Ausbildungsform auswählen

ChemikerIn - Organische Chemie

Berufsbereiche: Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau / Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.700,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

ChemikerInnen befassen sich hier mit Stoffen deren Hauptelement der Kohlenstoff ist. Sie führen Experimente, Untersuchungen und Analysen durch.

ChemikerInnen setzen hier Methoden ein, die auch in der allgemeinen Chemie Anwendung finden. Es geht um Fragen der Zusammensetzung, Beschaffenheit, Reaktionen und Synthese verschiedener Stoffe. Dazu gehören Farbstoffe, Erdöl, Kunststoffe sowie Textilien auf Kohlenstoffbasis. Spezialisierungsmöglichkeiten bestehen z.B. im Bereich Farbchemie, Textilchemie und Erdölchemie.

Erdölchemie (auch: Petrochemie) befasst sich mit der Herstellung chemischer Produkte aus Erdgas und geeigneten Fraktionen. Fraktionen sind Bruchteile des Erdöls wie etwa Heizöl und Schmierstoffe.

Lebensmittelchemie ist die Lehre von der Analyse, der Bearbeitung und Verarbeitung von Lebensmitteln. Neben Getränken, Kaugummi und Wasser gehören auch Stoffe (z.B. Gewürze, Konservierungsmittel) dazu, die bei der Bearbeitung oder Verarbeitung absichtlich zugesetzt werden.

Biochemie ist die Wissenschaft von den molekularen Grundlagen der Lebenserscheinungen. Insbesonders untersuchen BiochemikerInnen das Zusammenwirken der chemischen Verbindungen, die am Aufbau der Lebewesen und deren Stoffwechsel beteiligt sind. Technische Anwendungen dienen hier vor allem der Herstellung von Produkten, die durch mikrobiologische Prozesse gewonnen werden.

Siehe den Kernberuf ChemikerIn sowie die Berufe BiotechnologIn und BioverfahrenstechnikerIn.

Für die Ausbildung ist naturwissenschaftlich-technisches Interesse erforderlich sowie Kenntnisse in Mathematik,

  • Analytisches Denkvermögen
  • Wissenschaftliche Neugierde und Kreativität
  • Eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten: z.B. austretende Gase und Gerüche
  • Gute Feinmotorik für Labortätigkeiten
  • Für viele Aufgaben ist Ausdauer und ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationen, Statistik) erforderlich

 

Im Bereich Forschung sind Fremdsprachenkenntnisse wichtig (Literatur, Expertenaustausch). Englisch ist auch die Wissenschafts- und Verhandlungssprache.

Fachleute arbeiten in Unternehmen der Biochemie bzw. Biotechnologie, die Nahrungsmittelindustrie, Farbenindustrie, Pharmaindustrie, Speiseöl- und Fettraffinerien. Für ErdölchemikerInnen bestehen in erster Linie in der Erdöl verarbeitenden Industrie Arbeitsmöglichkeiten.

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten auch medizinisch-diagnostische Institute (hygienische Untersuchungen, Trinkwasserbereitung) oder Labore in Futtermittelbetrieben sowie Großbäckereien. Darüber hinaus finden sich ChemikerInnen auch in den Bereichen Vertrieb, betrieblicher Umweltschutz und Qualitätssicherung.

 

Die chemische Industrie gehört zu den größten und bedeutendsten Industriebranchen in Österreich. Einen Auszug aus den Anteilen der Branchen nach Produktionswert bietet der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs - FICO.

Die Themen Umweltanalytik und Chemieinformatik spielen in allen Bereichen der Chemie und Biotechnologie eine große Rolle. Im Bereich Umweltanalytik (z.B. Umweltbetriebsprüfung nd Begutachtung) werden auch Forschungsgelder investiert.

Neue Technologien wie Internet of Things und Data Intelligence und Data Science sind mit der Informatik (Systeme und Methoden) und deren Schnittstellen verbunden.

Die Fähigkeit, mit digitalen Techniken Probleme zu lösen und mithilfe von Computern die Welt zu gestalten bedarf Informatikkenntnisse. Österreich hat dazu im Jänner 2017 ein Strategiepapier, die Digital Roadmap beschlossen, URL: digitalroadmap.gv.at. Demnach reichen nicht nur simple Anwenderkenntnisse sondern Informatikkenntnisse als zentrale Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemikerIn", dem der Beruf "ChemikerIn - Organische Chemie" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universitäten bieten einschlägige oder kombinierte Studiengänge mit verschiedenen Schwerpunkten, z.B. Chemie, Biologische Chemie, Technische Chemie, Wirtschaftsingenieurwesen-Technische Chemie, Biochemie und Molekulare Biomedizin (Master).

Die FH Joanneum bietet den Masterstudiengang Massenspektrometrie und molekulare Analytik. Interdisziplinäre Studiengänge sind z.B. Lebensmittel und Biotechnologie, Petroleum Engineering (Montanuni Leoben), Lebensmitteltechnologie & Ernährung (FH Innsbruck MCI).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen unter anderem im Bereich Umweltanalytik. Hier bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten in Umweltbetriebsprüfungs- und Umweltbegutachtungsverfahren.

Daneben existieren verschiedene Lehrgänge, z.B. Protein Chromatography (BOKU, Wien).

Auch der Bereich der Computertechnik (Tools für Simulationen, Modellbildung, Statistik, Data Science) ist für die Chemie ein bedeutsames Weiterbildungsfeld. Einen guten Überblick über Berufe, Beschäftigung und Karriere im Chemie-Bereich bietet die Website www.chemie-ist-in.at (Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs).

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. in der chemischen, pharmazeutischen und medizinischen Industrie in Funktionen als AbteilungsleiterIn, LeiterIn in der Entwicklung und Produktion, als UmweltbeauftragteR oder QualitätssicherungsmanagerIn - auch in der Lebensmittel- oder Kosmetikindustrie. Es bestehen auch berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Vertrieb (Vertriebsleitung, Key-Account-Funktionen).

Voraussetzungen für eine entsprechende Karriere ist einemehrjährige Berufserfahrung sowie Managementkenntnisse. Gute Englischkenntnisse sind aufgrund der starken internationalen Ausrichtung dieses Bereiches wichtig.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Erwerbstätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der selbstständigen Berufsausübung im Rahmen des Rechtskraftgewerbes Chemische Laboratorien oder des Reglementierten Gewerbes der DrogistInnen oder als UnternehmensberaterIn. Über entsprechende (Zusatz)Qualifikationen informiert z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Naturwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Chemie
Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...
Weitere Berufe aus den Bereichen "Chemie, Kunststoffe, Rohstoffe und Bergbau" und "Wissenschaft, Forschung und Entwicklung" anzeigen