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Dipl. KardiotechnikerIn

Berufsbereiche: Gesundheit und Medizin / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.370,- bis € 2.520,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Kardiotechnik liegt an der Schnittstelle von medizinischem Fachwissen und Ingenieurskunst. KardiotechnikerInnen sind vor allem bei Operationen am offenen Herzen anwesend, wo sie für die künstliche Aufrechterhaltung des Blutkreislaufes sorgen.

Die Tätigkeit von KardiotechnikerInnen umfaßt die eigenverantwortliche Durchführung der extrakorporalen (außerhalb des Körpers befindlichen) Zirkulation zur Herz-Kreislaufunterstützung sowie der Perfusion* und damit zusammenhängende Tätigkeiten. Vgl: Kardiotechnikergesetz §3 (1).

Bei der Zirkulation wird das Blut vom Patienten aus dem intrakorporalen (körperinneren) Kreislauf in ein extrakorporales System, z.B. in eine Herz-Lungen-Maschine oder in ein Dialysegerät für die Nierenfunktion, umgeleitet. Somit kann die Funktion eines oder mehrerer Organe temporär ersetzt werden. Hierzu werden KardiotechnikerInnen benötigt, die solche Maschinen und Systeme einsetzen, steuern und überwachen.

Zusammenfassung der wichtigsten Tätigkeiten: 

  • Organisation, Vorbereitung und Durchführung der extrakorporalen Zirkulation
  • Organisation, Vorbereitung und Durchführung von Perfusionen*
  • Eigenverantwortliche Betreuung der berufsspezifischen Geräte
  • Funktionskontrolle der entsprechenden Geräte und Maschinen
  • Dokumentation aller Tätigkeiten
  • Mitarbeit in der Forschung (z.B. Biosignale und Messtechnik)
  • Unterweisung von Auszubildenden
  • u.v.a.

 

KardiotechnikerInnen arbeiten eng mit AnästhesistInnen zusammen.

 

*Perfusion: Durchblutung von Organen, also der Durchfluss von Flüssigkeiten durch Organe bzw. Gewebe, wie Herzmuskelgewebe und Blutgefäße (z.B. Herzkranzgefäße).

Vertrauenswürdigkeit! Umsichtigkeit, eigenverantwortliche und sorgfältige Arbeitsweise, feinhandwerkliches Geschick, hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenz (Teamarbeit), Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten (Schichtdienst), Unempfindlichkeit gegenüber Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.

Im Beruf herrscht Verschwiegenheitspflicht. Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

Die Ausübung dieses Berufes darf erst nach Eintragung in die Kardiotechnikerliste ausgeübt werden. Eine Berufsausübung im kardiotechnischen Dienst darf nur im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu Trägern einer Krankenanstalt (also nicht freiberuflich) erfolgen. Tagesaktuelle rechtliche Infos bitte beim österreichischen Rechtsinformationssystem - RIS. einholen.

KardiotechnikerInnen arbeiten in herzchirurgischen Abteilungen von Krankenhäusern, in Arztpraxen oder kardiologischen Labors, bei Herstellern von medizintechnischen Geräten in medizinisch-wissenschaftliche Instituten und in Forschungseinrichtungen.

Aufgabenfelder ergeben sich zudem bei der Betreuung von Herzunterstützungssystemen (Kunstherz), beim Einsatz von Telemanipulationssystemen, CAS (Computer Assisted Surgery) - Ccomputerassistierte Chirurgie und Operations-Robotern.

In Deutschland gibt es etwa 100 000 Operationen am offenen Herzen im Jahr und 500 KardiotechnikerInnen. Die Kardiotechnik hat sich dort in letzter Zeit zu einem Einsatzgebiet für Bachelorabsolventen mit biomedizinischem oder biomedizintechnischem Schwerpunkt entwickelt. KardiotechnikerInnen sind verstärkt fester Bestandteil des OP-Teams. Der Anteil an AkademikerInnen steigt dabei tendentiell ährlich.

Bedingt durch den technologischen Fortschritt und den veränderten Anforderungen entstehen allgemein zunehmend neue Berufe im Gesundheitswesen. In Österreich gibt es jährlich zwischen 800 und 1000 Herzoperationen pro 1.000.000 Einwohner (laut Ögfkt). Das sind bis zu etwa 8700 Herzoperationen (derzeit mehr als 8.7 Mill. Einwohner).

Möglicherweise wird Ausbildung als "KardiotechnikerIn" in Zukunft an einer Fachhochschule oder einem universitären Lehrgang angegliedert. Es wurde bereits über eine neue Ausbildungsvariante - etwa die Errichtung einer eigenen Schule - diskutiert.

Diese Idee wurde hierzulande jedoch bisher nicht aufgegriffen, da die Umsetzung in der Praxis aufgrund der geringen Anzahl - ein bis maximal drei neue KardiotechnikerInnen/Jahr in Österreich - den Aufwand zurzeit noch nicht rechtfertigen würde (Stand: 2017).

Allerdings erzeugen Serviceanbieter im Bereich Kardiotechnik für immer mehr Geräte und ganze Systeme für kardiotechnische Klinikdienstleistungen (Klinik-Outsourcing). Der Trend zur Auslagerung von kardiotechnischen Klinikdienstleistungen wird z.B. als Full-Service oder individuelle Leistung angeboten. Dazu werden allerdings erfahrene KardiotechnikerInnen benötigt, die solche Maschinen und Systeme steuern.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Dipl. KardiotechnikerIn", dem der Beruf "Dipl. KardiotechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Der Beruf Kardiotechniker/in darf in Österreich nur nach Maßgabe des Bundesgesetzes ausgeübt werden. Als Qualifikationsnachweis gilt ein Diplom über eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung nach den Bestimmungen dieses Bundesgesetzes. Berufsbezeichnung: Diplomierte Kardiotechnikerin bzw. Diplomierter Kardiotechniker.

Die Ausbildung im kardiotechnischen Dienst ist eine berufsbegleitende Ausbildung - für die Dauer von 18 Monaten - im Rahmen eines vollbeschäftigten Dienstverhältnisses zu einer Krankenanstalt (bei Teilzeitbeschäftigung entsprechend länger).

Als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung zurm/r KardiotechnikerIn ist entweder eine Berufsberechtigung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege mit Sonderausbildungskurs für Anästhesie- oder Intensivpflege, oder ein Diplom im radiologisch - technischen Dienst oder ein Diplom im medizinisch - technischen Laboratoriumsdienst oder ein entsprechender in Österreich anerkannter Qualifikationsnachweis notwendig. Vgl. Kardiotechniker-Gesetz § 20 und § 25 auf https://www.ris.bka.gv.at - Tagesaktuelle Infos bitte beim österr. Rechtsinformationssystem einholen!

Danach beginnt die eigentliche kardiotechnische Ausbildung. In dieser Zeit haben die Auszubildenden ein genau definiertes Programm. Nachweis im Rasterzeugnus(http://www.kardiotechnik.at) zu durchlaufen (2400 Praxisstunden, 700 Std. theoretischer Teil), wobei hier Stunden aus eventuell vorherigen Ausbildungen noch nicht mitgerechnet sind.

Quellen: Österr. Gesellschaft für Kardiotechnik-abgrufen im August 2018, URL: http://www.kardiotechnik.at sowie die Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz.

Infos bietet auch die Broschüre "Gesundheitsberufe in Österreich", diese ist in der aktualisierten Versionaktualisiert und ist auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz abrufbar, URL: https://www.bmgf.gv.at

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Manche Studienrichtungen enthalten ebenfalls Module, die zur Anrechnung für oben angeführte Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung zurm/r KardiotechnikerIn gelten können:

FH: Z.B. Gesundheits- und Krankenpflege (BSc) inklusive Diplom Gesundheits- und Krankenschwester bzw. -pfleger (DGKS/DGKP); Radiologietechnologie (BSc).

Nähere Infos bieten die AnsprechpartnerInnen der Studienanbieter!

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Sinnvolle Qualifizierungsgebiete sind: Medizintechnik, Angewandte Physik, Strahlenschutz, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Informationstechnologie, Sensortechnik, Signalverarbeitung, Biomedizintechnik etc.

Universitätslehrgänge und Lehrgänge universitären Charakters ermöglichen eine fachliche Vertiefung bzw. Erweiterung, z.B. Health Assisting Engineering (MSc, Campus Wien), Applied Image and Signal Processing mit div. Schwerpunkten, z.B. Medical Imaging (DI, FH Salzburg).

Darüber stehen aber auch diverse Kurzlehrgänge oder Zertifizierungen bei verschiedensten Bildungseinrichtungen zur Verfügung (z.B. Lehrgang zum/r zertifizierten Medizinprodukteberater/in).

Spezialisierung kann sich auf die Weiterentwicklung von Herz-Lungen-Maschinen und anderen Überwachungs- und Behandlungs-Apparaturen der Intensivmedizin (z.B. Herz-Ersatzsysteme) erstrecken.

Derzeit sind in Österreich rund 40 ausgebildete diplomierte KardiotechnikerInnen beschäftigt.

Der kardiotechnische Dienst darf nur im Rahmen eines Dienstverhältnisses zu Trägern einer Krankenanstalt erfolgen und kann nicht freiberuflich ausgeübt werden.

KardiotechnikerInnen sind auch im Bereich der Notfall-Medizin und in der Transplantationsmedizin tätig. Sie können sich zusätzlich auf die Mitarbeit in der Forschung und die Unterweisung von Auszubildenden (z.B. in Deutschland) spezialisieren. Je nach Interessse und Engagement können sie eine Position im Klinischen Risikomanagement anstreben.

Weiters beinhaltet die Kardiotechnik folgende Sachgebiete: allgemeine Kardiotechnik, spezielle Anatomie, spezielle Physiologie, spezielle Pathologie, spezielle Pathophysiologie, spezielle Pharmakologie, Hygiene, Anästhesie, Intensivbehandlung, spezielle Chirurgie, spezielle Hämatologie, fachspezifische Technologien und Gerätekunde, Biomaterialkunde, Biosignale und Messtechnik.

(abgerufen von der Website der Österr. Gesellschaft für Kardiotechnik, URL: http://www.kardiotechnik).

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