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LandwirtschaftstechnikerIn - Gartenbau

Berufsbereiche: Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.340,- bis € 2.410,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Im Gartenbau setzen LandwirtschaftstechnikerInnen wissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Erkenntnisse in der Kulturtechnik und in der Gartenbau-Praxis um.

Sie befassen sich mit Pflanzenkulturen auf Freilandflächen oder in Glashäusern. Das umfasst Tätigkeiten von der Planung zum Anbau, der Pflege, Ernte und der fachgerechten Lagerung bis hin zum Vertrieb der Pflanzen. Neben der Arbeit im Gewächshaus, auf Anbauflächen im Freien oder in Versuchsfeldern sind auch Planungs- und Verwaltungsaufgaben im Büro zu erledigen.

Der Gartenbau gliedert sich in verschiedene Bereiche und Sparten:

  • Landwirtschaftlicher Produktionsgartenbau mit den Sparten Zierpflanzen-Gärtnerei, Gemüse-Gärtnerei, Gehölz- und Staudenerzeugung (Baumschul-Gärtnerei)
  • Gewerblicher Dienstleistungsgartenbau mit den Sparten Friedhofsgärtnerei, Landschaftsgärtnerei, Blumenbinderei (FloristIn) und Innenraumbegrünung
  • Gartenbaunaher Handelsbereich mit dessen Sparten Pflanzenbetreuung, Fachberatung und Verkauf in Gartencenters usw.

 

Fachleute sind hier oft auf einen Teilbereich spezialisiert, z.B. auf die Kultivierung von Pflanzen, den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, die Arbeitsorganisation, die Vermarktung der Produkte oder die Beratung von KundInnen.

Siehe auch die Berufe FlächenwidmungsplanerIn, LandschaftsgestalterIn und LandschaftsökologIn.

 

Die beruflichen Anforderungen hängen in hohem Maße von der spezifischen beruflichen Tätigkeit ab, naturwissenschaftliches Grundverständnis (Geologie, Bodenkunde) ist in jedem Fall Voraussetzung. Ebenfalls wichtig:

  • Technisches Verständnis: Vermessung, Darstellungsmethoden
  • Umgang mit Chemikalien: Düngemittel, Pflanzenschutzmittel, Labortätigkeit
  • Kommunikative Fähigkeiten und Kontaktfähigkeit: Beratungstätigkeit und Schulungen
  • Bereitschaft zur Mobilität: Reisetätigkeit zu landwirtschaftlichen Betrieben und internationalen Gremien
  • Gute Wahrnehmung und Beobachtungsgabe

 

Wichtig ist ein gewisses Maß an Weiterbildungsbereitschaft: Neue Produkte, Produktionsverfahren, Einsatz künstlicher Intelligenz (digitale Technologie mit Sonden zur Überwachung der Bewässerungsssteme, autonomfahrende Maschinen, Precision Farming etc).

LandwirtschaftstechnikerInnen arbeiten zum Beispiel im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion, im Handel mit Gartenbauerzeugnissen und im gärtnerischen Dienstleistungsbereich.

Neben dem traditionell hohen Anteil der in eigenen landwirtschaftlichen Betrieben tätigen LandwirtschaftstechnikerInnen (in der Produktion, Vermarktung und Dienstleistung) gehöret auch die Forschung (Universitäten, Industrie), die Beratung landwirtschaftlicher Betriebe, insbesondere verschiedene Funktionen in Bereichen der politischen Planung und Verwaltung sowie bei Interessenvertretungen (Genossenschaften, Kammern sowie Einrichtungen der Bundes- und Landesverwaltung) zum typischen Tätigkeitsspektrum.

LandwirtschafttechnikerInnen, die im Bereich des Umweltschutzes tätig sind, bewerten und beurteilen z.B. die Auswirkungen von Immissionen auf die Landwirtschaft oder kontrollieren die Emissionen landwirtschaftlicher Betriebe (Geruch, Lärm, Abwässer, Abfälle).

Weitere typische Aufgabengebiete in diesem Bereich sind die Ausarbeitung und Planung von Natur- und Landschaftsschutzauflagen sowie die Renaturierung von geschädigten Äckern.

Das Thema Digitalisierung der Prozesse erweitert sich zunehmend im landwirtschaftlichen Bereich! Aktuell gibt es drei Bereiche, in denen Digitalisierung sichtbar wird: Precision Farming, Automatisierung sowie Verwaltung und Abrechnung (vgl. www.ararheute.com, Artikel vom 30.Mai 2019).

In Österreich sind bisher (laut einer Umfrage) vor allem Präzisionslandwirtschaft im Einsatz - dies wird als Vorstufe zu Landwirtschaft 4.0 bezeichnet: Rund 6% der LandwirtInnen nutzen Precision Farming Systeme und 13% der Äcker werden mit GPS-gesteuerter Technologie bewirtschaftet.

Es geht oft um die Präzisierung der Bewirtschaftung durch Automatisierung und Robotik sowie informationsbasierte Prozesssteuerung und -führung, Datenaustausch und Vernetzung mittels Farmmanagement-Systemen. Fachleute können sich mit der Entwicklung von Modellen und Methoden beschäftigen.

Ziel ist die Optimierung durch Effizienzsteuerung und Verlustminimierung, etwa durch Sensortechnologien zur Erkennung von Pflanzen, Nährstoffbilanzen und Düngebedarf. Somit kann die Steuerung für die Ausbringung, Optimierung Anwendungs- und Erntezeitpunkte stattfinden.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Land- und ForstwirtschaftstechnikerIn", dem der Beruf "LandwirtschaftstechnikerIn - Gartenbau" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es werden unterschiedliche Studiengänge angeboten wie zum Beispiel:

Nutzpflanzenwissenschaften (Gartenbau und gärtnerische Gestaltung, Pflanzenproduktion, Grünlandwirtschaft, Pflanzenbiotechnologie), BOKU Wien

Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur (Planung, Gestaltung und Pflege von Landschaft und Freiraum im städtischen wie im ländlichen Raum), BOKU Wien

Agrartechnologie (Technik und Agrar-Landwirtschaft 4.0 gestalten), FH Wr. Neustadt

Agrartechnologie und -management (Landwirtschaft 4.0, Digitalisierung und Automatisierung), FH Oberösterreich

Agrarwissenschaften (Kenntnisse und Fähigkeiten in der landwirtschaftlichen Produktionskette), BOKU Wien

Daneben gibt es unterschiedliche Studiengänge und Lehrgänge, wie Angewandte Pflanzenwissenschaften, Ökologische Landwirtschaft, Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Horticultural Sciences.

 

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Auf Grund der Spezialisierung in diesem Bereich stehen, ausgehend von einer entsprechenden Basisausbildung, verschiedenartige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Technik, Management sowie Recht.

Besonders sind auch Kenntnisse aus der Informatik gefragt sowie Kenntnisse im Umgang mit Geodaten. Inzwischen gibt es den Begriff Agrarinformatik (Informatik in Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Umwelt). Infos bietet auch die Zeitschrift für Agrarinformatik auf openagrar.at und topagrar.com.

Ein starker Trend geht in Richtung Digitales Farming. Geforscht wird unter anderem an selbstfahrenden Traktoren sowie Bodensonden und Maschinen, die mit Sensoren ausgestattet sind (Landwirtschaft 4.0).

Beispiele für Masterprogramme und Lehrgänge: Produktmarketing und Projektmanagement (FH Campus Wieselburg), Agrarmarketing (verschiedene Anbieter), Umwelt und Bioressourcenmanagement (BOKU Wien) sowie Regionalmanagement (FH Vorarlberg).

Managementfunktionen stehen eher in mittleren und Großunternehmen sowie der landwirtschaftlichen Zulieferindustrie offen (z.B. Saat-, Futter-, Düngemittelindustrie, Landmaschinenindustrie).

Im Bereich Umweltanalyse und Simulation (z.B. Umweltbetriebsprüfung, -begutachtung) werden Forschungsgelder investiert. Hier kann z.B. die Mitarbeit an einem Forschungsprojekt angestrebt werden.

Die Themen Datenanalyse und Informatik spielen auch in der Landwirtschaft und im Gartenbau eine große Rolle. Es kann z.B. eine Position als Data Scientist angestrebt werden. Data Scientists analysieren große Datenmengen zur Gewinnung von wichtigen Informationen. Diese Informationen nutzen sie für ökonomische und ökologische Optimierungsmaßnahmen und zur Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebes und von landwirtschaftlichen Geräten und Anlagen.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen (z.B. BOKU) besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Bodenkultur (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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