Ausbildungsform auswählen

Naturstofftechnolog(e)in

Berufsbereiche: Textil, Mode und Leder
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.460,- bis € 2.530,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Naturstofftechnolog(e)innen befassen sich mit verschiedenen Technologien zur Gewinnung und Veredelung von nachwachsenden Rohstoffen (Biomasse) wie z.B. Holz, Stärke, Eiweiß, Zucker, Fette, Öle und Wachse.

Sie beschäftigen sich mit der Gewinnung von Wirksubstanzen und der Verwertung von Naturstoffen z.B. zu Essenzen, Essige, Lebensmittelzusatzstoffen, Genussmittel und Pharmazeutika. Sie analysieren Naturstoffe chemisch sowie mit Methoden der Messtechnik auf spezifische Eigenschaften. Je nach Charakterisierung der Stoffeigenschaften wenden sie Syntheseverfahren an, um Produkteigenschaften zu kombinieren oder um neuartige Werkstoffe aus anorganischen und makromolekularen Komponenten (Hybridmaterialien) für verschiedene Anwendungsgebiete zu gewinnen.

Mittels chemischer und biochemischer Verfahrensweisen verarbeiten sie Natur-Rohstoffe für technische Anwendungen (z.B. Leder, Zellstoff, Gummi, Wasch- und Reinigungsmittel, Klebstoffe, Farben und Lacke).

Darüber hinaus untersuchen sie Wechselwirkungen zwischen biologischen Material und den Stoffen der belebten und unbelebten Umwelt. Im Bereich Forschung und Entwicklung erstreckt sich die Naturstofftechnologie auf Bereiche der Holz- und Faserwerkstofftechnik, Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnik, Papier- und Zellstofftechnik, Verpackungstechnik, Nanotechnik und Energie- und Umwelttechnik.

Zu den Naturstoffen gehören auch Geruchs- und Geschmackstoffe, Harze, Gerbstoffe, Farbstoffe, Pflanzenwirkstoffe, die in der Lebensmittelindustrie und in der Pharmazie eine wichtige Rolle spielen.

Siehe auch die Berufe BiochemikerIn, Biotechnolog(e)in, BioverfahrenstechnikerIn, Lebensmitteltechnolog(e)in oder BionikerIn.

Logisch-analytisches Denkvermögen, naturwissenschaftlich-technisches Verständnis, wissenschaftliche Neugierde und Kreativität, eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten (z.B. austretende Gase und Gerüche), für viele Aufgaben ist ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationsprozesse, Statistik) erforderlich.

 

Naturstofftechnolog(e)innen arbeiten in der Verpackungs- und Gebrauchsgüterindustrie, in der Gummi-, Lack oder Chemiefaserindustrie sowie im Bauwesen.

Naturstofftechnolog(e)innen arbeiten in der Produktionsvorbereitung, Arbeitsgestaltung, im Verfahrensentwicklung, im Qualitätsmanagement, Produktionscontrolling. Sie arbeiten in Betriebs- und Kontrolllabors, als LaborantInnen an Universitätsinstituten und in Untersuchungsanstalten sowie als MitarbeiterInnen bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten.

Naturstofftechnolog(e)innen können z.B. als BetriebsingenieurIn in der stoffwandelnden Industrie, in der Beschaffung, Materialprüfung, im Umweltschutz v.a. in den Industriebereichen Biochemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Pharmazie und Holz tätig sein.

 

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemotechnikerIn", dem der Beruf "Naturstofftechnolog(e)in" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Höhere Technische Lehranstalten bieten Ausbildungen im Bereich Leder- und Naturstofftechnologie an.

Verwandte Bereiche sind v.a. Biotechnologie, Bioverfahrenstechnik, Analytische Chemie und Biochemie.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bieten verschiedene Studienrichtungen, z.B: Verfahrenstechnik, Bioverfahrenstechnik, Werkstofftechnik, Technische Chemie mit Schwerpunkt "Technische Synthese", "Chemie und Technologie der Materialien", "Chemische Prozess- und Umwelttechnik" oder "Technische Biochemie und Naturstofftechnologie".

Darüber hinaus gibt es Weiterbildungsangebote im Bereich z.B. Entsorgungs- und Umwelttechnik.

Für spezifische Anwendungen und Einsatzbereiche gibt es ebenfalls Spezialisierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen, z.B. Werkstofftechnik für spezielle Anforderungen im Bauwesen wie Hitzeresistenz und Leitwerte oder für die Erzeugung von Textilien.

Aufstiegsmöglichkeiten bieten z.B. Funktionen wie Abteilungsleitung/Entwicklung oder Produktion; Qualitätsmanagement, Betriebstechnik und Produktionsorganisation sind Abteilungen, in denen Aufstiegsmöglichkeiten bestehen. Darüber hinaus gibt es auch berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Verkauf (Key-Account-Funktionen) oder in der Forschung und Entwicklung neuartiger Stoffe.

Wichtige Qualifikationen sind Fremdsprachenkenntnisse (Englisch als Wissenschafts- und Verhandlungssprache), interkulturelle Kompetenzen (Forschen und Arbeiten im globalen Maßstab) und die Bereitschaft, Karriereschritte im Ausland zu setzen.

 

Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus dem Bereich "Textil, Mode und Leder" anzeigen