Facharzt/-ärztin für Gerichtsmedizin

Berufsbereiche: Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 3.690,- bis € 4.840,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Dieser Beruf ist eine Spezialisierung des Berufs Facharzt/-ärztin. Weiterführende Informationen finden Sie in der Beschreibung von Facharzt/-ärztin (UNI/FH/PH).

Dieser Beruf kann nur ausgeübt werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen wurde. Auch die beruflichen Tätigkeiten orientieren sich an den gesetzlich vorgegebenen Inhalten der Ausbildung.

Tätigkeitsmerkmale

FachärztInnen für Gerichtsmedizin untersuchen, rekonstruieren und beurteilen natürliche und gewaltsame Todesfälle oder Körperverletzungen und arbeiten dabei eng mit polizeilichen ErmittlerInnen, ChemikerInnen und BiophysikerInnen zusammen. Sie führen gerichtlich angeordnete Obduktionen durch, wobei sie die Verstorbenen untersuchen und die Todesursache und den Todeszeitpunkt feststellen. Sie entnehmen Speichel-, Haar- und Blutproben und untersuchen diese. Sie führen außerdem DNA-Analysen durch, etwa zur Identitätsfeststellung oder zur Feststellung von strittigen Abstammungsverhältnissen, ebenso wie toxikologische Analysen, z.B. bei Drogenspuren. Außerdem analysieren sie Spuren, die bei Verbrechen am Tatort gefunden wurden.

FachärztInnen für Gerichtsmedizin untersuchen auch lebende, verletzte Personen, z.B. Opfer von Verkehrsunfällen oder Missbrauchsopfer. Sie verfassen medizinische Dokumentationen über die Ergebnisse, die vor Gericht ein wichtiges Mittel zur Beweisführung sind. Zudem treten sie vor Gerichten und Verwaltungsbehörden als Sachverständige auf.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Speichel-, Haar- und Blutproben entnehmen und analysieren
  • Spuren analysieren
  • DNA-Analysen durchführen
  • Verletzungen von Opfern untersuchen
  • Berichte verfassen
  • Auge-Hand-Koordination
  • Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten
  • Bereitschaft, in den Abendstunden zu arbeiten
  • Fingerfertigkeit
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Gesundheit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sinn für genaues Arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B.:

  • Gerichtsmedizinische Abteilungen
  • Rechtsmedizinische Institute
  • Krankenhäuser

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Facharzt/Fachärztin", dem der Beruf "Facharzt/-ärztin für Gerichtsmedizin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Grundlage für diesen Beruf bildet ein erfolgreich abgeschlossenes Studium der Humanmedizin. Daran anschließend müssen angehende FachärztInnen für Gerichtsmedizin eine 9-monatige Basisausbildung, den sogenannten Turnus, absolvieren. Dann folgen eine Sonderfach-Grundausbildung im Umfang von 36 Monaten sowie eine Sonderfach-Schwerpunktausbildung im Umfang von 27 Monaten. Die Facharztausbildung schließt mit der Facharztprüfung, die bei der Österreichischen Ärztekammer abgelegt werden muss.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Für FachärztInnen besteht eine Weiterbildungspflicht, die im Ärztegesetz, ÄrzteG § 49, verankert ist. Demnach müssen innerhalb von 5 Jahren 250 Fortbildungspunkte absolviert werden, z.B. in Form von Seminaren, Lehrgängen oder Kongressen. Weitere Informationen zur ärztlichen Fortbildungsverordnung finden Sie z.B. auf der Website der Österreichischen Akademie der Ärzte.

Weiterbildungen können beispielsweise bei der Österreichischen Akademie der Ärzte, an den medizinischen Universitäten und bei der Österreichischen Gesellschaft für Gerichtliche Medizin absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Laboranalyse und -methoden
  • Forensik 
  • Datensicherheit und Datenschutz 
  • Simulationstechnik 
  • Hygienemanagement  
  • Toxikologie 
  • Qualitätssicherung bei forensischen Untersuchungen

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