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Facharzt/Fachärztin - Sonderfach Gerichtsmedizin

Berufsbereiche: Gesundheit und Medizin
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.730,- bis € 4.840,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Gerichtsmedizin umfasst die Angewandte Medizin, Toxikologie, Serologie und Spurenkunde im Dienste der Gerichtsbarkeit, der öffentlichen Sicherheit und des Gesundheitswesens.

GeichtsmedizinerInnen führen die Untersuchung, Rekonstruktion, Beurteilung und Aufklärung im Zusammenhang mit natürlichen und gewaltsamen Todesfällen oder Körperverletzungen, Gesundheitsschädigungen und Verletzungsfolgen durch.

Weiters befassen sich GerichtsmedizinerInnen mit der Wirkung von Alkohol und Suchtgiften, Vergiftungen, Leichen und Leichenteilen zur Identitätsfeststellung, Sexualdelikten, Kindesmisshandlungen, strittigen Abstammungsverhältnissen, medizinischen Behandlungsfehlern, Spuren und Spurenbildern.

Zudem sind die mit der medizinisch-fachliche Bearbeitung von medizinisch-juristischen Fragen, insbesondere die Tätigkeit als SachverständigeR vor Gerichten und Verwaltungsbehörden betraut.

Interessante Tätigkeitsfelder ergeben sich in den Bereichen

  • Katastrophenmedizin: Identifikation von Gefahrenstoffen, Maßnahmen bei Massenvergiftungen
  • Verkehrsmedizin: Untersuchungen an Personen, Verkehrstauglichkeit, Biomechanik

 

GerichtsmedizinerInnen arbeiten in spezifischen Projekten mit BiophysikerInnen, ChemikerInnen, polizeilichen ErmittlerInnen und anderen Fachleuten zusammen.

Siehe auch Facharzt/Fachärztin für Pharmakologie und Toxikologie.

  • Genauigkeit und Sorgfalt
  • Hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Soziale Kompetenzen: Z.B. Empathievermögen
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Feinmotorisches Geschick
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten
  • Gute Beobachtungsgabe

 

In bestimmten Fachbereichen ist besonderes feinmotorisches Geschick und räumliches Vorstellungsvermögen nötig.

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

Die Berufsberechtigung gilt nur für das jeweilige Fach in der die Fachprüfung erfolgreich abgelegt wurde.

Ärztinnen und Ärzte arbeiten selbstständig oder in einem Dienstverhältnis in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens. Beispiele: in Ordinationen oder Gruppenpraxen, Krankenhäusern, Ambulatorien, Rehabilitations- oder Kuranstalt oder im Rettungswesen. MedizinerInnen können z.B. auch an Schulen, in der pharmazeutischen Industrie oder im Versicherungswesen tätig sein. Zudem können sie im Bereich Forschung und Lehre tätig sein.

Allgemein besteht ein drohender Ärztemangel. Die Gesamt-Dropout-Quote beträgt 38 Prozent. Das ist die Anzahl jener AbsolventInnen, die nie in den Arztberuf einsteigen oder kurz danach wieder aussteigen oder in einem anderen Land praktizieren (vgl. Infos auf www.aerztekammer.at).

Aus der Erkenntnis, dass Unterschiede im Stoffwechsel von Männern und Frauen bestehen und dass sich auch Krankheiten bei den Geschlechtern unterschiedlich manifestieren, werden Diagnose, Therapie und Medikation unter geschlechtsspezifischen Aspekten betrachtet. Fachleute mit entsprechender Grundausbildung erstellen hier auch Gender-Expertisen für das Gesundheitswesen/Public Health.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Facharzt/Fachärztin", dem der Beruf "Facharzt/Fachärztin - Sonderfach Gerichtsmedizin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Seit Juni 2015 gilt die neue Ärztinnen-/Ärzte-Ausbildungsordnung. Diese findet sich im österreichischen Rechtssystem - RIS § 6.

Die Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck bieten das Diplomstudium Humanmedizin. Die Johannes Kepler Universität Linz bietet gemeinsam mit dem Kooperationspartner Medizinische Universität Graz das Studium der Humanmedizin im Bachelor/Master System an.

Die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) in Salzburg und die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschafte bieten ebenso Studiengänge. Infos über die jährlichen Studiengebühren bieten die AnsprechpartnerInnen der Privatuniversitäten.

Während der Ausbildung ist das Klinisch Praktische Jahr (KPJ) zu absolvieren. Das KPJ findet im 6. Studienjahr statt und umfasst eine praktische Ausbildung von 48 Wochen, die im Spital absolviert werden. Infos über Ausbildungsplätze bietet z.B. der Wiener Krankenanstaltenverbund - KAV.

Die einzelnen Ausbildungsschritte müssen in Rasterzeugnissen dokumentiert werden. Infos zu Rasterzeugnissen, Sonderfächer und Spezialisierungen bietet die Österreichische Ärztekammer.

Berufsbilder unterliegen grundsätzlich einen Wandel. Daher werden berufliche Aufgaben und Ausbildungsinhalte zeitweise optimiert und gesetzlich neu geregelt. Für tagesaktuelle Infos bitte die Österr. Ärztekammer (ÖÄK) kontaktieren: www.aerztekammer.at.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Die Verpflichtung zur Fortbildung ist im Ärztegesetz (ÄrzteG) verankert, Infos. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) bietet zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten für ÄrztInnen in Form von Diplomen und Zertifikaten.

Außerdem besteht die Möglichkeit der Weiterbildung in Form von Hochschullehrgängen, etwa im Bereich Toxikologie oder Unfallforschung.

JKU Linz: Der Lehrgang Medizinrecht/Medical Law enthält verschiedene Pflichtfächer, wie z.B. "Krankenanstaltenrecht", "Strafrecht und Medizin", "Legal gender studies", akadem. Grad: Master of Laws (Medical Law) „LL.M.“

MedUni Wien: Forensische Wissenschaften (Master of Forensic Science). Zielgruppe: MedizinerInnen, NaturwissenschafterInnen, AnwärterInnen für allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige in Gesundheitsberufen.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Medizin (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
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