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Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall

Berufsbereiche: Umwelt
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnung(en): Recycling- und EntsorgungstechnikerIn

Tätigkeitsmerkmale

Eines der wichtigsten Anliegen der heutigen Zeit ist der Natur- und Umweltschutz. Und eine der größten Gefahren für die Umwelt ist der Abfall, und zwar sowohl wegen der Menge als auch wegen der Beschaffenheit (Altöl, Lacke, Batterien, Kunststoffe, Elektronikschrott oder hochgiftige Produktionsabfälle). Es gibt daher heute eine große Anzahl von Gesetzen und Auflagen, die genau festlegen, wie die Abfallstoffe fachgerecht zu sammeln, zu behandeln und zu lagern sind (= Entsorgung). Aber es stecken auch viele wertvolle Rohstoffe im Abfall, die zurückgewonnen und wiederverwendet werden können (= Recycling von Metallen, Glas oder Papier). Abfallentsorgung und -recycling ist heute ein bedeutender Wirtschaftsbereich mit vielen Beschäftigten. Neben dem hier beschriebenen Lehrberuf gibt es auch den Ausbildungszweig "Abwasser" (siehe "Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abwasser").

Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall arbeiten in allen Bereichen der Abfallbewirtschaftung. Sie wirken bei der Sammlung der Abfälle und Reststoffe mit, führen Aufzeichnungen über die Art und Menge der angelieferten Stoffe und machen fallweise auch chemische Analysen im Labor. Sie klassifizieren die Materialien und legen die weitere Vorgangsweise zur fachgerechten Behandlung der Abfall- und Reststoffe fest (verschiedene Entsorgungs- oder Recyclingwege).

Sie entscheiden über die Abfallbereitstellung, die Abfallsammlung, die Abfallzwischenlagerung und den Abfalltransport. Dann nehmen sie die Behandlung der Abfallprodukte vor. Das geschieht chemisch, biologisch oder thermisch (durch Verbrennen). Dabei sind sie besonders im Umgang mit gefährlichen Abfällen geschult. In allen Phasen der Abfallbehandlung spielt die regelmäßige Kontrolle der Stoffe eine wichtige Rolle, wobei die Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall vor allem physikalisch-technische und chemische Untersuchungen durchführen. Bei all ihren Tätigkeiten achten sie auf die strenge Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienebestimmungen sowie aller sonstigen Auflagen (abfallwirtschaftliche, wasserrechtliche und einschlägige umweltschutzbezogene Vorschriften, Normen und technische Anleitungen).

Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall bedienen und steuern die abfalltechnischen Geräte, Maschinen und Anlagen (Elektromotoren, Verbrennungsmotoren, Gebläse, Verdichter, Pumpen usw.), wozu auch das Messen und Regeln bestimmter physikalischer Größen (Druck, Temperatur) gehört. Außerdem lesen Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall technische Zeichnungen und Skizzen und verfügen über entsprechende Kenntnisse in Mechanik, Elektrotechnik, Hydraulik und Pneumatik sowie über Aufbau und Wirkungsweise der Geräte, Maschinen und Anlagen. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Tätigkeit ist die Bedienung der Transport- und Hebe-Einrichtungen (Förderbänder, Krananlagen).Zusätzlich führen sie die erforderlichen Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Entsorgungs- und Wiederaufbereitungsanlagen durch. Sie schmieren die beweglichen Teile, füllen die Schmier- und Kühlflüssigkeit nach, bzw. tauschen sie aus, sie wechseln Verschleißteile. Sie behandeln einfache Werkstücke (Maschinen- und Geräteteile) mit verschiedenen Bearbeitungstechniken (z.B. Fügen, Trennen) und führen Tätigkeiten im Bereich des Montierens, Demontierens und Abdichtens durch.

Weitere wichtige Aufgaben sind die Kontrolle und Überwachung der Deponien und die Beratung der KundInnen.

Entsorgungs- und Recyclingfachleute verfügen auch über Kenntnisse im rechtlichen (Abfallgesetze, Umweltbestimmungen) und betriebswirtschaftlichen Bereich (sie planen und analysieren die betrieblichen Abläufe und führen Protokolle und Betriebstagebücher).

Eines der wichtigsten Anliegen der heutigen Zeit ist der Natur- und Umweltschutz. Und eine der größten Gefahren für die Umwelt ist der Abfall, und zwar sowohl wegen der Menge als auch wegen der Beschaffenheit (Altöl, Lacke, Batterien, Kunststoffe, Elektronikschrott oder hochgiftige Produktionsabfälle). Es gibt daher heute eine große Anzahl von Gesetzen und Auflagen, die genau festlegen, wie die Abfallstoffe fachgerecht zu sammeln, zu behandeln und zu lagern sind (= Entsorgung). Aber es stecken auch viele wertvolle Rohstoffe im Abfall, die zurückgewonnen und wiederverwendet werden können (= Recycling von Metallen, Glas oder Papier). Abfallentsorgung und -recycling ist heute ein bedeutender Wirtschaftsbereich mit vielen Beschäftigten. Neben dem hier beschriebenen Lehrberuf gibt es auch den Ausbildungszweig "Abwasser" (siehe "Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abwasser").

Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall arbeiten in allen Bereichen der Abfallbewirtschaftung. Sie wirken bei der Sammlung der Abfälle und Reststoffe mit, führen Aufzeichnungen über die Art und Menge der angelieferten Stoffe und machen fallweise auch chemische Analysen im Labor. Sie klassifizieren die Materialien und legen die weitere Vorgangsweise zur fachgerechten Behandlung der Abfall- und Reststoffe fest (verschiedene Entsorgungs- oder Recyclingwege).

Sie entscheiden über die Abfallbereitstellung, die Abfallsammlung, die Abfallzwischenlagerung und den Abfalltransport. Dann nehmen sie die Behandlung der Abfallprodukte vor. Das geschieht chemisch, biologisch oder thermisch (durch Verbrennen). Dabei sind sie besonders im Umgang mit gefährlichen Abfällen geschult. In allen Phasen der Abfallbehandlung spielt die regelmäßige Kontrolle der Stoffe eine wichtige Rolle, wobei die Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall vor allem physikalisch-technische und chemische Untersuchungen durchführen. Bei all ihren Tätigkeiten achten sie auf die strenge Einhaltung aller Sicherheits- und Hygie ...

Foto Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall
© AMS / Das Medienstudio
Foto Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall
© AMS / Das Medienstudio
Foto Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall
© AMS / Das Medienstudio
  • Kräftiger Körperbau: Wartungs- und Reparaturarbeiten, Arbeiten mit schweren Werkzeugen und Geräten
  • physische Ausdauer: Belastungen wie Verschmutzung, Maschinenlärm, auch Witterung bei Außenarbeiten
  • körperliche Wendigkeit: Arbeiten an schwer zugänglichen Maschinen- und Anlagenteilen
  • Handgeschicklichkeit: Bearbeiten von Metallteilen, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Maschinen/Anlagen, Installieren und Anschließen von Leitungen
  • Unempfindlichkeit der Haut: Verschmutzung bei Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Maschinen/Anlagen
  • technisches Verständnis: Einstellen/Steuern und Warten der Maschinen/Anlagen, Feststellen und Beheben von Maschinenstörungen
  • logisch-analytisches Denken: Durchführen physikalisch-technischer und chemischer Analysen an Abfallstoffen, Klassifizieren der Materialien und Festlegen der Behandlungsart
  • Reaktionsfähigkeit: Bedienen, Steuern und Überwachen der Maschinen/Anlagen, rasches Eingreifen bei Maschinenstörungen
  • generelle Lernfähigkeit: regelmäßiges Aneignen von Kenntnissen über neue technische und rechtliche Entwicklungen in der Abfallwirtschaft

Betriebe/Lehrbetriebe: Entsorgungs- und Recyclingfachleute im Bereich Abfall arbeiten in Entsorgungs- und Wiederaufbereitungsunternehmen, z.B. Müllabfuhr, Mülldeponien. Weiters sind sie in Recyclingunternehmen und in Betrieben mit eigenen Entsorgungs- und Wiederaufbereitungsanlagen beschäftigt.

Lehrstellensituation: Die Zahl der Lehrlinge ist gering und liegt in den letzten Jahren relativ konstant bei insgesamt knapp weniger als 20 Lehrlingen pro Jahr.

Unterschiede nach Geschlecht: Nur wenige Frauen entscheiden sich für den Lehrberuf Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau im Bereich Abfall. In den letzten Jahren lag der Anteil maximal bei einem Drittel aller Lehrlinge.

Berufsaussichten: Die Wichtigkeit der Entsorgungs- und Recyclingtechnik nimmt weiter zu und erhebliche Investitionen werden in diesem Bereich getätigt. Daher kann auch längerfristig von günstigen Berufsaussichten in diesem Bereich ausgegangen werden.

Beschäftigungsaussichten: Aufgrund der technischen Entwicklungen von Aufbereitungstechnologien und der Knappheit an Rohstoffen wird ein zunehmender Bedarf an entsprechend gut qualifizierten Fachkräften erwartet. In den kommenden Jahren wird die Beschäftigungszahl von Entsorgungs- und Recyclingfachleuten voraussichtlich leicht ansteigen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Entsorgungs- und RecyclingtechnikerIn", dem der Beruf "Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Beispiel: Chemische, Kunststoff verarbeitende und pharmazeutische Industrie (Arbeiter) 01.05.2018
Gemeinde WIEN (gemäß Dienstvorschrift für Lehrlinge); die angeführten Werte enthalten die monatliche Pauschalabgeltung für Nebengebühren (Gemeindebedienstete) 01.05.2018
Entsorgungs- und Recyclingfachmann/-frau - Abfall (inkl. Doppellehren)
In den angeführten Werten sind auch die Lehrlingszahlen des Vorläufer-Lehrberufs "Recycling- und EntsorgungstechnikerIn" enthalten!
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 18 11 14 14 14 10 11 16 11 13
weiblich 6 4 1 3 2 2 1 3 6 6
gesamt 24 15 15 17 16 12 12 19 17 19
Frauenanteil 25,0% 26,7% 6,7% 17,6% 12,5% 16,7% 8,3% 15,8% 35,3% 31,6%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich

Folgende berufsbildende Schulen bieten eine ähnliche Ausbildung wie der Lehrberuf:

z.B.: Höhere Lehranstalt für Maschineningenieurwesen (Ausbildungsschwerpunkte "Umwelttechnik" oder "Kunststoff- und Umwelttechnik"); Fachschule für Chemie, Ausbildungszweig "Biochemie und biochemische Technologie"; Höhere Lehranstalt für Chemie (Ausbildungsschwerpunkte "Technische Chemie - Umwelttechnik" oder "Biochemie, Bio- und Gentechnologie"); Höhere Lehranstalt für Chemie-Ingenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkt "Umwelttechnik"; Höhere Lehranstalt für Werkstoffingenieurwesen, Ausbildungsschwerpunkt "Kunststoff- und Umwelttechnik"; Höhere Lehranstalt für Betriebsmanagement (Ausbildungszweige "Qualitäts- und Umweltmanagement" oder "Textilchemie und Ökologie"); Höhere Lehranstalt für Bautechnik, Ausbildungsschwerpunkt "Umwelttechnik"; Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, Ausbildungsschwerpunkt "Umweltökonomie"; Höhere Lehranstalt für Umwelt und Wirtschaft.

Weiterführende Bildungsmöglichkeiten zur Erreichung höherer Bildungsabschlüsse bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs sind vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige mit den Fachrichtungen "Technische Chemie", "Technische Chemie und Umwelttechnik" oder "Maschinenbau" (2 Jahre, Abendunterricht) und eventuell auch die folgende zur Reife- und Diplomprüfung führende Schule: Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Chemie (Ausbildungsschwerpunkte "Biochemie und Biochemische Technologie", "Chemische Betriebstechnik", "Molekularbiologie und Gentechnologie", "Technische Chemie - Instrumentelle Analytik" und "Umwelttechnik - Umweltschutzmanagement"; 4 Jahre).

Weiterbildung: Weiterbildungsmöglichkeiten für Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall werden von den Abfallwirtschaftsunternehmen und einschlägigen Unternehmensverbänden (Verband österreichischer Entsorgungsbetriebe VÖEB) sowie von Weiterbildungseinrichtungen, vor allem vom Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) und vom Berufsförderungsinstitut (bfi), angeboten. Weiterbildung ist vor allem auf rechtlichem Gebiet (Umweltschutz- und Abfallwirtschaftsbestimmungen und -normen) sowie hinsichtlich neuer Methoden der Abfallbewirtschaftung und der Abfallbehandlung erforderlich. Mit entsprechender Weiterbildung können Entsorgungs- und Recyclingfachleute - Abfall auch die Berechtigung für eine Tätigkeit als Deponiewärter oder als Abfallbeauftragte in größeren Unternehmen erwerben; Kurse bieten das WIFI und das bfi an.

Selbstständige Berufsausübung:

Die Möglichkeit einer selbstständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für Entsorgungs- und Recyclingfachleute in folgenden freien Gewerben:

  • Sammeln und Behandeln von Abfällen und Abwässern
  • Abfallbeauftragte/Abfallbeauftragter
  • Abfallberatung, eingeschränkt auf die Erteilung von Informationen über Möglichkeiten der Vermeidung, Entsorgung und Lagerung von Abfällen sowie die Abwasserentsorgung und -reinigung unter Ausschluss der Erstellung von Abfallkonzepten

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich eine Anmeldung bei der Gewerbebehörde.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Chemie und Kunststoff, Seite 50
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Natur, Pflanzen, Tiere, Umwelt, Seite 112
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