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OberteilherrichterIn

Berufsbereiche: Textil, Mode und Leder
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

OberteilherrichterInnen fertigen Schuhoberteile aus Leder oder Kunststoff nach Maß oder in Serie an.

OberteilherrichterInnen wählen zunächst das zu bearbeitende Material (Leder oder Kunststoff) nach Farbe und Qualität aus. Danach strecken und ziehen sie das zur Herstellung der Schuhe verwendete Obermaterial, um Materialfehler (Risse, Schnitte usw.) feststellen zu können. Sie übertragen die Schnitteile (Zuschneidemuster aus Pappe) auf das Ober- und das Futtermaterial und schneiden beides zu. Das Futter, das der Formgebung und Festigung des Schuhes bzw. als Warmfutter dient, wird an den Obermaterialteilen festgeklebt. Im Anschluss daran flachen OberteilherrichterInnen die Kanten der Obermaterialteile an der Schärfmaschine ab ("schärfen") und schlagen die Kanten des Obermaterials händisch oder an der Buggmaschine um ("buggen"). Sie nähen die einzelnen Schuhteile an der Steppmaschine zusammen und nähen oder kleben Bänder an, damit die Nähte beim Tragen der Schuhe nicht drücken. Zum Schluss bringen sie Ziernähte, Verschlüsse oder Accessoires (Schnallen, Kettchen usw.) an, setzen Nieten und Ösen ein und geben die fertigen Schuhoberteile für die Ausführung der Bodenarbeit (= Verbindung des Oberteils mit der Innen- und Laufsohle) weiter.

Die Art der Tätigkeit, die OberteilherrichterInnen ausüben, ist in Industrie- und Gewerbebetrieben sehr unterschiedlich. In den Industriebetrieben erfolgt die Herstellung der Schuhoberteile nur in Serienfertigung. Die einzelnen Arbeitsschritte der Fertigung sind auf mehrere OberteilherrichterInnen aufgeteilt, die jeweils an einer bestimmten Maschine eine bestimmte Tätigkeit (Zuschneiden, Schärfen, Buggen, Steppen usw.) ausführen. In den meist kleinen Gewerbebetrieben werden hingegen nur wenige Maschinen eingesetzt. Außerdem werden sämtliche Arbeitsschritte der Fertigung von Schuhoberteilen von einer Arbeitskraft ausgeführt.

OberteilherrichterInnen in Gewerbebetrieben führen vor allem Maßanfertigungen durch, d.h. die Schnitte für die Schuhoberteile werden für die KundInnen individuell hergestellt. Die OberteilherrichterInnen erhalten von SchuhmacherInnen bzw. OrthopädieschuhmacherInnen die Fußmaße der KundInnen und eine Modellskizze. Nach den Maßen und der Modellskizze erstellen sie ein Schnittmuster, schneiden die Schnitteile aus und passen sie an den "Leisten" (ein dem Fuß des Kunden entsprechendes Modell aus Holz) an.
OberteilherrichterInnen fertigen Schuhoberteile aus Leder oder Kunststoff nach Maß oder in Serie an.

OberteilherrichterInnen wählen zunächst das zu bearbeitende Material (Leder oder Kunststoff) nach Farbe und Qualität aus. Danach strecken und ziehen sie das zur Herstellung der Schuhe verwendete Obermaterial, um Materialfehler (Risse, Schnitte usw.) feststellen zu können. Sie übertragen die Schnitteile (Zuschneidemuster aus Pappe) auf das Ober- und das Futtermaterial und schneiden beides zu. Das Futter, das der Formgebung und Festigung des Schuhes bzw. als Warmfutter dient, wird an den Obermaterialteilen festgeklebt. Im Anschluss daran flachen OberteilherrichterInnen die Kanten der Obermaterialteile an der Schärfmaschine ab ("schärfen") und schlagen die Kanten des Obermaterials händisch oder an der Buggmaschine um ("buggen"). Sie nähen die einzelnen Schuhteile an der Steppmaschine zusammen und nähen oder kleben Bänder an, damit die Nähte beim Tragen der Schuhe nicht drücken. Zum Schluss bringen sie Ziernähte, Verschlüsse oder Accessoires (Schnallen, Kettchen usw.) an, setzen Nieten und Ösen ein und geben die fertigen Schuhoberteile für die Ausführung der Bodenarbeit (= Verbindung des Oberteils mit der Innen- und Laufsohle) weiter.

Die Art der Tätigkeit, die OberteilherrichterInnen ausüben, ist in Industrie- und Gewerbebetrieben sehr unterschiedlich. In den Industriebetrieben erfolgt die Herstellung der Schuhoberteile nur in Serienfertigung. Die einzelnen Arbeitsschritte der Fertigung sind auf mehrere OberteilherrichterInnen aufgeteilt, die jeweils an einer bestimmten Maschine eine bestimmte Tätigkeit (Zuschneiden, Schärfen, Buggen, Steppen usw.) ausführen. In den meist kleinen Gewerbebetrieben werden hingegen nur wenige Maschinen eingesetzt. Außerdem werden sämtliche Arbeitsschritte der Fertigung von Schuhoberteilen von einer Arbeitskraft ausgeführt.

OberteilherrichterInnen in Gewerbebetrieben führen vor allem Maßanfertigungen durch, d.h. die Schnitte für die Schuhob ...
  • Handgeschicklichkeit: Zuschneiden, Einschlagen der geschärften Kanten, Steppen
  • Fingerfertigkeit: Anbringen von Nieten, Ösen usw.
  • Auge-Hand-Koordination: Einfädeln in Nadeln
  • Sehvermögen: Erkennen der Farbunterschiede bei der Lederauswahl, Erkennen von Materialfehlern, Steppen
  • Unempfindlichkeit der Haut: Arbeiten mit Klebstoffen
  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Anfertigen von Schnittmustern und Modellen
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Teamarbeit in Industriebetrieben
  • Selbständigkeit: Tätigkeit im Gewerbe
  • psychische Belastbarkeit: Akkordarbeit in Industriebetrieben
OberteilherrichterInnen sind vorwiegend in der Schuhindustrie und nur selten in gewerblichen Schuhmacher- oder Orthopädieschuhmacherbetrieben beschäftigt. Die größten Industriebetriebe befinden sich in der Steiermark, in Kärnten und in Oberösterreich; gewerbliche Betriebe sind vorwiegend in städtischen Gebieten angesiedelt.

Da im Schuhmachergewerbe Kleinbetriebe vorherrschen und in der industriellen Schuhproduktion hauptsächlich HilfsarbeiterInnen eingesetzt werden, besteht nur ein geringer Bedarf an Fachkräften. Rationalisierungsmaßnahmen und die teilweise Produktionsauslagerung in osteuropäische Betriebe führten darüber hinaus zu einem Beschäftigtenrückgang. Die Zahl der Lehrlinge sinkt kontinuierlich.

Der Beruf wird überwiegend von Frauen ausgeübt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "SchuhmacherIn", dem der Beruf "OberteilherrichterIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:
In folgenden Bundesländern befinden sich Berufsschulen für den Lehrberuf:
Quelle: Berufsschulverzeichnis des BMB (Bundesministerium für Bildung)

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

OberteilherrichterIn
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Schuhmachergewerbe (Arbeiter) 01.04.2016
Schuhindustrie (Arbeiter) 01.06.2017
OberteilherrichterIn (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
männlich 1 3 3 1 1 1 0 0 0 1
weiblich 10 9 3 1 1 2 3 2 2 2
gesamt 11 12 6 2 2 3 3 2 2 3
Frauenanteil 90,9% 75,0% 50,0% 50,0% 50,0% 66,7% 100,0% 100,0% 100,0% 66,7%
Quelle: WKÖ - Wirtschaftskammer Österreich
OberteilherrichterIn
Verwandte Lehrberufe LAP-Ersatz *
Orthopädieschuhmacher/in ja >
Schuhfertiger/in nein
Schuhmacher/in nein
* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz
> Die LAP des verwandten Lehrberufs ersetzt die LAP im beschriebenen Lehrberuf
Kein Eintrag
Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) bietet Weiterbildungskurse (z.B. Vorbereitung auf die Meisterprüfung für Schuhmacher, Weiterbildungskurs für das Instandsetzen von Schuhen) an, die auch für OberteilherrichterInnen interessant sind.

Eine weiterführende Bildungsmöglichkeit zur Erreichung eines höheren Bildungsabschlusses bzw. zur Höherqualifizierung für AbsolventInnen dieses Lehrberufs, die in der Schuhindustrie tätig sind, ist vor allem die Werkmeisterschule für Berufstätige für die Schuhindustrie (2 Jahre, Abendunterricht) in Spittal an der Drau (Kärnten).
Für die im Gewerbe tätigen OberteilherrichterInnen gibt es wegen der kleinbetrieblichen Struktur keine innerbetrieblichen Aufstiegsmöglichkeiten. Für OberteilherrichterInnen, die in der Schuhindustrie beschäftigt sind, ist der Aufstieg zu ModelleurInnen (Entwurf von Schuhmodellen und Schnittmustern), VorarbeiterInnen, WerkmeisterInnen und AbteilungsleiterInnen möglich.

Die Möglichkeit einer selbständigen Berufsausübung (als GewerbeinhaberIn, PächterIn oder GeschäftsführerIn) besteht für OberteilherrichterInnen in den Handwerken "Orthopädieschuhmacher" oder "Schuhmacher" (Voraussetzung: Meisterprüfung). Weiters können OberteilherrichterInnen folgendes Teilgewerbe (Voraussetzung: Lehrabschlussprüfung) ausüben: "Instandsetzen von Schuhen".

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Textil, Mode, Leder, Seite 134
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