Kinderdorfmutter/-vater

Berufsbereiche: Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.470,- bis € 1.890,- * Arbeitsmarkttrend: stark steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Kinderdörfer sind soziale Einrichtungen, die Kindern und Jugendlichen, deren leibliche Familie sich aus unterschiedlichen Gründen nicht um sie kümmern kann oder darf, eine langfristige und familiennahe Betreuung ermöglichen. Neben Wohngruppen bieten Kinderdörfer meist auch Therapie-, Förder- und Freizeitangebote, die durch PädagogInnen begleitet werden. Kinderdorfmütter und -väter leben in solchen Kinderdörfern gemeinsam mit 5 bis 7 Kindern sowie manchmal auch mit ihrem/ihrer PartnerIn und eigenen Kindern in Wohnhäusern zusammen.

Neben Tätigkeiten in der Haushaltsführung, wie z.B. Einkaufen, Kochen, Putzen und Wäsche waschen, sind Kinderdorfmütter und -väter vor allem für die Betreuung, Pflege und Erziehung der Kinder verantwortlich. Sie versuchen, zu den Kindern eine vertrauensvolle und konstante Beziehung aufzubauen und ihnen trotz ihrer oft schwierigen familiären Situation ein harmonisches und sicheres Umfeld zu bieten. Sie helfen den Kindern und Jugendlichen bei den Hausübungen, spielen mit ihnen, lesen ihnen vor und stehen ihnen bei etwaigen Problemen durch professionelle pädagogische Unterstützung zur Seite.

Kinderdorfmütter und -väter übernehmen grundsätzlich stellvertretend jegliche Aufgaben der leiblichen Eltern und werden somit zu einer wichtigen Bezugsperson. Sie kümmern sich um die Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, organisieren Freizeitangebote, unternehmen Ausflüge und fahren mit den ihnen anvertrauten Kindern in den Urlaub.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Bezugsperson für die Kinder sein
  • Haushalt führen
  • Essen zubereiten
  • Bei den Hausübungen unterstützen
  • Mit den Kindern spielen
  • Freizeitaktivitäten planen und durchführen
  • Tagesstrukturierung und Erlebenswelten schaffen
  • Natur- und erlebnispädagogische Impulse setzen
  • Betreuung dokumentieren
  • Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten
  • Didaktische Fähigkeiten
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Soziales
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Physische Ausdauer
  • Psychische Belastbarkeit
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten vor allem Kinderdorfeinrichtungen, wie z.B. SOS-Kinderdorf oder Pro Juventute.
 

Der Sozialbereich ist stark durch Einsparungen geprägt. Hinzu kommt, dass die Löhne in diesem Sektor vergleichsweise gering sind und die fachlichen Herausforderungen steigen. In manchen Sozialberufen sind unregelmäßige Arbeitszeiten üblich. Österreichweit besteht eine verstärkte Nachfrage nach Personal in der Kinderbetreuung.

Die Berufsaussichten für Kinderdorfmütter und Kinderdorfväter sind gut. Der Bedarf richtet sich nach der Anzahl der Familien im Kinderdorf. Viele Kinderdorfeltern arbeiten bis zu ihrer Pensionierung im Kinderdorf. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, nur eine Generation an Kindern zu begleiten.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "KinderbetreuerIn", dem der Beruf "Kinderdorfmutter/-vater" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bieten Ausbildungen an Bildungsanstalten für Elementarpädagogik oder für Sozialpädagogik. Voraussetzungen für eine elementar- oder sozialpädagogische Ausbildung sind der positive Abschluss der 8. Schulstufe sowie eine erfolgreich absolvierte Eignungsprüfung in den Bereichen Musik, Kommunikation, bildnerische Erziehung sowie körperliche Gewandtheit und Belastbarkeit. An diesen Schulen werden neben den allgemeinbildenden Fächern auch Inhalte wie Didaktik, (Sonder-/Heil-)Pädagogik, Musik oder Werken unterrichtet. Zudem beinhaltet die Ausbildung Pflichtpraktika, die sich in der Anzahl und Dauer je nach Schultyp unterscheiden.

Voraussetzung für eine Tätigkeit als Kinderdorfmutter/Kinderdorfvater im SOS-Kinderdorf sind unter anderem eine abgeschlossene (sozial)pädagogische Ausbildung, ein Nachweis über die physische und psychische Belastbarkeit sowie die Bereitschaft, im SOS-Kinderdorf zu leben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von SOS Kinderdorf.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten beispielsweise Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs und Universitäten, z.B. im Bereich Sozialpädagogik. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive.

Weiterbildungen können bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Elementarpädagogik
  • Frühförderung
  • Psychologie
  • Soziale Arbeit
  • Sozialmanagement
  • Konfliktmanagement
  • Motivationsförderung
  • Interkulturelle Kompetenz

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen vor allem in der Leitung von Kinderdörfern. Zudem ermöglichen entsprechende Weiterbildungen Entwicklungsmöglichkeiten in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit oder im Sozialmanagement.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen des freien Gewerbes "Beaufsichtigung von Kindern ohne Verfolgung erzieherischer Zwecke" möglich. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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