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Farben- und LacktechnikerIn

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.460,- bis € 2.530,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Farb- und LacktechnikerInnen beschäftigen sich mit Erforschung, Produktion, Verfahrensfragen, Anwendungsfragen von Farben und Lacken und führen Analysen zur Stoffbewertung (Substance Evaluation) durch.

Farb- und LacktechnikerInnen sind meist ChemikerInnen. Sie erforschen Stoffeigenschaften, etwa um ein neues Werkstück wasserfest, rostfrei oder leitfähig zu machen. Sie optimieren bestehende Stoff-Zusammensetzungen oder stellen neue her. Sie stellen auch Additive her, das sind Konservierungsmittel, Trocknungsbeschleuniger oder -verzögerer, Verdicker und Antioxidantien, welche man der Malfarbe beimischt, um die Qualität und Stabilität der fertigen Farbe zu sichern.

Im Rahmen des Qualitätsmanagements nehmen sie während der Produktionsphase Prüfprozesse im Labor vor. Sich ändernde technologische Eigenschaften der Textilien verändern stetig das Anforderungsprofil der Farbstoffe. Farb- und LacktechnikerInnen sorgen für den Einklang mit ökologischen Standards bzw. Verordnungen, indem sie ihre Produkte auf Farbstoffspezifikationen, Giftigkeit und Grenzwerte (Schwermetalle etc.) prüfen.

Farb- und LacktechnikerInnen arbeiten in verschiedenen Wirtschaftsbereichen und Anwendungsgebieten:

  • Kunststoff- und Gummiprodukte (Farbzusätze, Carbon Black*)
  • Sportjacken und Funktionsbekleidung (Farben für atmungsaktive Fasern)
  • Dächer und Fassaden (wetterfeste Farbbeschichtungen)
  • Energie (lackierte Flächen für die Erzeugung von Solarstrom)
  • Spielzeugindustrie (prüfen auf aromatische Kohlenwasserstoffe in bunten Farben)
  • Automobilindustrie (kratzfeste Lackbeschichtungen)
  • Flugzeugherstellung (Entwicklung superhydrophobischer* Oberflächenfarbe)
  • u.v.m

 

Farb- und LacktechnikerInnen arbeiten auch als GutachterInen oder spezialisieren sich auf den Bereich Recyclingtechnik, VerbraucherInnen und Gesundheitsschutz, Umweltrisikobewertung (REACH) o.a.

 
*Carbon Black: Industrieruß - eine Modifikation des Kohlenstoffs
*superhydrophobisch: extrem wasserabweisend

Logisch-analytisches Denkvermögen, naturwissenschaftlich-technisches und mathematisches  Verständnis, wissenschaftliche Neugierde und Kreativität, Ausdauer, eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten (z.B. austretende Gase und Gerüche), für viele Aufgaben ist ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationen, Statistik) erforderlich.

Wichtige Qualifikationen für ChemikerInnen in Forschung wie auch Industrie sind Fremdsprachenkenntnisse (Englisch als Wissenschaftssprache und Verhandlungssprache), interkulturelle Kompetenzen (Forschen und Arbeiten im globalen Maßstab) wie auch die Bereitschaft, Karriereschritte im Ausland zu setzen.

 

Beschäftigungsmöglichkeiten in diesem Bereich bietet vor allem die erzeugende und weiterverarbeitende Industrie. Arbeitsmöglichkeiten bestehen daher in der chemischen Industrie (Farb-, Lackproduktion), im gesamten Umfeld der Drucktechnik, aber auch in den meisten sonstigen Industriebetrieben, die Farben, Lacke und Oberflächenbeschichtungen in großem Umfang einsetzen. Berufsmöglichkeiten bestehen darüber hinaus vor allem im Bereich Beratung und Verkauf.

Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten im Bereich Fertigung/Erzeugung sind Funktionen wie AbteilungsleiterIn, ProjektleiterIn. Im Verkauf sind vor allem Key-Account-Funktionen und Generalrepräsentanzen Karriereschritte. 

ProjektleiterInnen im Bereich Kunststoffe, Farben und Lacke arbeiten in industriellen Unternehmen im Bereich Oberflächentechnik. Sie entwickeln in Zusammenarbeit mit den Bereichen Produktion, Forschung und Entwicklung und Qualitätsmanagement die bestehenden Technologien weiter und führen die Lösungen zur Serienreife.

Einen guten Überblick über Berufe, Beschäftigung und Karriere im Chemie-Bereich bieten die Websites: www.chemie-ist-in.at (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs), www.chemie-im-fokus.de (Verband der Chemischen Industrie Deutschland; Gesellschaft deutscher ChemikerInnen)

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemotechnikerIn", dem der Beruf "Farben- und LacktechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Basisausbildung für Berufe in diesem Bereich ist in der Regel eine Ausbildung im Bereich Chemie/Farb- und Lacktechnik, Oberflächentechnik, Chemieingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen Chemie, Chemieverfahrenstechnik o.Ä.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bieten vor allem die Universitätsstudien Chemie und Technische Chemie mit ihren verschiedenen Studienzweigen sowie Studienrichtungen wie Verfahrens- und Werkstofftechnik. Darüber hinaus gibt es eine Anzahl an speziellen Ausbildungen, Fachprüfungen und sonstigen Weiterbildungsmöglichkeiten, in Bereichen wie Umwelttechnik, Sicherheitstechnik u.a.m.

FH: Z.B. Massenspektrometrie und molekulare Analytik (MSc).

Formale Aufstiegsmöglichkeiten in industriellen und gewerblichen Betrieben sind z.B. Funktionen wie kaufmännische LeiterIn, VerkaufsleiterIn oder AbteilungsleiterIn (z.B. für Produktionslogistik), als FachberaterIn in der Farben- und Lackindustrie, in der Farbgestaltung bei der Stadt- und Dorfsanierung.

ProjektleiterInnen für verfahrenstechnische Aufgaben haben die Verantwortung für die Entwicklung und die Übertragung von Laborverfahren auf industrielle Maßstäbe sowie Verbesserung bestehender Produktionsverfahren (wobei ihnen in der Regel auch die Verantwortung für Qualitätskontrolle und Qualitätsdokumentation zukommt). 

Branchenerfahrung bzw. Erfahrung in vergleichbaren Funktionen sind für solche Karriereschritte unbedingt erforderlich. Für leitende Funktionen im Verkauf aber auch im Projektmanagement bei Auslandsvorhaben sind darüber hinaus Fremdsprachenkenntnisse von Bedeutung.

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