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Stuntman/Stuntwoman

Berufsbereiche: Medien, Kunst und Kultur
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: nicht bekannt Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend

Tätigkeitsmerkmale

Stuntmen und Stuntwomen führen moderne und historische Stunts in Filmen oder in Live Stuntshows durch. Der Begriff Stunt kann als "gewagtes Kunsttück" bezeichnet werden. Zum Unterschied von ArtistInnen hat die Rolle der Stuntleute immer einen dramaturgischen Hintergrund.

Stuntleute stellen Rollencharaktere dar, indem sie die Figur eines Schauspielers/einer Schauspielerin in besonderen Situationen übernehmen. Diese Situationen sind oft gefährlich und körperlich fordernd. Um sich intensiv auf die Rolle bzw. den Stunt vorbereiten zu können, setzen sie sich auch mit dem darzustellenden Charakter der jeweiligen SchaupielerInnen auseinander. Damit ein Stunt genau zur Szene passt, erarbeiten sie sich im Rahmen des Rollenstudiums den spezifischen (geschichtlichen, sozialen, kulturellen) Hintergrund.

Stuntleute führen Filmstunts und Actionstunts durch, welche zum Teil mit Spezialeffekten begleitet werden: Explosionen, Feuereffekte, Nebelmaschinen und andere Effekte. Es gibt unterschiedlichste Stunts auf die sich Stuntleute spezialisieren können: Z.B. Motorradstunts, Fahrradstunts mit Überschlag, Saltos, Stürze bis aus über 30 Meter Höhe, Treppenstürze, Bergsteigerstunts sowie Stunt Riding und Carcrashes.

Neben modernen Stuntszenen stellen Stuntleute auch historische Actionszenen dar. Beispiele sind Fechtszenen, Ritterkämpfe, Kämpfe mit historischen Waffen (Morgenstern-, Schwert-, Hellebardenkämpfe), Reiten durchs Feuer und vieles mehr.

Stuntwomen und Stuntmen müssen über eine gute Körperbeherrschung verfügen. Ebenso wichtig ist die Beherrschung der Körpersprache sowie verschiedene Techniken: Bei Treppenstürzen ist z.B. eine gute Abrolltechnik absolut notwendig. Mimik, Gestik und Stimme müssen ebenso beherrscht werden, um die dazustellenden Charaktertypen glaubhaft zu verkörpern.

Gefragt ist auch schnelles Reaktionsvermögen sowie Disziplin und Ausdauer. Ebenso wichtig ist die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen. Stunts werden im Rahmen von Events auch in der Nacht durchgeführt und manchmal herrschen extreme Wetterbedingungen oder Zeitdruck.

Stuntmen und Stuntwomen (auch als Stuntgirls bezeichnet) arbeiten in Film- und Fernsehstudios auf der ganzen Welt oder an festen Spielstätten wie Theater und Freilichtbühnen sowie bei diversen Kulturveranstaltern. Stuntleute arbeiten auch in Stuntschulen oder Stuntparks, wo sie selber trainieren und auch Workshops für interessierte Personen (z.B. Schulgruppen, Jugendliche) anbieten.

Stuntparks gibt es auch in Österreich, z.B. in Kalsdorf und in Passail. Die Zahl der fixen Anstellungsmöglichkeiten ist sehr begrenzt. Darstellende KünstlerInnen sind meist freiberuflich und projektbezogen tätig.

Vielfältigkeit ist ein absoluter Vorteil. Für österreichische Stuntleute stellt sich, allgemein betrachtet, die „Jobsituation“ als eher nicht allzu gut dar. Der Grund ist, dass für Stunts in der heimischen Filmproduktion nicht so viel Geld ausgegeben wird. Möglicherweise verbessert sich diese für Personen, die über eine weitere Fähigkeit wie etwa Tanz, Musiktheater, eine Fremdsprache oder vielleicht Moderation verfügen.

In Deutschland arbeiten rund 300 Stuntleute. Für Österreich liegen noch keine Zahlen vor. Die Lizenz zum Stuntfighter können Interessierte auch an der Stuntfighter-Academy, www.stuntfighter.com, in Hamburg in drei unterschiedlichen Lehrgängen erwerben (Stand: 2019, April).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ArtistIn", dem der Beruf "Stuntman/Stuntwoman" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Berufsbezeichnung "Stuntman" bzw. "Stuntwomen" ist nicht geschützt. Vorausgesetzt wird jedoch eine Kombination von vielen unterschiedlichen Fähigkeiten. Um nicht sofort als Double erkannt zu werden, müssen Stuntleute oft sogar über Schauspielkenntnisse verfügen. Zur Ausbildung gehören vor allem: Rollenfindung, Mimik und Gestik, Pyrotechnikkunde, Materialkunde und Waffenkunde sowie Filmverständnis.

Die Ausbildung ist umfangreich und anstrengend. Klettern, Höhentraining, Akrobatik, Fall-, Sprungtechniken und Schleudertraining müssen perfektioniert werden.

Der Tätigkeitsbereich lässt sich in verschiedene Berufsbilder untergliedern - entsprechend auch die Ausbildung. Der Bundesverband deutscher Stuntleute - BVS unterscheidet:

  • Stuntman / Stuntwoman (Stuntperformer)
  • Stunt Coordinator
  • Assistant Stunt Coordinator
  • Fight Choreographer
  • Horse Master
  • Precision Driver
  • Stunt Rigger
  • Stunt Rescue Diver
  • 2nd Unit Director / Action Unit Director

 

In Österreich gibt es die Stunt-Factory, die auch eine Stuntschule führt. Ein bestimmter Schulabschluss wird nicht vorausgesetzt. Diese Ausbildung dauert grundsätzlich bis zu drei Jahren - abhängig von der jeweiligen Schule - und kostet Gebühren. Manche Ausbildungsstätten verlangen den Führerschein für PKW oder LKW sowie ein Sporttauglichkeit-Attest.

Die Deutsche Stunt Akademie bietet Workshops. Schauspielschulen und Akademien (im Ausland) bieten Ausbildungen mit Zertifizierung, z.B. "Ausbildung zum Actiondarsteller".

Universitäre Angebote sind beispielsweise: "Darstellende Kunst", "Schauspiel, Buch und Dramaturgie", "Schauspiel und Regie", "Sport und Eventmanagement", "Training & Sport".

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Tätigkeit der Stuntleute erfordert laufendes Körpertraining, manchmal auch Stimmtraining. Es werden unterschiedliche Kurse und Lehrgänge angeboten.

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten besziehen sich auch auf ergänzende Darstellungsformen wie Tanz oder Musiktheater. Um ein möglichst breites Spektrum von Schauspieltechniken und Inszenierungsformen kennen zu lernen, können auch entsprechende Workshops besucht werden.

Auch rechtliche Belange (z.B. Vertragsrecht), Unfallverhütung und sicherheitstechnische Aspekte sind relevante Themen, z.B. Sicherheitsstandards für besondere Darstellungen sowie medizinische Notfallvorsorge.

Stuntfachleute sind überwiegend selbstständig und freiberuflich tätig. Daher unterliegen sie keiner üblichen Unternehmenshierarchie in Bezug auf Aufstiegschancen.

Der Tätigkeitsbereich lässt sich jedoch in verschiedene Berufsbilder untergliedern - entsprechend auch die Ausbildung. Der Bundesverband deutscher Stuntleute unterscheidet:

  • Stuntman/Stuntwoman (Stuntperformer)
  • Stunt Coordinator
  • Assistant Stunt Coordinator
  • Fight Choreographer
  • Horse Master
  • Precision Driver
  • Stunt Rigger
  • Stunt Rescue Diver
  • 2nd Unit Director / Action Unit Director

 

Vgl. Bundesverband deutscher Stuntleute, German Stunt Association, BVS-Website abgerufen im März 2019.

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