Das Berufslexikon informiert über Aufgaben und Tätigkeiten in den Berufen, über Berufsanforderungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beschäftigungsmöglichkeiten, Berufsaussichten, Anfangseinkommen und vieles mehr.
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Dieser Beruf kann nur ausgeübt werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen wurde. Auch die beruflichen Tätigkeiten orientieren sich an den gesetzlich vorgegebenen Inhalten der Ausbildung.
Diplomierte KardiotechnikerInnen sind vor allem bei Operationen am offenen Herzen anwesend, wo sie für die künstliche Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes sorgen. Dazu bedienen sie kardiotechnische Geräte, wie z.B. Herzpumpen oder Herz-Lungen-Maschinen, die die Zirkulation des Herz-Kreislauf-Systems unterstützen und dadurch die Pumpleistung des Herzens sowie die Atemfunktion der Lunge aufrechterhalten. Zudem führen sie Perfusionen (Durchblutung von Organen) durch, um die Versorgung von Organen und Gewebe, wie z.B. Herzmuskelgewebe oder Blutgefäße, mit Blut oder Flüssigkeiten, sicherzustellen.
Die Haupttätigkeiten von diplomierten KardiotechnikerInnen sind die Bedienung und Überwachung der kardiotechnischen Geräte und Maschinen. Sie bereiten die Geräte für Operationen vor, schließen diese an die PatientInnen an und überwachen die Monitore. Weiters dokumentieren sie während des Eingriffs alle wichtigen medizinischen Werte, wie z.B. Herzfrequenz, Blutdruck, Puls oder Temperatur.
Diplomierte KardiotechnikerInnen warten die Geräte und Maschinen regelmäßig und führen Qualitätskontrollen durch. Bei Bedarf führen sie Reparaturen durch und sind auch für die technische Verbesserung zuständig. Teilweise arbeiten sie auch in der medizintechnischen Forschung mit. In Krankenhäusern arbeiten sie eng mit dem ärztlichen Personal, wie operierenden ÄrztInnen und AnästhesistInnen, zusammen.
Typischen Tätigkeiten sind z.B.:
Die Ausübung dieses Berufes darf erst nach Eintragung in die Kardiotechnikerliste ausgeübt werden. Eine Berufsausübung im kardiotechnischen Dienst darf nur im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu Trägern einer Krankenanstalt - also nicht freiberuflich - erfolgen.
Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Institutionen:
Bedingt durch den technologischen Fortschritt und die veränderten Anforderungen entstehen zunehmend neue Berufe sowie neue Berufsanforderungen im Gesundheitswesen. Die Forschung im Bereich der medizinisch-technischen Dienste gewinnt an Bedeutung, sodass in weiterer Folge ein leicht steigender Bedarf an medizinisch-technischen Dienstleistungen erwartet wird.
Aufgrund des bestehenden Trends zum sogenannten Klinik-Outsourcing erzeugen Serviceanbieter immer mehr Geräte und ganze Systeme für kardiotechnische Klinikdienstleistungen. Diese werden z.B. als Full-Service oder individuelle Leistung angeboten. Dazu werden erfahrene diplomierte KardiotechnikerInnen benötigt, die solche Maschinen und Systeme steuern können.
Diplomierte KardiotechnikerInnen arbeiten meist in Krankenanstalten und sind in diesen ein fester Bestandteil des OP-Teams. In der Regel werden diplomierte KardiotechnikerInnen nach Bedarf ausgebildet, z.B. infolge von Pensionierungen, sodass die Berufsaussichten stabil sind. Im medizinisch-technischen Forschungsbereich sind ein fundiertes wissenschaftliches Fachwissen sowie gute Englisch-Kenntnisse vorteilhaft.
Stellenangebote in "alle jobs" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):
Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular in "alle jobs". Im Formular können Sie dann noch weitere Filter setzen.
Das Kardiotechnikergesetz regelt Ausbildung, Berufsbild und Tätigkeitsfeld der diplomierten KardiotechnikerInnen österreichweit einheitlich. Der Beruf im kardiotechnischen Dienst darf in Österreich nur mit einem Diplom über eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung nach Maßgabe dieses Bundesgesetzes ausgeübt werden.
Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung sind:
Manche Studienrichtungen enthalten ebenfalls Module, die zur Anrechnung für die angeführte Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zurm/r Dipl. KardiotechnikerIn gelten können, z.B. Gesundheits- und Krankenpflege (BSc) oder Radiologietechnologie (BSc).
Die Ausbildung im kardiotechnischen Dienst erfolgt berufsbegleitend und dauert im Rahmen eines vollbeschäftigten Dienstverhältnisses in einer Krankenanstalt 18 Monate. Bei einer Teilzeitbeschäftigung ist die Ausbildungsdauer entsprechend länger. Sie ist durch ein genau definiertes Programm (Rasterzeugnis) festgelegt und umfasst 2400 Praxisstunden sowie 700 Stunden Theorie.
Die Ausbildung kann in Krankenanstalten, Universitätskliniken und Universitätsinstituten durchgeführt werden, die vom Gesundheitsministerium nach Anhörung des Kardiotechnikerbeirates als Ausbildungsstätten für die Kardiotechnik-Ausbildung anerkannt worden sind.
Weitere Informationen zur Ausbildung finden Sie auch auf der Website der Kardiotechnik Österreich sowie in der Kardiotechniker-Ausbildungsverordnung.