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OrthopädieschuhmacherIn

Berufsbereiche: Gesundheit und Medizin
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

OrthopädieschuhmacherInnen stellen orthopädische Heil- und Hilfsmittel für PatientInnen mit Fußbeschwerden her. Durch derartige Behelfe werden Beinlängenunterschiede, Fehlbelastungen, Lähmungen und Lähmungsfolgen, Versteifungen, Missbildungen, Wachstumsstörungen und fehlende Fußteile (z.B. Zehen) ausgeglichen.

Modernen Möglichkeiten zur Fußanalyse, wie Fußdruckmessung und Erstellung von orthopädischen Fußabdrücken mittels Computer (Scanner) und der Einsatz neuer Fertigungsverfahren (z.B. Computerfräsen) sowie moderner Passteile und Materialien erweitern und erneuern die Funktionalität von therapeutischem Schuhwerk und somit das Tätigkeitsprofil von OrthopädieschuhmacherInnen.

OrthopädieschuhmacherInnen fertigen orthopädische Schuhe, Innenschuhe (z.B. Beinverlängerungsprothesen, Fußteilprothesen, Schienbeinschalen, Fußheber, Lähmungsbandagen) und Maßeinlagen an. Bei kleineren Fußdeformationen nehmen sie orthopädische Zurichtungen an Konfektionsschuhen vor.

Ihre Haupttätigkeit ist die Herstellung orthopädischer Schuhe, für die sie zunächst eine fachärztliche Verordnung benötigen, auf der Angaben über das Fußleiden und die notwendigen orthopädieschuhtechnischen Maßnahmen angegeben sind. Um ein vollständiges Bild von der Behinderung zu erhalten, nehmen OrthopädieschuhmacherInnen zusätzlich eine Anamnese (Krankheitsgeschichte) auf und treffen dann die Vorbereitungen für die Schuhfertigung. Ihre Arbeit beginnt mit dem Abnehmen der Fußmaße, wonach sie eine Werkzeichnung anfertigen, in der die Einzelheiten festgelegt werden. Weiters fertigen sie ein Gipsmodell des Fußes an und gießen es mit flüssigem Kunstharz aus. Nachdem das Kunstharz fest geworden ist, schlagen sie den Gips ab und erhalten so ein Kunstharzmodell, das der Form und den Maßen des Fußes genau entspricht. Bei geringen Missbildungen werden statt des Kunstharzmodelles auch Holzleisten verwendet, die auf die entsprechenden Maße zugerichtet werden.

Nach der Fertigstellung des Leistens bzw. des Kunstharzmodells stellen die OrthopädieschuhmacherInnen die Kopieeinlage (Ausgleichsbettung) her. Diese gleicht die Deformation und die Funktionsstörung des Fußes im Wesentlichen aus und hält den Fuß in der korrigierten Form. Nach dem Kopieeinlagenmuster stellen sie die Brandsohle (Innensohle) her. OrthopädieschuhmacherInnen fertigen auch Schaftverstärker an, die dazu dienen, den Fuß in einem bestimmten Winkel zu halten. Nach der Brandsohleneinlage stellen sie die Zwischen- und Laufsohle her, in die sie eine Abrollhilfe einbauen können. Diese hat die Funktion, eine mangelnde Beweglichkeit des Fußes beim Abrollen auszugleichen. Bei der Anfertigung des Absatzes können OrthopädieschuhmacherInnen Seitenabweichungen im Aufbau von Fuß und Bein sowie Beinlängenunterschiede ausgleichen.

Das Schuhoberteil (Schaft) wird in der Regel nach Schnittmustern von den OberteilherrichterInnen hergestellt. Beim Zusammenbau von Schaft und Sohle (Bodenarbeit) heften die OrthopädieschuhmacherInnen die Brandsohle auf den Leisten und "zwicken" (formen, spannen und heften) das vorgefertigte Schuhoberteil über den Leisten. Sie kleben den Oberteileinschlag auf die Brandsohle und füllen die Unebenheiten mit Presskork aus ("Ausballen"). Die Zwischen- und die Laufsohle sowie den Absatz bringen sie durch Heften, Kleben oder Nageln an. Zuletzt schleifen sie die grobe Sohle und den Absatz ab ("Ausputzen") und färben sie.

Neben der Herstellung von orthopädischen Heil- und Hilfsmitteln führen OrthopädieschuhmacherInnen auch Reparaturen und Änderungen an den Behelfen durch. Weiters betreuen und beraten sie KundInnen im Verkaufslokal, in Spitälern, Rehabilitationszentren, Alters- und Behindertenheimen oder in deren Wohnungen. In einigen Betrieben werden zusätzlich zu den eigenen Erzeugnissen Gesundheitsschuhe und/oder orthopädisches Kleinzubehör (Zehenspreizer, Ballenpolster usw.) verkauft.

Die Tätigkeitsbereiche der OrthopädieschuhmacherInnen sind meist so aufgeteilt, dass Betriebsinhaber oder Werkstättenleiter für die Betreuung der KundInnen (Maßnehmen, Anfertigen eines Gipsabdruckes, Anprobe) sowie für die Herstellung des Leistens zuständig sind, während die verschiedenen Ausfertigungsarbeiten von den weiteren Beschäftigten des Betriebes durchgeführt werden. Im Schnitt wird pro FacharbeiterIn täglich ein Paar Schuhe angefertigt.
OrthopädieschuhmacherInnen stellen orthopädische Heil- und Hilfsmittel für PatientInnen mit Fußbeschwerden her. Durch derartige Behelfe werden Beinlängenunterschiede, Fehlbelastungen, Lähmungen und Lähmungsfolgen, Versteifungen, Missbildungen, Wachstumsstörungen und fehlende Fußteile (z.B. Zehen) ausgeglichen.

Modernen Möglichkeiten zur Fußanalyse, wie Fußdruckmessung und Erstellung von orthopädischen Fußabdrücken mittels Computer (Scanner) und der Einsatz neuer Fertigungsverfahren (z.B. Computerfräsen) sowie moderner Passteile und Materialien erweitern und erneuern die Funktionalität von therapeutischem Schuhwerk und somit das Tätigkeitsprofil von OrthopädieschuhmacherInnen.

OrthopädieschuhmacherInnen fertigen orthopädische Schuhe, Innenschuhe (z.B. Beinverlängerungsprothesen, Fußteilprothesen, Schienbeinschalen, Fußheber, Lähmungsbandagen) und Maßeinlagen an. Bei kleineren Fußdeformationen nehmen sie orthopädische Zurichtungen an Konfektionsschuhen vor.

Ihre Haupttätigkeit ist die Herstellung orthopädischer Schuhe, für die sie zunächst eine fachärztliche Verordnung benötigen, auf der Angaben über das Fußleiden und die notwendigen orthopädieschuhtechnischen Maßnahmen angegeben sind. Um ein vollständiges Bild von der Behinderung zu erhalten, nehmen OrthopädieschuhmacherInnen zusätzlich eine Anamnese (Krankheitsgeschichte) auf und treffen dann die Vorbereitungen für die Schuhfertigung. Ihre Arbeit beginnt mit dem Abnehmen der Fußmaße, wonach sie eine Werkzeichnung anfertigen, in der die Einzelheiten festgelegt werden. Weiters fertigen sie ein Gipsmodell des Fußes an und gießen es mit flüssigem Kunstharz aus. Nachdem das Kunstharz fest geworden ist, schlagen sie den Gips ab und erhalten so ein Kunstharzmodell, das der Form und den Maßen des Fußes genau entspricht. Bei geringen Missbildungen werden statt des Kunstharzmodelles auch Holzleisten verwendet, die auf die entsprechenden Maße zugerichtet werden.

Nach der Fertigstellung des Leistens bzw. des Kunstharzmodells stelle ...
  • Handgeschicklichkeit: Durchführen von Reparaturen und Änderungen, Heften, Zwicken, Kleben, Nageln, Schleifen
  • Fingerfertigkeit: Zuschneiden, Nähen, Zurichten des Leistens
  • Auge-Hand-Koordination: Einfädeln in Nadeln, Nageln
  • Sehvermögen: Maßnehmen, Anfertigen von Werkzeichnungen und Schnittmustern
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Kunstharzen, Klebstoffen, Chemikalien
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Anfertigen von Werkzeichnungen, Formen der Schuhe
  • Kontaktfähigkeit: Betreuen und Beraten der Kunden
  • Sprachfertigkeit mündlich: Betreuen und Beraten der Kunden
  • Selbständigkeit: Anfertigen des orthopädischen Schuhs vom Maßnehmen bis zur Endausfertigung
OrthopädieschuhmacherInnen arbeiten durchwegs in kleinen Gewerbebetrieben, die sich fast ausschließlich in größeren Städten und in Kurstädten befinden, da sie auf die Zusammenarbeit mit Fachärzten für Orthopädie und Krankenhäusern angewiesen sind. Eine industrielle Produktion orthopädischer Schuhe ist nicht möglich, da die Schuhe gemäß der jeweiligen Behinderung individuell angefertigt werden müssen.

Die Beschäftigungsaussichten für OrthopädieschuhmacherInnen sind gut, da die Betriebe Lehrlinge meist nur für den eigenen Fachkräftebedarf ausbilden und in der Regel weiterbeschäftigen. Allerdings ist es wegen der relativ geringen Zahl der Orthopädieschuhmacherbetriebe nicht leicht, eine Lehrstelle zu finden. Einige Lehrlinge absolvieren eine Doppellehre zusammen mit dem Lehrberuf "Einzelhandelskaufmann/-frau".

Der Frauenanteil in diesem Beruf steigt ständig. Mittlerweile erlernen fast schon genauso viele Mädchen wie Burschen diesen Lehrberuf.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "SchuhmacherIn", dem der Beruf "OrthopädieschuhmacherIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

OrthopädieschuhmacherIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Orthopädieschuhmachergewerbe (Arbeiter) 01.04.2016
Schuhindustrie (Arbeiter) 01.06.2017
OrthopädieschuhmacherIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 69 66 62 56 54 58 59 61 53 57
weiblich 67 58 60 51 45 47 36 38 35 42
gesamt 136 124 122 107 99 105 95 99 88 99
Frauenanteil 49,3% 46,8% 49,2% 47,7% 45,5% 44,8% 37,9% 38,4% 39,8% 42,4%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
OrthopädieschuhmacherIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Oberteilherrichter/in ja <
Schuhfertiger/in ja <
Schuhmacher/in ja <
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
< Die LAP im beschriebenen Lehrberuf ersetzt die LAP des verwandten Lehrberufs.
Kein Eintrag
Weiterbildungsmöglichkeiten für OrthopädieschuhmacherInnen bietet das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), das Meisterprüfungskurse für OrthopädieschuhmacherInnen veranstaltet. Weiters hält der Zentralverband für Orthopädieschuhtechnik laufend Seminare, Kurse und Vorträge über neue Arbeitstechniken und Materialien ab.

Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige für die Schuhindustrie (2 Jahre, Abendunterricht) in Spittal an der Drau (Kärnten).
OrthopädieschuhmacherInnen können zu VorarbeiterInnen, WerkstättenleiterInnen, GeschäftsführerInnen und MeisterInnen aufsteigen. Wegen der kleinbetrieblichen Struktur des Orthopädieschuhmachergewerbes sind die tatsächlichen Aufstiegsmöglichkeiten jedoch gering.

Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für OrthopädieschuhmacherInnen in den Handwerken "Orthopädieschuhmacher" oder "Schuhmacher" (Voraussetzung: Meisterprüfung). Weiters können OrthopädieschuhmacherInnen folgendes Teilgewerbe (Voraussetzung: Lehrabschlussprüfung) ausüben: "Instandsetzen von Schuhen".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Gesundheit, Fitness, Wellness (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Fundstelle: Technische Lehrberufe im Gesundheitsbereich, Seite 128
Gesundheit und Körperpflege (Folder)
Reihe: Jobchancen Lehre
Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Gesundheit und Körperpflege, Seite 70
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