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Community Interpreter (m/w)

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.040,- bis € 2.640,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Community Interpreters übersetzen und dolmetschen im Dienst der Gemeinschaft für Einzelpersonen, Kleingruppen und Familien.

Die KlientInnen von Community Interpreters sind häufig Minderheiten im Gastland. Dazu zählen meist MigrantInnen, AsylwerberInnen, GastarbeiterInnern und Flüchtlinge.

Community Interpreters dolmetschen bei Gesprächen mit Behörden und Sozialämtern oder im Rahmen von Verwaltungsverfahren oder medizinischen Behandlungen. Sie arbeiten auch für Non-Profit-Organisationen und Hilfsorganisationen. Sprachliche und kulturelle Barrieren bestehen in unterschiedlichen Settings:

  • Ämter und Behörden
  • Asylverfahren
  • Einrichtungen und Institutionen des Gesundheitswesens 
  • Soziale und karitative Einrichtungen
  • Bildungseinrichtungen und Schulen
  • psychiatrische Einrichtungen
  • Wirtschaftliche und rechtliche Settings
  • u.v.a.

 

Community Interpreters verfügen über ein Repertoire an fachlichen Kompetenzen. Dazu zählen Sprach- und Kulturkompetenz in der Ausgangs- und Zielsprache und die terminologische Vertrautheit mit dem Fachgebiet (Medizin, Recht etc).

Besonders gefragt sind Community Interpreters mit seltenen Sprachkombinationen.

Siehe auch den Beruf ÜbersetzerIn.

Neben Fremdsprachenkenntnissen ist gute Allgemeinbildung erforderlich.

  • Kenntnisse kultureller und ethischer Aspekte sowie Transferkompetenz (ein Anliegen oder Problem verstehen und durch sprachlich präzises, gut strukturiertes und informatives Reden übermitteln)
  • Gutes Auftreten und Empathievermögen: Zur Kommunikation als Gelingensvoraussetzung für entsprechendes (z.B. ärztliches) Handeln.

Aufgaben bestehen bei oder für nationale und internationale Organisationen, Vermittlungsstellen, AusländerInnen-Integrationsbüros, Vereine für Menschenrechte, Vereine für Opfer von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen, Kinderspitäler und Sozialmedizinische Zentren.

Berufsmöglichkeiten bestehen auch bei den Institutionen der EU, Übersetzungsagenturen, Medien sowie an universitären Instituten für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft.

Aufgaben bestehen im Rahmen der Mitwirkung bei behördlichen, gerichtlichen, notariellen Beurkundungen, dem Dolmetschen von Gesprächen und Verhandlungen oder bei der telefonischen Übermittlung von Auskünften.

Die Sprachmittlungsbranche äußerst vielfältig

Auch neue Technologien und gemeinschaftliche Übersetzungsprojekte (Crowdsourcing), die Lokalisierung von Videospielen und Online-Barrierefreiheit können wichtige Themen sein.

Professionelles Dolmetschen zur Verhinderung von Sprachbarrieren

Ob zur Klärung der politischen Zuständigkeiten (Bund, Länder), zur Vermeidung von Zusatzkosten durch Missverständnisse in der Krankenbehandlung, zur Klärung und Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen (Aufklärungspflicht, Haftungsfrage) oder zur Verhinderung von Sprachbarrieren bei KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen - in vielen Bereichen kann Community Interpreting dienlich sein!

Ein Positivbeispiel ist die „Interkulturelle Ambulanz der Landesnervenklinik (Psychiatrie)“, die im Jahr 2005 den Gesundheitspreis der Stadt Linz erhielt.

Ein Negativbeispiel aus der Vergangenheit: Ein Sozialarbeiter, der beauftragt war, einer Migrantin das Kind abzunehmen, konnte sich aufgrund der Sprachbarriere nicht entsprechend ausdrücken. Die Mutter rief die Polizei, weil sie an eine Entführung glaubte.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "TranslatorIn", dem der Beruf "Community Interpreter (m/w)" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Studiengänge sind in verschiedenen Fachbereichen angesiedelt und teilweise nicht standardisiert. Besser ist es, vorab nachzufragen, welche Schwerpunkte (technische, kulturelle, linguistische) angeboten werden.

Bereits während des Studiums sollte praxisbezogene Erfahrung gesammelt werden. Branchenkenntnisse, Praktika im Innland oder Ausland sowie einschlägige Tätigkeiten erweisen sich beim Berufseinstieg als Vorteil.

Die Uni Innsbruck bietet den Lehrgang "Community Interpreting" zur Professionalisierung von LaiendolmetscherInnen im sozialen, medizinischen, psychotherapeutischen und kommunalen Bereich, Infolink der UNI Innsbruck. Die Uni Graz bietet ebenso Lehrgänge und Kurse, Infolink der Uni Graz.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildung ist für alle sprachorientierten Berufe wichtig: Nicht zuletzt auf Grund der ständigen Expansion von „Fachsprachen“ und der Aufsplitterung der Sprachen in eine Vielzahl von Sprachmilieus.

Weitere Kultur- und Sprachwissenschaftliche Ausbildungen können von Nutzen sein. Z.B. Sprach- und Kulturmittlung, Kommunaldolmetschen im Gesundheitsbereich oder im Rahmen rechtlicher Angelegenheiten. Auch wirtschaftliche Kenntnisse sind von Vorteil. Von den Verbänden werden Kurse und Workshops angeboten.

Berufsverbände und -Organisationen wie die International Association of Conference Interpreters AIIC und der Verband der Dolmetscher ÖVGD sowie die Translationsplattform (translationsplattform.at) informieren über aktuelle Forschungsprojekte wie z.B. "Schnittstellen. Die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis zur Verbesserung der Kommunikation in Asyl- und Strafverfahren mit Verfahrensbeteiligten aus afrikanischen Herkunftsländern".

Community Interpreters sind häufig selbständig bzw. freiberuflich tätig. Zur besseren Akquisition von Aufträgen kann die Registrierung bei einem Übersetzungsbüro oder entsprechenden Online-Plattformen getätigt werden.

Für selbständig erwerbstätige ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen besteht die Pflichtmitgliedschaft bei der Kammer der gewerblichen Wirtschaft.

Die Translationsplattform bietet Informationen zu Verbänden, Veranstaltungshinweisen und aktuellen Meldungen.

Der Österreichische Verband Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache (ÖdaF) vertritt die Interessen derjenigen, die in Forschung und Lehre im Bereich "Deutsch als Fremdsprache und Zweitsprache" in Österreich und im Ausland tätig sind und unterstützt sie in fachlichen und didaktischen Angelegenheiten, URL: oedaf.at.

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