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Arzt/Ärztin (Allgemeinmedizin)

Berufsbereiche: Gesundheit und Medizin
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Ärtztinnen und Ärzte führen körperliche Untersuchungen durch. Dazu gehört unter anderem das Abhören, Blutdruckmessen sowie Labortests, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen.

Aufgrund der Diagnose legen sie gemeinsam mit den PatientInnen vorbeugende und/oder therapeutische Maßnahmen fest. Falls nötig, überweisen sie PatientInnen zu Fachärzten und anderen GesundheitsdiensteanbieterInnen (z.B. Psycho- oder PhysiotherapeutInnen).

Manchmal ist die Zuweisung an Krankenhäuser, Ambulatorien oder anderen Gesundheitseinrichtungen notwendig. AllgemeinmedzinerInnen nehmen daher eine koordinatorische Schnittstellenfunktion zu anderen Institutionen innerhalb des Gesundheitswesens ein.

AllgemeinmedizinerInnen sind oft die erste Anlaufstelle für Erkrankte, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Art der Erkrankung. Besondere Bedeutung kommt AllgemeinmedizinerInnen daher in der Früherkennung von Erkrankungen, im Bereich der Gesundheitsvorsorge, -nachsorge und -förderung, in der Diagnose jeglicher Erkrankungen. Das beinhaltet auch Notfallmaßnahmen bei lebensbedrohlichen Krankheitszuständen und die allgemeinmedizinische Betreuung (chronisch) kranker Menschen.

AllgemeinmedizinerInnen führen auch Hausbesuche durch, wenn PatientInnen krankheitsbedingt nicht in der Lage sind, die Ordination aufzusuchen. Ärzte/Ärztinnen können sich auch zusätzlich auf verschiedene Sonderfächer spezialisieren.

Siehe auch Facharzt/Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie oder Facharzt/Fachärztin für Gerichtsmedizin.

Genauigkeit und Sorgfalt, hohes Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenzen (vor allem Empathievermögen), hohe Konzentrationsfähigkeit, interdisziplinäres Denken und gutes Sehvermögen. Als Ärztin/Arzt benötigt man die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten (Wochenende, Abend, Feiertage).

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

In Österreich arbeiten AllgemeinmedizinerInnen in der Regel freiberuflich in einer eigenen Ordination als Privat-, Kassen- oder Wahlarzt/Wahlärztin.

Eine weitere Möglichkeit der Berufsausübung ist die Tätigkeit als sogenannter "Wohnsitzarzt". WohnsitzärztInnen sind zur selbständigen Berufsausübung berechtigte ÄrztInnen, die weder in einem Anstellungsverhältnis tätig, noch eine eigene Ordination führen: Dazu zählen beispielsweise gutachterliche Tätigkeiten, Praxisvertretungen, Tätigkeiten als SchulmedizinerIn, Teilnahme an ärztlichen Notdiensten.

Für niedergelassene Ärztinnen/Ärzte ohne eine zusätzliche Beschäftigung im Rahmen eines Dienstverhältnisses – etwa in einem Spital oder Ambulatorium – gilt jedoch ein Kassenvertrag mit einem österreichischen Sozialversicherungsträger vielfach als wirtschaftliche Notwendigkeit. Die Wartezeit bei der Vergabe von Kassenverträgen ist aber je nach Region nicht unerheblich.

Jobbörsen bietet die Jobbörse für Ärzte der Wiener Ärztekammer unter www.aekwien.at. Freie Stellen für Ärzte/Ärztinnen im In- und Ausland unter www.arztjobs.at.

Im Grunde besteht ein drohender Ärztemangel. Die Gesamt-Dropout-Quote beträgt 38 Prozent. Das ist die Anzahl jener Absolventen, die nie in den Arztberuf einsteigen oder kurz danach wieder aussteigen oder in einem anderen Land praktizieren (vgl. Infos auf www.aerztekammer.at).

Ärztegesetz-Entwurf: Anstellung von Ärzten bei niedergelassenen Ärzten
Zurzeit ist eine Novelle des Ärztegesetzes in Begutachtung, die die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten bei niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen regeln soll. Darin soll gesetzlich festgeschrieben werden, dass künftig jede/r niedergelassene Ärztin oder Arzt eine Ärztin oder einen Arzt im Umfang eines Vollzeitäquivalents anstellen darf. Aktuelle Infos auf www.aekwien.at.

Der Zugang zu Kassenverträgen ist regionsabhängig unterschiedlich: Im städtischen Raum werden zwar mehr Kassenstellen ausgeschrieben, allerdings besteht erheblich stärkere Konkurrenz als im ländlichen Raum (LandärztInnen), wo mitunter ein Mangel an BewerberInnen vorherrscht.

Die Wartezeit bei der Vergabe von Kassenverträgen ist nicht unerheblich. Die Verträge werden nach ausgeschriebenen Planstellen der Reihe nach vergeben. Dabei kommt ein Punktesystem zum Tragen, das neben der Reihung (Wartezeit) beispielsweise auch Berufserfahrung und fachliche Qualifikation berücksichtigt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin", dem der Beruf "Arzt/Ärztin (Allgemeinmedizin)" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Seit Juni 2015 gilt die neue Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung. Diese findet sich im österreichischen Rechtssystem - RIS § 9.

Berufsbilder unterliegen grundsätzlich einen Wandel. Daher werden berufliche Aufgaben und Ausbildungsinhalte zeitweise optimiert. Für tagesaktuelle Infos bitte die Österr. Ärztekammer (ÖÄK) kontaktieren: www.aerztekammer.at.

Uni: Medizinische Universitäten Wien, Graz, Innsbruck: Diplomstudium Humanmedizin, Die Johannes Kepler Universität Linz bietet gemeinsam mit dem Kooperationspartner Medizinische Universität Graz das Studium der Humanmedizin im Bachelor/Master System an.

Privatuni: Paracelsus Medizinische Privatuniversität: Studium der Humanmedizin.

Während der Ausbildung ist das sog. Klinisch Praktische Jahr (KPJ) zu absolvieren. Das KPJ findet im 6. Studienjahr statt und umfasst eine praktische Ausbildung von 48 Wochen á 35 Wochenstunden, die im Spital absolviert werden. Infos über Ausbildungsplätze bietet z.B. der Wiener Krankenanstaltenverbund - KAV.

Die einzelnen Ausbildungsschritte müssen in Rasterzeugnissen dokumentiert werden. Infos zu Rasterzeugnissen, Sonderfächer und Spezialisierungen bietet die Österreichische Ärztekammer.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Verpflichtung zur Fortbildung ist im Ärztegesetz (ÄrzteG) verankert, Infos.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) bietet zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für ÄrztInnen in Form von Diplomen, Zertifikaten und CPD's (continuing professional development).

Außerdem besteht z.B. auch die Möglichkeit der Weiterbildung in Form von Universitäts- und Hochschullehrgängen, wie beispielsweise International Health Care Management, Interdisziplinäre Schmerzmedizin, Pflegemanagement, Public Health, Toxikologie, Traditionelle Chinesische Medizin etc.

Zudem bilden sich ÄrztInnen auch durch den Besuch von Symposien und Fachtagungen sowie durch das Studium von Literatur und Fachzeitschriften weiter.

Bei entsprechender Qualifikation (Fühhrungskompetenz) kann die klinische bzw. medizinische Leitung eines Krankenhauses oder einer Abteilung angestrebt werden. Auch der Bereich Forschung & Entwicklung, etwa im Bereich Krankheiten bei Menschen in ärmeren Ländern bietet Möglichkeiten. Beispiel: Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten und Forschung und Entwicklung, insbesondere in den Bereichen HIV/Aids, Tuberkulose u.a. Weitere Themen und Projekte, wie etwa die von Ärzte ohne Grenzen, spielen in der politischen Arbeit ebenfalls eine große Rolle.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Medizin (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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