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ChemikerIn - Biochemie

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.830,- bis € 2.520,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Biochemie ist ein Spezialbereich der organischen Chemie und befasst sich mit den molekularen Grundlagen der Lebenserscheinungen.

BiochemikerInnen befassen sich mit chemischen Grundlagen und Prozessen in der belebten Natur. BiochemikerInnen untersuchen das Zusammenwirken von chemischen Verbindungen, die am Aufbau der Lebewesen und deren Stoffwechsel beteiligt sind. Dazu analysieren sie die physikalisch-chemischen Prozesse in Zellen und beschäftigen sich mit der Steuerung und Organisation lebender Prozesse.

BiochemikerInnen untersuchen speziell den Stoffwechsel von Tieren und Pflanzen, deren physiologische Bedeutung, Biosynthese sowie den Abbau von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten). Von großer Bedeutung sind auch Untersuchungen von Enzymen und Informationsträgern der wie etwa Desoxyribonukleinsäuren (Genetik, Gentechnik).

Mittels chemischer Methoden widmen sich BiochemikerInnen z.B. Fragen der Zusammensetzung, Beschaffenheit, Reaktionen und Synthese von natürlichen Farbstoffen und Naturstoffen wie etwa Leder, Leinen und Holz. Synthese bedeutet, zuvor zerlegte Stoffe in einer neuen Form wieder zusammenzusetzen.

In der technologischen Umsetzung beschäftigen sich BiochemikerInnen mit der Be- und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie der gewerblichen und industriellen Herstellung von Produkten, die durch mikrobiologische Prozesse (z.B. Hefegärung, Essigsäuerung) gewonnen werden. Von großer Bedeutung sind auch Untersuchungen von Enzymen und der Ribo- und Desoxyribonukleinsäuren im Bereich molekulare Genetik, Gentechnik und Genchirurgie.

BiochemikerInnen arbeiten oft eng mit GenetikerInnen und BiotechnologInnen zusammen.

Logisch-analytisches Denkvermögen, naturwissenschaftlich-technisches Verständnis, wissenschaftliche Neugierde und Kreativität, Ausdauer, eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten (z.B. austretende Gase und Gerüche), für viele Aufgaben ist ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationen, Statistik) erforderlich.

Fremdsprachenkenntnisse (Englisch als Wissenschafts- und Verhandlungssprache).

Wichtig sind auch interkulturelle Kompetenzen (Forschen und Arbeiten im globalen Maßstab) und die Bereitschaft, Karriereschritte im Ausland zu setzen.

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten vor allem die chemische und pharmazeutische Industrie, Nahrungsmittelindustrie, Unternehmen der Biotechnologie (Produkterzeugung) und die Farbenindustrie. Die Mehrzahl aller ChemikerInnen arbeitet im Verkauf (Rohstoffe, aber auch Instrumente, Anlagen). Wichtige Bereiche sind die in der Analytik und das Patentwesen (z.B. Produkte für die Bereiche Life-Science, Health Care, Crop-Science).

Innerhalb der Chemie gilt der Bereich der Verfahrenstechnik am ehesten als berufliches Hoffnungsgebiet (mit Einschränkungen gilt das auch für die organische Chemie und Biochemie). Die Chemische Industrie ist bekannt für ihre starken Investitionen in Forschung & Entwicklung (F&E).

Einen guten Überblick über Berufe, Beschäftigung und Karriere im Chemie-Bereich bieten die Websites: www.chemie-ist-in.at (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs), www.chemie-im-fokus.de (Verband der Chemischen Industrie Deutschland, Gesellschaft deutscher ChemikerInnen)

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemikerIn", dem der Beruf "ChemikerIn - Biochemie" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Basisausbildung für Berufe in diesem Bereich ist in der Regel entweder eine Ausbildung im Bereich Biochemie/Biotechnologie, Chemieingenieurwesen oder Chemieverfahrenstechnik.

AbsolventInnen einer HTL kann die Standesbezeichnung Ingenieur/Ingenieurin verliehen werden (Nachweis über Ausbildung und Praxis erforderlich!).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Aufgrund der eher beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten für ChemikerInnen ist Spezialisierung und Weiterbildung unumgänglich. Als mögliche berufliche Entwicklungslinie kommt z.B. Umweltanalytik in Betracht: Hier bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten in Umweltbetriebsprüfungs- und Umweltbegutachtungsverfahren.

An Universitäten und Fachhochschulen gibt es die Studienrichtungen Biologie, Biotechnologie, Bio- und Umwelttechnik, Bioengineering, Biomedical Engineering, Biotechnische Verfahren, Medizinische und pharmazeutische Biotechnologie, Molekulare Biologie sowie Biochemie, Chemie, Technische Chemie Verfahrenstechnik, Werkstofftechnik, Wirtschaftsingenieurwesen - Chemie, Massenspektrometrie und molekulare Analytik (MSc).
Daneben existieren div. Lehrgänge, z.B. Protein Chromatography (BOKU, Wien).

Auch der Bereich der Computertechnik (Tools für Simulationen, Modelle, Statistik, Data Science) ist für die Chemie ein bedeutsames Weiterbildungsfeld. Einen guten Überblick über Berufe, Beschäftigung und Karriere im Chemie-Bereich bietet die Website www.chemie-ist-in.at (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs).

 

 

Formale Aufstiegsmöglichkeiten in industriellen und gewerblichen Betrieben sind z.B. Funktionen wie kaufmännische LeiterIn, VerkaufsleiterIn oder AbteilungsleiterIn (z.B. für Produktionslogistik).

Aufstiegsmöglichkeiten für BiotechnologInnen bestehen z.B. in der pharmazeutischen Industrie in Funktionen wie Abteilungsleitung oder Produktionsleitung.

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere sind ein einschlägiger Studienabschluss, mehrjährige Berufserfahrung sowie Managementkenntnisse. Auch sehr gute Englischkenntnisse sind sowohl aufgrund der fachlichen Kommunikation, aber auch der starken internationalen Ausrichtung dieses Bereiches unumgänglich.

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