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PhysiotherapeutIn

Berufsbereiche: Gesundheit und Medizin
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Physiotherapie (früher: Krankengymnastik/Heilgymnastik) befasst sich mit der (Wieder)herstellung bzw. Verbesserung der Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers.

PhysiotherapeutInnen arbeiten mit Bewegung, genau gesagt mit Verfahren der Bewegungstherapie und der physikalischen Therapie nach ärztlicher Anordnung. Ihre Tätigkeit umfasst die Problemidentifizierung, Planung, Gestaltung und Umsetzung des physiotherapeutischen Prozesses. Physiotherapie wird als Therapie und Rehabilitation von ÄrztInnen verordnet und von PhysiotherapeutInnen eigenverantwortlich durchgeführt.

PhysiotherapeutInnen setzen verschiedenste bewegungstherapeutische Behandlungskonzepte und -techniken ein. Dazu gehören die Arten von Bewegungstherapie durch mechanotherapeutische Maßnahmen, wie spezielle Massagen, Reflexzonentherapien, Lymphdrainagen, auch Atemtherapie, Ultraschalltherapie und physikalische Zusatzmaßnahmen wie Thermotherapie, Elektrotherapie, Hydrotherapie u.a.

Im Rahmen der Vorsorgemedizin sind PhysiotherapeutInnen in der Gesundheitsberatung und -erziehung tätig, dies umfasst auch präventive Maßnahmen. Zudem sind PhysiotherapeutInnen für berufsspezifische Befundungsverfahren und der Mitwirkung bei elektrodiagnostischen Untersuchungen zuständig. (Aktuelle Infos: Physio Austria).

PhysiotherapeutInnen arbeiten zudem mit ÄrztInnen, ErgotherapeutInnen, OrthopädietechnikerInnen und LogopädInnen zusammen.

Fundierte Ausbildung (z.B. Biomechanik, Bewegungswissenschaften), vorklinische Grundlagen (z.B. Anatomie, Physiologie, Pathologie), klinische Grundlagen (z.B. Orthopädie, Neurologie), Freude am Umgang mit Menschen, soziale Kompetenzen, Geduld und Empathievermögen, Sorgfalt und ein hohes Verantwortungsbewusstsein, z.T. interkulturelle Kompetenz.

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

 

Die berufsmäßige Ausübung der Physiotherapie darf in Österreich nur nach Maßgabe des Bundesgesetzes erfolgen.

PhysiotherapeutInnen sind zur freiberuflichen Berufsausübung berechtigt.

Beschäftigungsmöglichkeiten finden sich in Krankenanstalten, Kuranstalten, Heilbäder, Rehabilitationsanstalten, ev. Sonderkindergärten, Zentren für bewegungsgestörte Kinder und Jugendliche, Instituten für physikalische Medizin sowie ärztlichen Ordinationen und (privaten) Praxen.

Zur berufsmäßigen Ausübung des physiotherapeutischen Dienstes ist berechtigt, wer

  • einen anerkannten Qualifikationsnachweis als Physiotherapeut/in hat
  • eigenberechtigt ist
  • die für die Erfüllung der Berufspflichten notwendige gesundheitliche Eignung und Vertrauenswürdigkeit besitzt
  • eine Ausbildung an einer FH (Bachelor) erfolgreich absolviert hat
  • über die für die Berufsausübung notwendigen Sprachkenntnisse verfügt
  • In das Gesundheitsberuferegister eingetragen ist (ab 1.1.2018)

 

Tagesaktuelle Infos bietet z.B. die Website der Physio Austria.

 

Je nach Interesse und Qualifikation kann eine Position im Bereich Bewegungsforschung bzw. Schmerzforschung angestrebt werden. Ein Beispiel ist das (neue) Gebiet der Fazienforschung; hier wird der Zusammenhang zwischen Faszien und Schmerz erforscht, etwa in Bezug auf Schmerztherapie, Leistungssport etc). Auch werden bereits die ersten bildgebenden Verfahren entwickelt, durch die die Faszien (Bindegewebe mitsamt Bändern und Sehnen) sichtbar dargestellt werden können.

Aufgrund der steigenden Anforderungen im Sport mit dessen verbundenen Nebendisziplinen (Biomechanik, Sport- und Bewegungstherapie, Trainingswissenschaft) ergibt sich ein Trend in Richtung Professionalisierung bzw. Spezialisierung, was zur Folge hat, dass sich laufend neue Berufsbilder herauskristallisieren und zusätzliches Beschäftigungspotenzial bieten können.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "PhysiotherapeutIn", dem der Beruf "PhysiotherapeutIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Dieser Beruf gehört in Österreich zu den gesetzlich geregelten Gesundheitsberufen bzw. zum gehobenen Medizinisch-Technischen Dienst (MTD); Infos im österreichischen Rechtsinformationssystem - RIS.

Voraussetzung für die Aufnahme in den Bachelor-Studiengang ist neben der Eignung: Erste-Hilfe-Kurs im Umfang von mind. 16 Stunden, Ärztliches Attest, Impfnachweis, Strafregisterbescheinigung. Nähere Infos bieten die Fachhochschulen.

FH: Physiotherapie (BSc).

Infos bietet auch die Broschüre Gesundheitsberufe in Österreich 2017, diese wird jährlich aktualisiert und ist auf der Website des Bundesministeriums für Frauen und Gesundheit abrufbar.

 

 

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten in der Regel die entsprechenden Berufsverbände an. Die Physio Austria bietet in Kooperation (Uni, FH) Masterprogramme an (siehe unten).

Universitäts- und Fachhochschullehrgänge sowie Lehrgänge universitären Charakters ermöglichen eine fachliche Vertiefung bzw. Erweiterung (z.B. Pädagogik für Gesundheitsberufe, Public Health, Clinical Research, u.v.m.), Schulungen gibt es darüber hinaus auch im Bereich Atemphysiotherapie (bei Atemwegs- und Lungenerkrankungen)

Masterprogramme in Kooperation mit der Physio Austria:

Advanced Integrative Health Studies (MSc, FH Campus Wien), Kardiorespiratorische Physiotherapie (MSc, MedUni Graz), Musculoskelettale Physiotherapie (MSc, Donauuniv. Krems).

Darüber hinaus gibt es weitere Lehrgänge, z.B. Psychomotorik (MA, Uni Wien), Sportphysiotherapie (MSc, Uni Salzburg), Kardiorespiratorische Physiotherapie Health Economics & Management (MA) am MCI Innsbruck.

Spezifische und tagesaktuelle Infos bietet auch die Website des Dachverbandes der gehobenen medizinisch-technischen Dienste Österreichs sowie die Physio Austria.

Aufstiegschancen bestehen z.B. in Leitungsfunktionen - auch im Gesundheitsmanagement.

Es werden verschiedene Sonderausbildungskurse für die Ausübung von Spezialaufgaben, Lehraufgaben und Führungsaufgaben angeboten. Die Physio Austria bietet Vorträge und Workshops zum Thema selbstständige Berufsausübung, Steuer, Versicherung, Finanzplanung etc.

Grundsätzlich ist die selbstständige Tätigkeit in der Sport- und Fitnessbranche möglich. Ein Beispiel ist die Gründung einer Praxis zur Gesundheitsvorsorge, gemeinsam mit einem/einer SportmedizinerIn bzw. SportwissenschaftlerIn.

Zudem können sie auch wissenschaftlich arbeiten oder in der Forschung und Entwicklung von Mobilitätshilfen und Home-Assistenzsystemen mitwirken. Es geht um innovative Lösungen unter Einbeziehung der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Unterstützung bewegungseingeschränkter bzw. chronisch kranker Personen verschiedenen Alters. In diesem Bereich können sich Fachleute aus dem Gesundheitsbereich, Informatik und Medizintechnik gemeinsam für Projekte in Forschung und Entwicklung AAL-Programme (Active and Assisted Living) engagieren.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Gesundheit, Fitness, Wellness (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Fundstelle: Medizinisch-technische Berufe, Seite 30
Fachhochschulstudiengänge (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Ausbildungsbereich "Gesundheit und Soziales"
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