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SupervisorIn

Berufsbereiche: Soziales, Kinderpädagogik und Bildung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
∅ Einstiegsgehalt: ab € 2.380,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend

Hinweis

Was ist Supervision?

Die Österreichische Vereinigung für Supervision (ÖVS) versteht Supervision als professionelle Form der Beratung bei beruflichen Angelegenheiten und Herausforderungen von Einzelpersonen, Firmen und Organisationen.

Nicht zu verwechseln mit der Bezeichnung „Supervisor“ aus dem Englischen, was LeiterIn oder Aufsichtsperson bedeutet.

Tätigkeitsmerkmale

SupervisorInnen bieten eine spezifische Beratungsform die bei privaten oder beruflichen Angelegenheiten begleiten und unterstützen soll. Supervision wird für Einzelpersonen, Teams, Gruppen und ganze Organisationen angeboten.

Der Wirkungsbereich von SupervisorInnen ist Coaching und (Organisations)Beratung zur Bewältigung von schwierigen und herausfordernden Situationen im (Berufs)Alltag. Im Alltag entstehen manchmal Missverständnisse, Verletzungen, Verwirrungen und Konflikte. SupervisorInnen erörtern, dass jede/r einzelne Betroffene ein Teil eines Systems ist und geben Anregungen zur Entwicklung von Problemlösungen und zur Entscheidungsfindung.

SupervisorInnen reflektieren und klären Fragen zu Themen die sich aus den Anforderungen des Berufs ergeben. Anlässe sind oft herausfordernde oder belastende Arbeitssituationen oder Konflikte durch Veränderungsprozesse. SupervisorInnen beraten und unterstützen beim Klären von Zielen sowie beim Gestalten von Aufgaben, Funktionen und Rollen. Gemeinsam mit den Betroffenen erarbeiten sie zukünftige alternative Handlungsmöglichkeiten.

Das Ziel von Supervision im Unternehmen ist letztendlich die Weiterentwicklung der beruflichen Tätigkeit und der Handlungskompetenzen. Supervision kann zudem vorbeugend bei Problemen wie Burnout und Mobbing eingesetzt werden.

Bei der beraterischen Unterstützung in Form von Supervision oder Intervision können sie sich auf bestimmte Berufsgruppen spezialisieren, Z.B. Altenfachbetreuung, Pflegehilfe, pädagogische Fachkräfte, Familiencoaching, Organisationsentwicklung und Unternehmensführung.

 

 

Intervision: Kollegiale Beratung in einer kleineren Gruppe, die als Ergänzung zu Supervision eingesetzt werden kann.

Siehe auch:

Gutes sprachliches Ausdrucksvermögen und Kommunikationsgeschick, gutes Auftreten, Verantwortungsbewusstsein, Beratungskompetenz, Empathievermögen, psychische Stabilität, Geduld, Problemlösungskompetenz, Kreativität, gute Allgemeinbildung.

SupervisorInnen sind meistens selbstständig bzw. freiberuflich tätig.

SupervisorInnen werden von Unternehmen und Organisationen der unterschiedlichsten Branchen beauftragt, etwa von Banken, Wirtschaftsunternehmen oder Produktionsbetrieben. Supervision und Coaching werden als Beratungsmethoden oft für Träger sozialer Dienstleistungen eingesetzt.

Supervision kann in konfessionellen und privaten Trägereinrichtungen der Altenfachbetreuung eingesetzt werden. Auch MedizinerInnen, Pflegekräfte oder TrainerInnen, die für Deutsch als Fremdsprache unterrichten, konsultieren SupervisorInnen und Coaches. Unterstützungsbedarf besteht grundsätzlich auch bei LehrerInnen und KindergartenpädagogInnen im Rahmen der Inklusion von Kindern mit Behinderung.

Aufgabengebiete besten vor allem in Krankenhäusern, an Schulen und Bildungsinstituten, in Produktions- und Dienstleistungsunternehmen oder sozialen Institutionen, auch bei Non-Profit Unternehmen (z.B. Feuerwehr, Polizei, Militär).

Während die Anfänge von Supervision im medizinischen und sozialen Bereich liegen, hat sich Coaching in Europa von Beginn an im Management etabliert.

Supervision hat ihren Ursprung in Form des persönlichen Kontaktes im gleichen Raum. Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung, das Internet für Kommunikationszwecke zu nutzen, auch wegen der Anonymisierung und wegen der Kosten, nimmt das Angebot von E-Coaching ('electronic coaching') zu, etwa für Führungskräfte des Österreichischen Bundesheeres.

Supervision kann als Unterstützungsmöglichkeit für innovative Lösungen bei neuen Herausforderungen dienen.

Neue Arbeitsformen, technische Neuerungen am Arbeitsplatz und die unternehmensübergreifende Teamarbeit in interkulturellen Teams stellen zunehmend Herausforderungen dar. Solche Herausforderungen können mit klassischen Führungstools oft nur unzureichend gelöst werden.

In der Biotechnologiebranche sind so genannte „weiche“ Beratungsangebote, wie Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung erst ansatzweise vertreten. Hier könnten sich Fachleute engagieren und neue Tätigkeitsfelder erschließen.

Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass es zumindest bis vor einiger Zeit keine fundierten Antworten darauf gab, welchen Stellenwert Supervision im Bereich von Beratung österreichweit einnimmt (vgl. Website der Uni Wien, Institut für Bildungswissenschaft, URL: bildungswissenschaft.univie.ac.at).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Coach (m/w)", dem der Beruf "SupervisorIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Humanwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Studien können eine Basis für diese Funktion bilden: Z.B. Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Klinische Psychologie, Gesundheitspsychologie oder Psychotherapie. Zugangswege können auch andere Ausbildungen bieten, z.B. Soziologie, Theologie oder Rechtswissenschaften.

Allerdings sollten human- und sozialwissenschaftliche Inhalte in ausreichendem Maß als Elemente des Studiums oder in anderen Bildungsveranstaltungen nachgewiesen werden können (vgl. oevs.or.at, Detailinfo Zulassungsvoraussetzungen).

Beispiele für Masterprogramme: Master of Science in Supervision und Coaching (Uni Wien), Supervision, Coaching & Organisationsentwicklung (SFU), Supervision, Coaching und Mediation (Uni Salzburg).

Für die Funktion als SupervisorIn werden einschlägige Ausbildungen z.B. von der Vereinigung für Supervision und Coaching angeboten. Ein Mindestalter wird bei Antritt der Ausbildung vorausgesetzt (bisher gilt ein Mindestalter von 27 Jahren).

Tagesaktuelle Infos über die Zulassungsvoraussetzungen zur SupervisorInnenausbildung (Alter, welcher Bildungsabschluss anerkannt wird) bietet z.B. die Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching - ÖVS.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fortbildungsangebote, Universitäts- und Diplomlehrgänge sowie Weiterbildungsprogramme werden unter anderem von der ARGE und der Sigmund Freud Privatuniversität angeboten. Infos auch auf erwachsenenbildung.at. Beispiele:

Beratungswissenschaften–Management sozialer Systeme, Bildungs-, Berufsberatung & Bildungsmanagement, Psychotraumatologie & Resilienz, Psychotherapeutisches Propädeutikum, Unternehmensberatung, Training & Coaching, Transkulturelle Beratung & Migration, Eventmanagement & Eventmarketing, Leadership & Soziales Management, Digitale Beratung: Online beraten, Konflikt- & Mobbingberatung.

Zudem werden Workshops und Symposien geboten sowie der Diplomlehrgang Lebens- und Sozialberatung.

SupervisorInnen sind meistens selbstständig bzw. freiberuflich tätig. Sie können in Beratungsinstituten oder in Gemeinschaftspraxen, etwa gemeinsam mit PsychologInnen und ÄrztInnen tätig sein. Rechtliche Rahmenbedingungen von Supervision & Coaching in Europa: www.anse.eu.

Forschungsprojekte sind z.B. "Gender-Aspekte in der Supervision - Supervision in Frauen- und Männerberatungsstellen". Das Geschlecht des Supervisors, der Supervisorin wirkt im Supervisionsprozess. Unbewusste Wirkung zeigen sich auf der Erlebnis-, Gefühlsebene oder über geschlechtsbezogene Differenzierungen.

Eine freiberufliche Tätigkeit kann auch als WissenschaftsjournalistIn ausgeübt werden. Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes, z.B. in der Sprachberatung, PR-Beratung oder als WirtschaftsmoderatorIn.

Die selbstständige Ausübung im Bereich Personenberatung, Supervision und Coaching ist eine Gewerbeberechtigung nötig; Beispiel: für Lebens- und Sozialberatung (Psychologische Beratung). Ebenso gehört die Unternehmensberatung und Unternehmensorganisation zum reglementierten Gewerbe und ist an gesetzlich geregelte Voraussetzungen gebunden.

Siehe die aktuelle Unternehmensberatungs-Verordnung im österr. Rechtssystem - RIS und WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Soziales (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Fundstelle: Lebens- und Sozialberatung, Sozialarbeit und psychosoziale Dienstleistungen, Seite 84
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