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DrechslerIn

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe und Holz
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

DrechslerInnen stellen runde ("gedrehte") Gegenstände aus Holz, aber auch aus anderen Materialien wie Kunststoffen, Elfenbein, Horn, Harz usw. her. Hierfür verwenden sie eine Drehbank, mit der das zu bearbeitende Material in Drehung versetzt und mit Stahlmessern in die gewünschte Form gebracht wird. Ihre wichtigsten Erzeugnisse sind Bestandteile für Möbel und Spielwaren sowie Souvenirartikel, z.B. Kastenfüße, Griffe, Knöpfe, Holzteller, Schachfiguren, Teile für Stehlampen usw. Weiters führen sie auch Reparatur- und Restaurationsarbeiten an gedrechselten Gegenständen durch.

Vor Beginn der eigentlichen Drechslerarbeit schneiden die DrechslerInnen zunächst die Rohmaterialien mit der Band- oder Kreissäge auf die gewünschte Rohform zu und glätten sie mit der Hobelmaschine. Sodann spannen sie das vorbereitete Material in die Einspannvorrichtung der Drehbank, in der es in rasche Drehung versetzt wird. Mit Schneidewerkzeugen arbeiten sie die Grobform des Werkstückes heraus und zeichnen dann die Profilabstände (die Stellen am Werkstück, für die ein unterschiedlicher Durchmesser vorgesehen ist) an. Hierauf wird mit verschiedenen Stahlmessern die endgültige Form des Werkstückes heraus gearbeitet. Das fertige Werkstück schleifen sie mit Schleifpapier ab und unterziehen es einer speziellen Oberflächenbehandlung (z.B. Lackieren, Beizen und Polieren).

Während bei der Einzelfertigung die Werkstücke noch händisch an der Drehbank gefertigt werden, werden in der Serienfertigung heute durchwegs vollautomatische Drehbänke verwendet. Hier beschränken sich die Aufgaben der DrechslerInnen auf die Herstellung von Musterwerkstücken, nach denen die Drehautomaten eingestellt werden, auf die Überwachung und Kontrolle des vollautomatischen Fertigungsprozesses sowie auf das regelmäßige Auswechseln der Formstähle und deren Nachschleifen mit einer Schleifscheibe.
  • Handgeschicklichkeit: händische Formgebung der Werkstücke beim Handdrehen, Nachbearbeiten der Werkstücke
  • Auge-Hand-Koordination: händisches Bearbeiten der Werkstücke beim Handdrehen
  • Sehvermögen: Erkennen von Materialfehlern, Endkontrolle der fertigen Werkstücke
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Ausführen der Werkstücke anhand von Werkstückzeichnungen beim Handdrehen
  • technisches Verständnis: Einstellen von Drehautomaten
  • gestalterische Fähigkeit: Erstellen von Entwürfen und Mustern für Werkstücke
  • Reaktionsfähigkeit: Handdrechseln, rasches Eingreifen bei Maschinenstörungen
DrechslerInnen werden vor allem in den Klein- und Mittelbetrieben des Drechslergewerbes, die nach handwerklich-traditionellen Arbeitsverfahren arbeiten, beschäftigt. Einige DrechslerInnen arbeiten auch in sogenannten Automatendrechslereien (meist Zulieferbetriebe für große Holz verarbeitende Industriebetriebe).

Lehrlinge werden meist nur nach Bedarf ausgebildet und üblicherweise nach Lehrabschluss im Ausbildungsbetrieb weiterbeschäftigt. Das Lehrstellenangebot und auch die Nachfrage nach ausgebildeten DrechslerInnen ist gering (besonders in den östlichen Bundesländern). Der Anteil an Familienbetrieben, die nur Familienangehörige beschäftigen, ist relativ hoch. Großbetriebe benötigen darüber hinaus infolge der zunehmenden Automatisierung immer weniger qualifizierte Fachkräfte mit handwerklichen Fähigkeiten; zur Überwachung der Maschinen werden meist angelernte ArbeiterInnen und Hilfskräfte herangezogen. Hochqualifizierte DrechslerInnen können in spezialisierten Kunstdrechslereien, die hochwertige Einzelstücke anfertigen, Beschäftigung finden; die Zahl derartiger Betriebe ist allerdings äußerst klein.

Für Frauen bestehen in diesem Beruf grundsätzlich dieselben Beschäftigungsmöglichkeiten wie für Männer, zur Zeit wird der Beruf aber hauptsächlich von Männern ausgeübt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "DrechslerIn", dem der Beruf "DrechslerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

DrechslerIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Holz und Kunststoff verarbeitendes Gewerbe, Lohnschema für das Bildhauer-, Binder-, Bürsten- und Pinselmacher-, Drechsler-, Korb- und Möbelflechter- sowie Spielzeugherstellergewerbe (Arbeiter) 01.05.2017
Holz verarbeitende Industrie - Möbelindustrie (Arbeiter) 01.05.2017
DrechslerIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 5 5 3 5 5 3 0 3 3 3
weiblich 0 0 0 1 0 1 1 0 1 1
gesamt 5 5 3 6 5 4 1 3 4 4
Frauenanteil 0,0% 0,0% 0,0% 16,7% 0,0% 25,0% 100,0% 0,0% 25,0% 25,0%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
DrechslerIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Fassbinder/in nein
Tischler/in nein
Tischlereitechniker/in - Produktion nein
Wagner/in nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

Fachschule für Kunsthandwerk (Ausbildungszweig "Drechslerei, CNC- und Rotationstechnik"); Fachschule für Tischlerei; Höhere Lehranstalt für Innenraumgestaltung und Holztechnik (Ausbildungsschwerpunkte "Holztechnik" und "Innenraumgestaltung und Möbelbau"); Höhere Lehranstalt für Kunst und Design (Ausbildungszweig "Möbel-Raum-Design").
Als Weiterbildungsmöglichkeiten für DrechslerInnen bieten sich Kurse des Wirtschaftsförderungsinstitutes (WIFI) über die Bedienung von Holzbearbeitungsmaschinen, die Oberflächenbehandlung von Holz, sowie über diesbezügliche Umweltschutzmaßnahmen an.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem die Meisterschule für Tischler (1 Jahr), die Meisterschule für Drechsler (1 Jahr) oder die Meisterschule für Tischlerei und Raumgestaltung (2 Jahre).
In größeren Betrieben können DrechslerInnen zu WerkmeisterInnen aufsteigen.

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für DrechslerInnen in den Handwerken "Drechsler", "Binder" oder "Tischler" (Voraussetzung: Meisterprüfung) oder im Gewerbe "Wagner", das als "freies Gewerbe" eingestuft ist (kein Befähigungsnachweis erforderlich!). Weiters können DrechslerInnen folgendes Teilgewerbe (Voraussetzung: Lehrabschlussprüfung) ausüben: "Zusammenbau von Möbelbausätzen".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Holz (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Holz, Glas, Ton, Seite 82
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