BaumeisterIn

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe, Holz, Gebäudetechnik
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.010,- bis € 2.570,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

BaumeisterInnen sind die führenden Ansprechpersonen bei Bauvorhaben jeglicher Art und sorgen für den reibungslosen Ablauf bei der Bauausführung. Sie arbeiten sowohl bei Bauprojekten im Hochbau als auch im Tiefbau, wie z.B. im Wohnungs- und Bürobau, oder im Tunnel-, Straßen- und Brückenbau.

Ihr Aufgaben- und Verantwortungsbereich ist sehr vielfältig. Sie beraten ihre KundInnen bei Bauvorhaben, planen Bauten aller Art und erstellen dazu Entwürfe bis hin zu Einreichplänen für Behörden. Weiters sind BaumeisterInnen auch für die organisatorische und finanzielle Abwicklung von Bauprojekten verantwortlich und berechnen Baukosten sowie z.B. den zukünftigen Energieaufwand eines Gebäudes. Zudem leiten sie Bauprojekte und fungieren dabei als Schnittstelle zwischen AuftraggeberInnen, Zulieferbetrieben sowie Fach- und Hilfskräften.

BaumeisterInnen koordinieren die verschiedenen Bauphasen, achten auf die Einhaltung von Terminen und sorgen somit für die fristgerechte und schlüsselfertige Fertigstellung eines Bauvorhabens. Während der Bauausführung überwachen sie alle Bauarbeiten und prüfen die Qualität der geleisteten Arbeiten. BaumeisterInnen sind zudem im Rahmen des Baumeistergewerbes dazu befugt, verschiedene Bauarbeiten selbst durchzuführen, wie z.B. den Trockenausbau, Wärme- und Kältedämmungen oder Tiefbohrungen. BaumeisterInnen sind auch dazu berechtigt, ihre AuftraggeberInnen bei Behörden und Ämtern zu vertreten.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Baupläne konzipieren
  • Einsatz- und Arbeitspläne erstellen
  • Arbeits- und Materialkosten kalkulieren
  • Angebote und Rechnungen prüfen
  • Gutachten und Energieausweise erstellen
  • Bauausführung dokumentieren
  • Mit Baubehörden kommunizieren
  • Termine koordinieren
  • Besprechungen durchführen
  • Bauabrechnung erstellen

 

  • Bereitschaft, an unterschiedlichen Orten zu arbeiten
  • Durchsetzungsvermögen
  • Handwerkliche Geschicklichkeit
  • Interesse für Bau
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Technisches Verständnis
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Bauunternehmen
  • Ingenieurbüros
  • Architekturbüros
  • Konstruktionsbüros bei Planungsgesellschaften
  • Baubehörden und -ämter

Die österreichische Baubranche entwickelte sich bis zur COVID-19-Pandemie sehr positiv. Dieser Trend wurde jedoch durch die Corona-Maßnahmen stark unterbrochen. Viele Bauprojekte konnten nicht oder nur sehr eingeschränkt weitergeführt werden, sodass viele Bauunternehmen Kurzarbeit beantragten sowie Personal kündigen mussten. Auch wenn viele Unternehmen wieder mit einer positiven Entwicklung für das laufende Jahr rechnen, bestehen aufgrund der Corona-Krise weiterhin viele Unsicherheiten, sodass Prognosen zum Zeitpunkt des bauwirtschaftlichen Aufschwungs kaum möglich sind. Es wird erwartet, dass Bauprojekte im Bereich Infrastruktur, wie z.B. Straßenbau, weniger stark von der Krise betroffen sein werden als Bauvorhaben im privaten Bereich.

Im Baubereich herrscht ein zunehmender Mangel an Fachkräften, insbesondere auf der Führungsebene bzw. im Bereich der Bauleitung. BaumeisterInnen sind vielseitig einsetzbar und verfügen über hohe fachliche, baubetriebliche, bauwirtschaftliche und baurechtliche Kompetenzen. Die Berufsaussichten für BaumeisterInnen sind daher stabil. Im Baubereich kommen zunehmend digitale Programme zur zentralen Projektleitung und Konstruktion von Bauplänen zum Einsatz. Daher sind erweiterte Kenntnisse im Umgang mit Computerprogrammen wie BIM (Building Information Modeling) und CAD (Computer Aided Design) vorteilhaft. Weiters werden Themen wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Bau immer wichtiger, sodass zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen nachhaltiges und ökologisches Bauen zunehmend nachgefragt werden.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "BauleiterIn", dem der Beruf "BaumeisterIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Ausbildungen an Fachschulen und höheren technischen Lehranstalten, insbesondere für Bautechnik. Bautechnische Ausbildungen sind breit gefächert und umfassen neben Grundlagen in den Bereichen Hoch- und Tiefbau, Statik und Baukonstruktion auch Fächer wie Baumanagement, Baurecht, Projektmanagement, Bauplanung und Rechnungswesen. Zudem werden oftmals Kenntnisse im Umgang mit speziellen Computerprogrammen, wie z.B. Computer Aided Design (CAD) oder Building Information Modeling (BIM), vermittelt. Weiters werden praktische Erfahrungen an schuleigenen Werkstätten sowie im Rahmen von mehrwöchigen betrieblichen Pflichtpraktika erworben.

Ebenso bietet eine Lehre im bautechnischen Bereich eine Zugangsmöglichkeit.

Die Voraussetzungen und Anforderungen zur Ausübung dieses Berufs sind in der Befähigungsprüfung für das Baumeistergewerbe geregelt. Grundsätzlich gilt: Je höher der bereits vorhandene Schulabschluss, desto weniger Prüfungsstoff muss nachgeholt und desto weniger berufliche Erfahrung muss nachgewiesen werden. Nähere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten beispielsweise Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs und Universitäten, z.B. im Bereich Hoch- oder Tiefbau. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive.

Aus- und Weiterbildungsangebote im Baubereich bieten die Bauakademien, z.B. in Bereichen wie Arbeitssicherheit, Bauleitung, Baurecht, Bauphysik oder Projektmanagement.

Weiterbildungen zum Thema nachhaltiges und umweltfreundliches Bauen bzw. Sanieren bietet die Klimaschutzinitiative klimaaktiv des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Zudem können Weiterbildungen bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Bauingenieurwesen
  • Sanierungstechnik
  • Architektur
  • Baumanagement
  • Green Building
  • Bauökologie
  • Baurecht
  • Bauphysik
  • Baustellenkoordination
  • Energieausweis

 

Personen mit technischer Ausbildung und mehrjähriger Berufstätigkeit können den Berufstitel "IngenieurIn“ erwerben. Es handelt sich dabei um einen international vergleichbaren Bildungsabschluss, der seit Inkrafttreten des Ingenieurgesetzes 2017 als berufliche Qualifikation, entsprechend dem Bachelor-Niveau (NQR 6), anerkannt ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Verbands Österreichischer Ingenieure sowie auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

BaumeisterInnen sind bereits in einer leitenden Funktion tätig. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen mit entsprechender Weiterbildung z.B. in Bereichen wie Energieberatung, Gebäudesanierung, Bauökologie oder in der Ziviltechnik.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen des Rechtskraftgewerbes "BaumeisterIn" möglich. Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Bei Rechtskraftgewerben benötigt man zusätzlich die Genehmigung durch die Gewerbebehörde.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW).

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