ChemikerIn - Anorganische Chemie

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.700,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

ChemikerInnen beschäftigen sich hier mit kohlenstofffreien oder kohlenstoffarmen Stoffen. Es geht unter anderem um die Untersuchung, Aufbereitung, Struktur und Reaktion von Metallen, Erzen, Gasen, Säuren, Salzen.

Weitere Vertiefungs- und Spezialisierungsmöglichkeiten in der Anorganischen Chemie bestehen z.B. in der Edelgaschemie. Die wichtigste Verwendung von Edelgasen* ist deren Einsatz als Schutzgas. Schutzgas wird häufig in der Verpackung von Lebensmitteln verwendet (um den Sauerstoff zu verdrängen). Lebensmittel sollen nicht mit dem Sauerstoff der Luft reagieren, um nicht zu oxidieren, auch um vor Bakterien aus der Luft geschützt zu sein.

Schutzgas wird auch in der Elektrotechnik verwendet. Es kann die Leitfähigkeit in der Umgebung von Schaltkontakten herabzusetzen, was der Funkenlöschung dient. Beim Schweißen kommt Schutzgas zum Einsatz, um eine Oxidation der Materialien während des Schweißens zu verhindern. So werden die Edelgase Helium und Argon als Schutzgas beim Schweißen von Aluminium und von gasempfindlichen Werkstoffen wie Titan, Niob und Tantal verwendet. In der Kerntechnik verwendet man Argon auch als Kühlmittel. Helium wird unter anderem zum Füllen von Wetterballons verwendet.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Experimente durchführen und überwachen
  • Laboranalysen durchführen
  • Neue Verfahren und Prüfmöglichkeiten entwickeln
  • Neuartige Materialien entwickeln und testen
  • Versuchsabläufe planen und dokumentieren
  • Messdaten auswerten
  • Forschungsergebnisse auf Konferenzen und Fachtagungen vortragen
  • Daten in spezifische Datenbanken einpflegen

 

Siehe auch den Kernberuf ChemikerIn.

 

*Zu den Edelgasen gehören die Elemente: Helium, Neon, Argon, Krypton, Xenon, Radon sowie Oganesson (Ununoctium). Oganesson ist das bisher schwerste bekannte chemische Element

Siehe auch:

Für die Ausbildung ist naturwissenschaftlich-technisches Interesse erforderlich sowie

  • Analytisches Denkvermögen
  • Wissenschaftliche Neugierde und Kreativität
  • Eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten: z.B. austretende Gase und Gerüche
  • Gute Feinmotorik für Labortätigkeiten
  • Umgang mit Softwaretools: Simulationen, Analysen, Statistik

 

Im Bereich Forschung sind Fremdsprachenkenntnisse wichtig (Literatur, Expertenaustausch). Englisch ist auch die Wissenschafts- und Verhandlungssprache.

Wichtige Industriebranchen sind z.B. Biochemie bzw. Biotechnologie, Nahrungsmittelindustrie, Farbenindustrie, Pharmaindustrie. Für ErdölchemikerInnen bestehen in erster Linie in der Erdöl verarbeitenden Industrie Arbeitsmöglichkeiten.

Es bestehen grundsätzlich auch Beschäftigungsmöglichkeiten in Umweltbetriebsprüfungs- und Umweltbegutachtungsverfahren. Darüber hinaus finden sich ChemikerInnen mit Hochschulabschluss auch in den Bereichen Verkauf, betrieblicher Umweltschutz und Qualitätssicherung.

Die chemische Industrie ist eng mit dem Ausland verflochten. Mehr als zwei Drittel Auslandsniederlassungen in der ganzen Welt oder üben als Tochterunternehmen multinationaler Konzerne die Headquarter-Funktion für Mittel- und Osteuropa aus. Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere sind neben einem einschlägigen Studienabschluss, mehrjährige Berufserfahrung sowie Managementkenntnisse.

Die chemische Industrie gehört zu den größten und bedeutendsten Industriebranchen in Österreich. Infos über aktuelle Branchen und Themen sowie aktuelle Daten der chemischen Industrie bietet der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs - FCIO.

Einen guten Überblick über Beschäftigung und Karriere im Chemie-Bereich bieten die Websites: chemie-ist-in.at (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs), chemie-im-fokus.de (Verband der Chemischen Industrie Deutschland, Gesellschaft deutscher ChemikerInnen).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemikerIn", dem der Beruf "ChemikerIn - Anorganische Chemie" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universitäten bieten einschlägige oder kombinierte Studiengänge mit verschiedenen Schwerpunkten, z.B. Chemie, Biologische Chemie, Technische Chemie, Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie, Biochemie und Molekulare Biomedizin (Master). Die Fachhochschule Joanneum bietet den Masterstudiengang Massenspektrometrie und molekulare Analytik (MSc).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es existieren vielfältige Fort- und Weiterbildungsangebote, auch zur Spezialisierung und für Zusatzqualifikationen, z.B.:

  • Werkstoffwissenschaft
  • Material- und Nanowissenschaften
  • Composite-Werkstoffe (polymere Composites für Fahrzeug und Flugzeugtechnik)
  • Massenspektrometrie und molekulare Analytik
  • Computertechnik/Chemie-Informatik
  • Umweltanalytik

 

Der Bereich der Computertechnik im Zusammenhang mit Analysen, Messmethoden, Simulationen und virtuellen Experimenten ist für die Chemie ein bedeutsames Weiterbildungsfeld.

Der Bereich Umweltanalytik (z.B. Radonbelastung) befasst sich z.B. mit Untersuchungen zu Dosis-Wirkungsbeziehung etwa bei BergarbeiterInnen oder in Wohnräumen. Im Bereich Umweltanalytik bestehen Aufgabenfelder im Rahmen von Umweltbetriebsprüfungs- und Umweltbegutachtungsverfahren. Zudem werden hier seitens des Bundesministeriums Forschungsgelder investiert.

Die FH Kufstein bietet den (kostenpflichtigen) Masterlehrgang Bio Inspired Engineering. Die FH Joanneum bietet das Masterprogramm Massenspektrometrie und molekulare Analytik. Die BOKU Wien bietet den Lehrgang Protein Chromatography.

Formale Aufstiegsmöglichkeiten in industriellen und gewerblichen Betrieben sind z.B. Funktionen wie kaufmännische LeiterIn, Abteilungs- oder ProduktionsleiterIn, QualitätsmanagerIn oder LeiterIn für Produktionslogistik und Export oder GutachterIn.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Erwerbstätigkeit als ZiviltechnikerIn. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des Rechtskraftgewerbes Chemische Laboratorien oder des Reglementierten Gewerbes der DrogistInnen. Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

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