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IngenieurbiologIn im Bergbau

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Umwelt
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.590,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Die Ingenieurbiologie befasst sich mit der biologisch ausgerichteten Bauweise und mit der Rekultivierung (Wiederherstellung) von geschädigten natürlichen Flächen im Wasser- und Erdbau.

Tätigkeitsmerkmale

Ingenieurbiologen/Ingenieurbiologinnen befassen sich hier mit der Erkundung belasteter Lanschaftsteile und mit der Wiederherstellung der Vegetation und Bodenfruchtbarkeit. Sie messen Umweltauswirkungen und sorgen für die Rekultivierung von Bergbaustätten.

Durch den Betrieb von Bergwerken entstehen Auswirkungen auf die Umwelt. Je nach Technik und Rohstoff fallen Abfälle (z.B. Schlacken) an, auch Luftschadstoffe und Klimagase sowie toxische Stoffe werden in Wasser, Luft und Boden freigesetzt.

Typisch sind sogenannte Schwermetallrasen, die auch als Schwermetallflur bezeichnet werden. Das sind Pflanzen, die an Stellen wachsen an denen sich schwermetallreiche Gesteine befinden (Schwermetallböden). Solche Böden entstehen an aufgelassenen Bergwerkshalden auf denen Erzabbau betrieben wurde. IngenieurbiologInnen planen die Rekultivierung der geschädigten natürlichen Strukturen. Rekultivierung ist das Wiederherstellen der ökologischen Verhältnisse, z.B. durch Aufschütten von Bodenschichten oder durch das Anlegen von Busch-, Baum- oder Grasflächen.

BergschadentechnikerInnen untersuchen und kontrollieren die Auswirkungen des Bergbaus auf die Umgebung, der sogenannten Bergschadenkunde. Dabei untersuchen sie die Verformungen wie z.B. Senkungen und Verschiebungen der die Abbauhohlräume überlagernden Gesteinsschichten und verfolgen Bewegungsvorgänge, die sich bis zur Erdoberfläche fortsetzen können.

Siehe auch die Berufe SanierungstechnikerIn und RecyclingtechnikerIn.

  • Interesse an Biologie und Technik: Hydraulik, Pneumatik, Elektronik 
  • Problemlösungsfähigkeit: Berechnungen, Messungen
  • Analytisches Denkvermögen
  • Körperliche Fitness und Ausdauer: Übernachtungen, Untersuchungen, Beobachtungen im freien Feld

Beschäftigungsmöglichkeiten im Bereich von Wissenschaft, Forschung und Lehre bestehen im universitären Bereich und in Forschungsinstitutionen. Neben der Tätigkeit bei (internationalen) Umweltorganisationen bieten sich berufliche Möglichkeiten in Anwendungsbereichen wie z.B. Umweltverträglichkeitsgutachten, Öko-Management, Umweltberatung oder Öko-Auditing.

Es gibt eine EU-Bergbauabfallrichtlinie im Umgang mit Bergbauabfällen und mit der Rekultivierung von Braunkohlerevieren. Zu den am stärksten verseuchten Orte an denen Bergbau betrieben wurde, zählen z.B. Kabwe in Sambia (Blei und Cadmium), Norilsk in Nord-Sibirien (Nickel, Kupfer, Cobalt, Blei), Dalnegorsk im fernen Osten Russlands (Blei, Cadmium, Quecksilber, Antimon) und Sukinda in Nordost-Indien (Chrom). Infos aus The worlds worst 2013: The top ten toxic threats 2013, PDF, Blacksmith Institute.

Im Bergwerk wird das Material in Abbaukammern, die bis zu mehrer hundert Meter lang sind, durch Bohren und Sprengen gewonnen. Durch intensive Aufbereitung werden aus dem Erz verschiedenste Produkte hergestellt. Das Rohmaterial wird auf Lastkraftwagen verladen, zu einer Aufbereitungsanlage transportiert und dort zu teilweise hochwertigen Materialien aufbereitet.

Oft werden mittels Brech- und Siebanlagen verschiedene Produkte erzeugt. Materialien werden für Automobilbau, Flugzeugindustrie, Medizin, Elektronik, Keramik und Baustoffe sowie als Bausteine für neue Werkstoffe verwendet.

In all den oben genannten Bereichen können je nach Interesse und Qualifikation verschiedene Positionen bzw. Funktionen angestrebt werden, z.B. QualitätsmanagerIn oder als UmweltbeauftragteR (Bergbauabfallgesetz).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "UmweltanalytikerIn", dem der Beruf "IngenieurbiologIn im Bergbau" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Mit der Rekultivierung von Naturflächen setzen sich vor allem Studien im Bereich Landschaftsarchitektur, Landschaftsgestaltung, Umweltökologie und Forstwesen auseinander.

Ingenieurbiologie, Vegetationstechnik und Landschaftsbau ist auch Thema des Studiums Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur an der BOKU Wien.

Wichtig ist ein Verständnis für eingesetzte Techniken (Hydraulik, Pneumatik, Elektronik), Kenntnisse systemanalytischer und mathematischer Methoden und Bergbauabfallgesetz.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen etwa im Fremdsprachenerwerb (Möglichkeiten für internationale Projektleitung) sowie in wirtschaftlichen und rechtlichen Belangen.

Verschiedene Masterprogramme: Advanced Mineral Resources Development, Angewandte Geowissenschaften (beide: Montanuni Leoben). Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Applied Limnology, Natural Resources Management and Ecological Engineering (alle: BOKU Wien). Nachhaltiges Ressoucenmanagement (FH Campus Wien).

Universitätslehrgänge: Z.B. Nachhaltigkeitsmanagement (Monanuni Leoben), NATM Engineer (Info der Montanuni).

Fachleute können auch mit der Verantwortung für die Einhaltung von Vorgaben zum Strahlen- und Objektschutz und die Wahrnehmung von Qualitätssicherungsmaßnahmen betraut werden.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Infos über Befähigungsnachweise bei der Wirtschaftskammer Österr: WKO.

Liste der reglementierten Gewerbe: Bundesministerium BMDW.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Montanistik (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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