausbildung in Logopädie)

  • keine Therapien durchführen
  • keine eigenständigen Diagnostik bei PatientInnen vornehmen
  • nicht im therapeutisch-diagnostischen Bereich tätig sein.

Eine Mitarbeit in österreichischen Kliniken oder Krankenhäusern ist nicht im Rahmen der Patientenbehandlung möglich, sondern ausschließlich in Forschung, Lehre oder wissenschaftlichen Projekten. (Ausnahmeregelung im MTDG igF §57 Strafbestimmungen)

Tätigkeitsmerkmale

Die Linguistik oder Sprachwissenschaft ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache. Sie untersucht, wie Sprache aufgebaut ist, wie sie verwendet wird, wie Menschen sie erwerben und wie sie sich verändert.

Ein Lingustikstudium wird an Universitäten in Form von Bachelor- und Masterstudien angeboten. Eine mögliche Spezialisierung hierbei ist die Klinische Linguistik.

Es handelt sich in Österreich um eine theoretisch-analytische Disziplin und keinen gesetzlich geregelten Gesundheitsberuf.

Die Klinische Linguistik ist ein interdisziplinäres Forschungsfeld an der Schnittstelle von Linguistik, Medizin/Therapie und Psychologie.

 

Inhalt und Aufgaben

Klinische LinguistInnen beschäftigen sich wissenschaftlich und theoretisch mit:

  • Sprach-, Sprech- und Kommunikationsprozessen
  • Sprachentwicklung und Schriftspracherwerb
  • Ursachen und Erscheinungsformen von Störungen

Untersucht werden unter anderem:

  • Sprachstörungen (z.B. Aphasien)
  • Sprech- und Stimmstörungen
  • Lese- und Schreibstörungen (Dyslexie, Dysgraphie)

Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der

  • Analyse und Erforschung von Störungsbildern
  • Entwicklung theoretischer Grundlagen für Diagnostik und Therapie
  • Wissenschaftlicher Arbeit und Publikation

 

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Sprach- und Sprechstörungen erforschen 
  • Wissenschaftliche Analysen durchführen 
  • Neue Behandlungsmethoden erforschen 
  • Evaluationen durchführen 
  • Forschungsergebnisse präsentieren

 

Abgrenzung zur Logopädie

Ein besonders wichtiger Aspekt ist die geltende Rechtslage in Österreich: die Diagnose und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen ist ausschließlich LogopädInnen vorbehalten. Logopädie ist ein anerkannter und gesetzlich geregelter Gesundheitsberuf.

 

Siehe auch:
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Guter Gehörsinn
  • Gutes Sprachgefühl
  • Interesse für Forschung und Entwicklung
  • Kommunikationsfähigkeit 
  • Logisch-analytisches Denken
  • Problemlösungsfähigkeit 
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen: 

  • Hochschulen 
  • Forschungseinrichtungen 

In modernen Gesellschaften ist die Häufigkeit von Sprach- und Sprechstörungen nicht zu unterschätzen. Der steigende Medienkonsum sowie die Nutzung von Smartphones bereits im frühjugendlichen Alter können diesen Effekt verstärken. Ein erhöhter Bedarf an Therapie und somit auch wissenschaftlicher Forschung in diesen Bereichen erscheinen daher wahrscheinlich. Die Berufsaussichten für Klinische LinguistInnen sind stabil.

Stellenangebote in "alle jobs" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular in "alle jobs". Im Formular können Sie dann noch weitere Filter setzen.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Bachelor- und Masterstudiengänge an Universitäten und Fachhochschulen, z.B. in den Bereichen Linguistik und Sprachwissenschaften. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium zu absolvieren, in dem insbesondere vertiefte Kenntnisse des wissenschaftlichen Forschens im genannten Bereich erlangt werden, und das auf eine Laufbahn im wissenschaftlichen Bereich vorbereitet. 

Bachelorstudien in den Bereichen Linguistik und Sprachwissenschaften vermitteln z.B. Ausbildungsinhalte wie Syntax, Pragmatik, Phonologie, Morphologie, Semantik, Sprachentwicklung, Sprachstörung sowie Psycho- und Neurolinguistik. Teilweise besteht die Möglichkeit, sich auf den Bereich Klinische Linguistik zu spezialisieren. 

Die Paris Lodron-Universität Salzburg bietet das Masterstudium Psycho-, Neuro- und Klinische Lingustik an, in welchem Kompetenzen im Bereich Klinische Linguistik nochmals vertieft, spezialisiert und erweitert werden. 

Voraussetzung für ein Bachelorstudium ist die Hochschulreife, die entweder durch eine erfolgreich abgeschlossene Matura, eine Studienberechtigungsprüfung oder eine Berufsreifeprüfung erlangt werden kann. An Fachhochschulen ist es teilweise auch Personen ohne Hochschulreife möglich, ein Studium zu beginnen, sofern sie über eine einschlägige berufliche Qualifikation verfügen und Zusatzprüfungen in bestimmten Fächern ablegen.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen insbesondere an Universitäten und Fachhochschulen, z.B. in Form von Lehrgängen sowie Seminaren in Bereichen wie Kommunikation, Lernstörungstherapie oder Pädagogik. 

Weiterbildungen können auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI oder WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. in den Bereichen Fremdsprachen oder Zeitmanagement.

Aufstiegsmöglichkeiten für Klinische LinguistInnen bestehen z.B. in der Leitung von Forschungsprojekten sowie im Rahmen einer wissenschaftlichen Karriere in der Lehre oder Forschung, z.B. als ProfessorIn. 

Klinische LinguistInnen können ihre Tätigkeit auch auf freiberuflicher Basis, z.B. als WissenschafterIn, ausüben. Freie Berufe unterliegen nicht der Gewerbeordnung. Für manche freie Berufe, wie z.B. Arzt/Ärztin oder ArchitektIn, ist die Berufsausübung in eigenen Rechtsvorschriften gesetzlich geregelt und die selbstständige Tätigkeit muss bei der zuständigen Berufsvertretung gemeldet werden. Andere freie Berufe, z.B. KünstlerIn oder JournalistIn, sind nicht gesetzlich geregelt und können ohne Meldung ausgeübt werden. Wie bei jeder selbstständigen Tätigkeit muss diese jedoch beim Finanzamt bzw. bei der Sozialversicherung gemeldet werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs.

* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Mindestgehalt für BerufseinsteigerInnen lt. typisch anwendbaren Kollektivvertägen. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

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