Molekularbiologe/-biologin

Berufsbereiche: Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.520,- bis € 2.960,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

MolekularbiologInnen beschäftigen sich mit biologischen Prozessen auf der Ebene von Molekülen wie z.B. DNA, RNA, Enzymen oder Proteinen. Sie analysieren die Entstehung, Struktur und Funktion von Biomolekülen in Mikroorganismen, Zellen, Bakterien und Viren anhand verschiedener biochemischer und molekularbiologischer Methoden. Zudem untersuchen sie, wie z.B. DNA und RNA auf molekularer Ebene mit Proteinen interagieren.

In der wissenschaftlichen Forschung beschäftigen sich MolekularbiologInnen mit der molekularen und biochemischen Diagnostik und Analytik. Dabei untersuchen sie verschiedene biologische Prozesse des menschlichen Körpers, wie z.B. Stoffwechselprozesse, Verdauungsprozesse oder den Blutkreislauf, um neue Erkenntnisse über die Funktionen und Abläufe der Moleküle zu gewinnen. Im medizinischen Bereich untersuchen MolekularbiologInnen z.B. DNA zum Verständnis über die Entstehung von Krankheiten sowie zur Entwicklung und Optimierung von medizinischen Therapieansätzen. Weiters dienen ihre Forschungen der Entwicklung von Methoden und Konzepten zur Herstellung von Wirkstoffen und pharmazeutischen Produkten.

MolekularbiologInnen planen Experimente und Versuchsabläufe, führen Laboranalysen und -sequenzierungen durch, werten die Ergebnisse aus und schreiben Forschungsberichte und Gutachten. Sie führen verschiedene Analysen durch, wie z.B. DNA-, Blut- oder Proteinanalysen.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Molekularbiologische Analysen durchführen
  • Viren, Bakterien und Mikroorganismen analysieren
  • Forschungsprojekte planen und umsetzen
  • DNA-Sequenzierungen durchführen
  • Daten erheben und auswerten
  • Forschungsergebnisse interpretieren
  • Qualität von molekularmedizinischen Produkten kontrollieren
  • An Fachmessen und Kongressen teilnehmen
Siehe auch:
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Englischkenntnisse
  • Gutes Sehvermögen
  • Interesse für Chemie und Physik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Selbstständiges Arbeiten
  • Sinn für genaues Arbeiten
  • Sinn für Sauberkeit und Hygiene

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen z.B. in folgenden Unternehmen und Institutionen:

  • Forschungsinstitute
  • Universitäten
  • Fachhochschulen
  • Privatwirtschaftliche Labore
  • Betriebe der Pharmaindustrie
  • Unternehmen der Lebensmittelindustrie
  • Betriebe im Bereich Umwelttechnologie
  • Gewerbe- und Industriebetriebe im Bereich Biotechnologie
  • Krankenanstalten
  • Behörden

Die chemische Industrie zählt zu den größten Industriebranchen in Österreich. Sie umfasst auch Bereiche wie Kunststoffherstellung, pharmazeutische Produktion, Lebens- und Futtermittelerzeugung, die Herstellung von Kosmetik, Lack- und Anstrichmitteln sowie den Bereich Bauchemie. Trotz der Corona-Pandemie und Lieferengpässen sowie steigender Energie- und Rohstoffpreise ist die Branche stabil. Die Aussichten für die Chemiebranche werden vorsichtig optimistisch eingeschätzt.

Die Biotechnologie ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhundert, auch in Österreich wächst der Anteil an Unternehmen in diesem Bereich. Insbesondere in Wien hat sich ein Life Science Cluster gebildet, sowohl mit Betrieben in der Pharmaindustrie als auch Unternehmen im Bereich Biotechnologie. Durch die demografische Entwicklung, die Zunahme von chronischen Erkrankungen sowie die steigende Zahl an Mehrfacherkrankungen und den technischen Fortschritt steigt die Nachfrage an qualifizierten Fachpersonen im Bereich der Labor- und Funktionsdiagnostik. Die Berufsaussichten für MolekularbiologInnen sind gut, insbesondere ist die Nachfrage nach qualifizierten MolekularbiologInnen mit wissenschaftlichem Fachwissen hoch.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Molekularbiologe/-biologin", dem der Beruf "Molekularbiologe/-biologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden z.B. Bachelor- und Masterstudiengänge an Universitäten oder Fachhochschulen in den Bereichen Molekularbiologie, Biologie, Biomedizin, Biotechnologie oder Biomedizinische Analytik. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium zu absolvieren, in dem insbesondere vertiefte Kenntnisse des wissenschaftlichen Forschens in einem der genannten Bereiche erlangt werden und auf eine Laufbahn im wissenschaftlichen Bereich vorbereiten.

Ausbildungsinhalte von Bachelorstudien im Bereich Molekularbiologie sind z.B. Chemie, Physik, Biologie, Mikrobiologie, Zellbiologie, Molekularbiologie, Biochemie und Genetik. Im Rahmen von aufbauenden Masterstudien werden die Kompetenzen im jeweiligen Fachbereich nochmals vertieft und erweitert.

Voraussetzung für ein Studium ist die Hochschulreife, die entweder durch eine erfolgreich abgeschlossene Matura, eine Studienberechtigungsprüfung oder eine Berufsreifeprüfung erlangt werden kann. An Fachhochschulen ist es teilweise auch Personen ohne Hochschulreife möglich, ein Studium zu beginnen, sofern sie über eine einschlägige berufliche Qualifikation verfügen und Zusatzprüfungen in bestimmten Fächern ablegen.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen an Universitäten und Fachhochschulen z.B. in Form von Lehrgängen sowie Seminaren in Bereichen wie Biobanking, Medical Simulation, Medizinische Genetik, Medizinische Physik, Good Manufacturing Practice (GMP), Medizinprodukte und Good Documentation Practice (GDP).

Die Österreichische Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin bietet verschiedene Fortbildungen und Veranstaltungen zu fachspezifischen Themen an, z.B. Biomedizinische Analytik oder Hygiene.

Weiterbildungen können auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. in den Bereichen Datensicherheit, Qualitätsmanagement oder Projektmanagement.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. in der Leitung von Forschungsprojekten, als ProjektleiterIn, als LeiterIn von Forschungslaboren sowie als Projekt- oder QualitätsmanagerIn. Weiters besteht mit einer entsprechenden Weiterbildung die Möglichkeit, im wissenschaftlichen Bereich tätig zu sein, z.B. in der wissenschaftlichen Forschung oder als DozentIn an Hochschulen.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der Rechtskraftgewerbe "Chemische Laboratorien" oder "Herstellung von Arzneimitteln und Giften und Großhandel mit Arzneimitteln und Giften" möglich. Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Bei Rechtskraftgewerben benötigt man zusätzlich die Genehmigung durch die Gewerbebehörde.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW).

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