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Frühförderer/Frühförderin

Berufsbereiche: Soziales, Kinderpädagogik und Bildung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.210,- bis € 2.260,- * Arbeitsmarkttrend: stark steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Frühförderung war früher ein pädagogisches Konzept zur frühestmöglichen, ganzheitlichen Förderung entwicklungsverzögerter, behinderter oder von Behinderung bedrohter Kinder sowie der Begleitung, Beratung und Unterstützung von deren Familien.

Frühförderung umfasst aber auch die pädagogische Arbeit mit Kindern ohne Behinderungen, z.B. im Bereich der Anbahnung von Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens und im Erkennen und Fördern besonderer Begabungen.

FrühförderInnen beschäftigen sich mit der Feststellung und der therapeutischen Hilfestellung von Entwicklungsstörungen bei Babys und Kleinkindern bis zu Eintritt in den Kindergarten oder Schuleintrit.

Ziel der Frühförderung ist die Erweiterung der individuellen Erlebnis-, Gestaltungs- und Handlungsmöglichkeiten des Kindes, durch Förderung seiner Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung seines individuellen Entwicklungsstandes aus ganzheitlicher Sicht.

Nach der ärztlichen Diagnose einer Behinderung oder drohenden Behinderung bzw. ab Feststellung einer Entwicklungsstörung, kommen FrühförderInnen oft in den Haushalt der betroffenen Familie, wo sie sich intensiv mit der Förderung der Fähigkeiten eines Kindes auseinander setzen.

(Vgl. Berufsverband für Frühförderung, 2018).

Freude am Umgang mit Menschen, soziale Kompetenzen, gutes Auftreten, Kontaktfreude, Empathievermögen, Geduld, Kreativität, gute Allgemeinbildung, psychische Stabilität, gutes sprachliches Ausdrucksvermögen, Diskretion (Schweigepflicht).

Regelmäßige Fortbildungen, Literaturstudium sowie Supervision sind wesentliche Voraussetzungen zur Ausübung dieses Berufes.

Zur individuellen Begleitung betreuen FrühförderInnen die Kinder im häuslichen Umfeld, auch in Kindergärten, Horten und Krabbelstuben.

Ergänzend kann Frühförderung auch ambulant in therapeutischen Einrichtungen, im Rahmen der Begleitung zur Therapie oder ärztlichen Untersuchungen sowie zur Übergabe in die nächste betreuende Einrichtung erfolgen.

Leistungen der Frühförderung werden z.B. in Beratungsstellen, Frühförderstellen, Sozialpädiatrischen Zentren, Kindergärten und freien Praxen (der Ergotherapie, Heilpädagogik, Lerntherapie, Logopädie) erbracht.

Heil- und SonderpädagogInnen sind an Rehabilitationszentren, in Wohn- und Arbeitsstätten für Personen mit Behinderung und in heilpädagogischen Abteilungen von Krankenhäusern tätig.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Elementarpädagoge/-pädagogin", dem der Beruf "Frühförderer/Frühförderin " zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Derzeit ist der Beruf „Frühförderin“ bzw. „Frühförderer“ ist ähnlich wie der Beruf „Lerntherapeut/in“ staatlich nicht geregelt (Stand: 2018). Genau genommen handelt es sich um eine Tätigkeitsbeschreibung, deren inhaltliche Ausfüllung von der persönlichen Grundqualifikation und von der jeweiligen Zusatzausbildung abhängig ist.

Entwicklungsauffälligkeiten hingegen darf jede/r erkennen. Als medizinische Diagnose dürfen Entwicklungsstörungen ausschließlich von MedizinerInnen, PsychotherapeutInnen oder HeilpraktikerInnen diagnostiziert und bescheinigt werden.

Voraussetzung für die Befähigung als FrühförderIn ist eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die Ausbildung kann im Rahmen einer der folgenden drei Ausbildungsmöglichkeiten absolviert werden:

  • Sonderkindergartenpädagogin (unter Berücksichtigung der fehlenden Inhalte zur Elternarbeit)
  • Interdisziplinäre Frühförderin
  • Studium der Sonder-/Heilpädagogik

 

Z.B. Universitätslehrgang Interdisziplinäre Frühförderung und Familienbegleitung.

Für die Betreuung von Kindern, die primär sehgeschädigt sind, sind speziell geschulte FrühförderInnen notwendig.

Eine berufliche Praxis von mindestens 2 Jahren in der Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern sowie ein Mindestalter von 25 Jahren, sowie eine persönliche Eignung sollten nachweisbar sein (vgl. Berufsverband für Frühförderung, 2018).

Seit 2018 erfolgt die Ausbildung in der Kinderpädagogik an Pädagogischen Hochschulen. Der Bachelorstudiengang nennt sich "Elementarpädagogik" und wird inzwischen an den meisten Pädagogischen Hochschulen angeboten.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten z.B. Bereiche wie Projektmanagement, Sozialmanagement, Medienpädagogik oder Politische Pädagogik.

Pädagogische Hochschulen bieten Lehrgänge an: Z.B. Freizeitpädagogik, Gestaltpädagogik, Funktionaler Bewegungscoach, Massage und fernöstliche Behandlungsmethoden. Infos bietet unter anderem das Online-Handbuch.

An Universitäten werden unterschiedliche Studien angeboten: Z.B. Interdisziplinäre FrühförderIn (Akademisch geprüft. FrühfördererIn und FamilienbegleiterIn, Medizinische Universität Graz), Sozial- und Integrationspädagogik.

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