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Forensischer Psychologe/Forensische Psychologin

Berufsbereiche: Soziales, Kinderpädagogik und Bildung / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.850,- bis € 3.130,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Die Forensische Psychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Gemeinsam mit der Kriminalpsychologie ist sie zugleich ein Teilbereich der Rechtspsychologie.

Die Forensische Psychologie setzt Methoden in Gerichtsverfahren ein. PsychologInnen versuchen, Probleme des Rechtswesens durch den Einsatz psychologischer Theorien und Methoden zu lösen. So könnnen sie auch weitere Erkenntnisse gewinnen.

Forensische Psychologinnen/Psychologen beschäftigen sich mit geistigen, sozialen sowie psychischen Ursachen der Verbrechensentstehung und Verbrechensdurchführung. Sie befassen sich zudem mit der Schuldfähigkeit von Angeklagten, der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen und der Beweisführung vor Gericht.

Zu den Aufgaben gehört unter anderen das erstellen Gutachten in Pflegschaftsverfahren zu Kindeswohlgefährdung, Behandlung und Rehabilitation von StraftäterInnen, Entlassungsprognosen von Häftlingen, Begutachtung zur Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen.

Forschend befassen sich Psychologen/Psychologinnen hier mit der Untersuchung von Ursachen und Motiven, welche zu kriminellem Verhalten führen. Hauptbereiche sind die Kriminalprognostik und die Erforschung von psychosozialen und psychopathologischen Bedingungen kriminellen Handelns.

Beim sogenannten Profiling erstellen sie gemeinsam mit KriminologInnen und KriminaltechnikerInnen Täterprofile und Tatortprofile aufgrund einer zuvor durchgeführten Fallanalyse (Tatrekonstruktion). So können sie umfassende Informationen bündeln um ermittlungsunterstützende Hinweise zu erarbeiten.

Die Kriminalpsychologie widmet sich der Kriminalprävention und der Behandlung von Straftätern. Zudem wird erforscht, wie Kriminalität entsteht und wie Kriminalität unter Zuhilfenahme psychologischer Verfahren aufgedeckt werden kann.

Siehe auch den Kernberuf Psychologie.

  • Analytisches Denkvermögen
  • Soziale Kompetenzen: Geduld, Empathievermögen
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Mobilitätsbereitschaft (Tatortbesichtigung)
  • Breitschaft zur regelmäßigen Weiterbildung

 

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

Berufsmöglichkeiten bestehen vorwiegend bei Justiz- und Exekutivbehörden, in forensischen Abteilungen von Kliniken, bei der Kriminalpolizei oder in Forschung und Lehre.

PsychologInnen können zudem auch in der Unternehmensberatung, in der Erwachsenenbildung, in der öffentlichen Verwaltung, bei Interessenvertretungen, in Verbänden und Organisationen Beschäftigung finden.

Die Österr. Akademie für Psychologie AAP führt auf ihrer Website eine Jobbörse.

Wichtige Aufgabenbereiche der Rechtspsychologie: Erstellung von Gutachten, sei es im Außerstreitverfahren (Pflegschaftsverfahren zur Kindeswohlgefährdung, Obsorge und Besuchsregelungen) oder im Bereich des Strafrechts (Bewertung der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen, Beurteilung der Schuldfähigkeit von Personen).

Die Kriminalpsychologie widmet sich der Kriminalprävention und der Behandlung von Straftätern. Zudem wird erforscht, wie Kriminalität entsteht und wie man Kriminalität unter Zuhilfenahme psychologischer Verfahren aufdecken kann.

Forschungsprojekte gibt es etwa im Zusammenhang mit kriminellem Verhalten, psychosoziale und psychopathologische Gegebenheiten, die kriminelles Handeln bedingen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe, Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin", dem der Beruf "Forensischer Psychologe/Forensische Psychologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Für die Tätigkeit als Psychologin/Psychologe ist ein Diplom- oder Masterabschluss (300 ECTS) Voraussetzung. Informationen zur Berufsausbildung, Berufsausübung und zur Führung der Berufsbezeichnung "Psychologin" bzw. "Psychologe" stehen im Psychologengesetz 2013.

Forensische PsychologInnen verfügen über ein abgeschlossenes Diplom- oder Masterstudium mit Spezialisierung in Forensischer Psychologie oder Rechtspsychologie. Die Profiling-Ausbildung wird üblicherweise polizeiintern absolviert.

Infos über spezifische Angebote für die Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung in Österreich bietet auch der Berufsverband der österreichischen PsychologInnen - BÖP.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es gibt Fort- und Weiterbildungsprogramme in Form von Universitätslehrgängen, Kursen, Seminaren, z.B. in den Bereichen Mediation & Konfliktmanagement, Supervision, Coaching & Organisationsentwicklung, Aussagespsychologie – Bewertung der Glaubhaftigkeit, Psychologie in der Polizeiarbeit, Umgang mit Gewaltopfern und sekundäre Traumatisierung, Psychotraumatologie und Resilienz.

Seminare: "Latenz in Kommunikation und Beziehung", "Forensisch-psychologische Begutachtung". "Polizei- und Gerichtspsychologie"an der Universität Zürich, Forensische Psychiatrie (Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe).

Die Johannes Kepler Universität Linz (JKU) führt ein Zentrum für Kriminologie und Rechtspsychologie.

Akademien (Weiterbildung für PsychologInnen):
Forensische Psychologie/Gerichtspsychologie (BÖP), Weiterbildungslehrgänge im Bereich Rechtspsychologie und Kriminalpsychologie bietet auch die Österreichische Akademie für Psychologie AAP.

Masterstudium: Forensische Wissenschaften (Master of Forensic Science), MedUni Wien. Zielgruppe: NaturwissenschafterInnen, MedizinerInnen, AnwärterInnen für allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige in Gesundheitsberufen.

Masterstudien werden auch in Deutschland angeboten: Z.B. Rechtspsychologie (SRH Hochschule Heidelberg).

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kultur- und Humanwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Psychologie
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