KatholischeR PfarrerIn

Berufsbereiche: Soziales, Kinderpädagogik und Bildung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.540,- bis € 2.570,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

PfarrerInnen begleiten bei Taufen, Trauungen oder Begräbnissen und bereiten den Gottesdienst vor. Zu Arbeit eines Priesters zählt die Seelsorge, die Verkündigung der Religionsinhalte, das Spenden der Sakramente und die Abhaltung der Liturgie. Priester setzen sich mit dem sozialen Leben in der Gemeinde auseinander und versuchen, die Gemeindemitglieder zu einem den christlichen Grundsätzen entsprechenden sozialen Handeln zu motivieren.

Die Leitung einer Pfarre erfordert auch Geschick in wirtschaftlichen und organisatorischen Bereichen. Denn auch Verwaltungsagenden wie die Aufteilung der zur Verfügung stehenden Geldmittel gehören zu ihrem Aufgabenbereich. Sie sind auch für die Instandhaltung der Kirche und der religiösen Kulturgegenstände zuständig.

Siehe auch die Berufe SozialforscherIn und SozialgerontologIn.

Das Studium Theologie sind sehr anspruchsvoll. Neben Bibelkunde, Kirchenrecht und Philosophie gehören drei Sprachen, nämlich Hebräisch, Altgriechisch und Latein zur Ausbildung.

Der Tagesablauf ist oft mit rascher Abfolge geprägt (Religionsunterricht, Gespräche mit Vertretern der Kommune, Beerdigung, Telefongespräche verschiedenen Inhaltes, Konfirmandenunterricht oder Hausbesuche und Vorbereitung. Dazu sind neben Text- und Sprachkompetenz auch analytischen Fähigkeiten sowie Belastbarkeit und Eigenverantwortlichkeit nötig.

Die Arbeit in der Seelsorge setzt eine gute Menschenkenntnis, Empathiefähigkeit, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit voraus.

Eine Anstellung in der Kirche erfolgt üblicherweise als Pfarrer/in. Für Berufe in der Kirche (Schule und Pastoral) gelten die verpflichtenden Anstellungsbedingungen der einzelnen Diözesen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, in Schulen, Universitäten, Krankenhäusern, Gefängnissen, in der Notfallseelsorge oder der therapeutischen Begleitung zu arbeiten.

TheologInnen als QuereinsteigerInnen beliebt

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil werden seelsorgliche Aufgaben vermehrt von LaientheologInnen übernommen. Die österreichische Bischofskonferenz hat die Anstellungsbedingungen für einen kirchlichen Beruf formuliert. Dazu sind nach/neben dem Theologiestudium diözesane Ausbildungsprogramme an den Studienorten geschaffen.

Die im Studium erworbenen Kompetenzen befähigen TheologInnen, sich schnell in fremde Kontexte einzuarbeiten. Die Fähigkeit zum Analysieren lässt sich auch außerhalb der Theologie anwenden, z.B. bei Problemen der Wirtschaftsinformatik. In anderen Fachbereichen und Systemen sind TheologInnen daher oft als QuereinsteigerInnen beliebt.

Mit einer zusätzlichen nichttheologischen Qualifikation wie etwa Sozialmanagement, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Heimleiterqualifikation, Erwachsenenbildung oder Öffentlichkeitsarbeit wird das Spektrum deutlich größer (vgl. https://stefanhund/Berufsperspektiven.pdf, S.28).

Zunehmend werden „Freie Theologische Praxen“ eröffnet. Zu den Dienstleistungen zählen neben allgemeinen seelsorgerliche Angeboten auch Passage-Riten, Sterbe- und Trauerbegleitung. Als Dienstleister übernehmen sie etwa für Pfarrgemeinden diverse Ausarbeitungen sowie die Planung und Durchführung von Gemeindeveranstaltungen und Freizeiten. Als UnternehmensethikerIn können sie z.B. in der Industrie, in Chemieunternehmen oder im Rahmen der Industrie 4.0 tätig sein.

Die Altersstruktur bei den Männerorden: 27 Prozent sind über 75 Jahre alt, 18 Prozent zwischen 65 und 75, 40 Prozent zwischen 40 und 65 und 15 Prozent sind jünger als 40. Stichtag für die Statistik war der 31. Dezember 2017.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "GeistlicheR", dem der Beruf "KatholischeR PfarrerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Studierende, deren Berufsziel eine Anstellung im kirchlichen Bereich, z.B. als Pfarrer, ist, sollten am besten zu Beginn ihres Studiums, mit der Ausbildungsleitung der jeweiligen Heimatdiözese Kontakt aufnehmen. So können sie sich beizeiten über die Anstellungsbedingungen und das Ausbildungsprogramm informieren.

Katholische Theologie wird an verschiedenen Universitäten angeboten: Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien sowie in Kirchlichen Pädagogischen Hochschulen.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es werden Masterstudien und Doktoratsstudien angeboten: Z.B. Masterstudium Theologische Spezialisierung - Advanced Theological Studies; Ethik für Schule und Beruf oder Religionswissenschaft.

AbsolventInnen können sich in einem interdisziplinären Gebiet der Theologie vertiefen z.B. Religionsphilosophie, Medizinethik oder Fragen des Religionenrechts.

Der Studienabschluss mit Bachelor und Master of Education befähigt zur Erteilung des Religionsunterrichts. Die neuen Lehramtsstudien ermöglichen vielfältige Qualifikationen.

Um nach dem Theologiestudium als Priester geweiht zu werden, muss unter anderem (oft parallel zum Studium) das vierjährige Priesterseminar besucht werden. Mit der Aufnahme in das Priesterseminar startet die Ausbildung zum Priester, die das einjährige Propädeutikum mit einem sechswöchigen Sozialpraktikum beinhaltet. Weitere Infos bietet z.B. das Informationsportal der Kirche Salzburg: www.kirchen.net

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen entsprechend der kirchlichen Hierarchie, in den anderen kirchlichen Arbeitsfeldern entsprechend der jeweils geltenden Organisationsschemata (z.B. Abteilungsleitung, Management).

Bei entsprechendem Engagement können Pfarrer als Propst (lat: präpositus), also als Vorgesetzte tätig sein. Als Probst bekleidet man ein besonderes Leitungsamt und arbeitet in einer Hauptkirche, meistens in einer größeren Stiftskirche. Allerdings gibt es Varianten in der evangelischen und der katholischen Kirche. Für ein Amt im Ausland ist ein längeres Praktikum - während oder nach dem Studium - im gewünschten Gastland vorteilhaft.

Eine selbstständige Tätigkeit im Beratungs- und Schulungsbereich ist möglich, etwa in einer Kommunikationsagentur oder als UnternehmensberaterIn. Üblicherweise ist dazu eine weitere Qualifikation oder Berufserfahrung neben oder nach dem Theologiestudium erforderlich.

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