TontechnikerIn

Berufsbereiche: Elektrotechnik, Elektronik, Telekommunikation, IT / Medien, Grafik, Design, Druck, Kunst, Kunsthandwerk
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.580,- bis € 1.700,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

TontechnikerInnen sind ElektrotechnikerInnen, die sich hauptsächlich mit der technischen Umsetzung, Speicherung und Wiedergabe von akustischen Signalen befassen. Sie sind für die Planung und Durchführung von Tonaufnahmen in verschiedenen Bereichen zuständig, z.B. in Musik-Studios, bei Radiosendeanstalten, TV-Shows, Filmaufnahmen, Veranstaltungen, Live-Konzerten oder Pressekonferenzen.

TontechnikerInnen planen zunächst die Art und Vorgehensweise einer Tonaufnahme je nach Veranstaltung und legen alle dazu benötigten tontechnischen Materialien fest. Dann stellen sie die tontechnischen Anlagen und Geräte wie Mikrofone, Lautsprecher, Effektgeräte oder Mischpulte auf, schließen diese an, stellen sie entsprechend der Aufnahmesituation ein und testen sie. Zudem versehen sie die Mitwirkenden mit einem Mikrofon und verkabeln diese. Während Live-Auftritten, z.B. bei Fernsehübertragungen oder Konzerten, arbeiten sie am Mischpult und sorgen für eine optimale Tonqualität. Dabei achten sie auch darauf, dass keine Stör- oder Nebengeräusche auftreten.

In Tonstudios, Radiostationen oder bei Film- und Fernsehaufnahmen sind TontechnikerInnen neben der Tonaufnahme auch für den Tonschnitt zuständig. Sie gestalten und produzieren den Ton z.B. von Radiobeiträgen, Nachrichtensendungen oder Filmproduktionen. Dabei mischen sie verschiedene Tonspuren zusammen, sortieren alle unbrauchbaren Tonaufnahmen aus und fügen Spezialeffekte wie Echos, Bass oder Hall hinzu. TontechnikerInnen arbeiten eng mit ProduzentInnen, RegisseurInnen oder MusikerInnen zusammen und stimmen sich mit diesen ab.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Akustische Verhältnisse prüfen
  • Tonaufnahme leiten
  • Mikrofone, Lautsprecher und Mischpulte aufbauen und einstellen
  • Kabel verlegen
  • Soundchecks und Proben durchführen
  • Mischpult bedienen
  • Tonaufnahmen bearbeiten
  • Technische Störungen beheben
  • Tontechnische Geräte warten und pflegen
Siehe auch:
  • Bereitschaft, an unterschiedlichen Orten zu arbeiten
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Englischkenntnisse
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Guter Gehörsinn
  • Interesse für Elektrotechnik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Organisationstalent
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Technisches Verständnis

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Tonstudios
  • Private und öffentliche Rundfunkanstalten, z.B. ORF
  • Film- und Fernsehanstalten
  • Betriebe im Bereich Veranstaltungstechnik
  • Theater

Berufe in den Bereichen Kunst und Medien besitzen generell eine hohe Anziehungskraft, sodass die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt relativ groß ist. Viele Berufe im Medienbereich werden häufig auf freiberuflicher bzw. selbstständiger Basis ausgeübt, auch sogenannte prekäre Arbeitsverhältnisse sind keine Seltenheit. Die Veranstaltungs- und Eventbranche wurde durch die COVID-19-Pandemie sehr hart getroffen, da über einen langen Zeitraum keine Veranstaltungen abgehalten werden konnten bzw. auch nach Lockerung der Corona-Maßnahmen nur eingeschränkt stattfinden konnten.

TontechnikerInnen können in unterschiedlichen Bereichen tätig sein, daher sind die Berufsaussichten stabil. Gute Branchenkontakte erleichtern den Berufseinstieg. Kenntnisse über die neusten tontechnischen Möglichkeiten sind ebenso vorteilhaft. Tonaufnahmen, Veranstaltungen, Filmproduktionen und Ähnliches werden oftmals zeitlich geblockt produziert, wodurch teilweise unregelmäßige Arbeitszeiten und längere Arbeitstage entstehen können.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "StudiotechnikerIn", dem der Beruf "TontechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Ausbildungen an Fachschulen und höheren technischen Lehranstalten in den Bereichen Medien oder Elektrotechnik.

Ausbildungen im Bereich Medien beinhalten Fächer wie Medientechnologie, Angewandte Informatik, Mediengestaltung, Medienproduktion, Medienprojekte und Medienwirtschaft. Je nach Schwerpunkt werden unter anderem Kenntnisse in den Bereichen Tonaufnahmetechnik, Audiobearbeitung, Audioeffekte und Audiosoftware vermittelt. Weiters werden praktische Erfahrungen in schuleigenen Werkstätten und Laboratorien sowie im Rahmen von mehrwöchigen betrieblichen Pflichtpraktika erworben.

Elektrotechnische Ausbildungen umfassen meist Fächer wie Energiesysteme, Automatisierungstechnik, Antriebstechnik, Industrieelektronik, Angewandte Informatik, Produktionstechnik und Computergestützte Projektentwicklung. Neben dieser Ausbildung ist eine ergänzende tontechnische Ausbildung ratsam, so bietet z.B. das WIFI Wien eine Ausbildung im Bereich Ton- und Studiotechnik an.

Zudem bietet auch eine Lehre im Bereich Veranstaltungstechnik eine gute Grundlage für diesen Beruf, siehe dazu den Beruf VeranstaltungstechnikerIn (Lehre).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten beispielsweise Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs z.B. im Bereich Medientechnik und Universitäten, z.B. im Bereich Ton. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Ablegung einer Meister- bzw. Werkmeisterprüfung.

Das SAE Institute Wien bietet zudem verschiedene Kurse im Audio-Bereich an.

Weiterbildungen können auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Studiotechnik
  • Elektrotechnik
  • Lichttechnik
  • Bühnentechnik
  • Musikbusiness
  • Werbedesign

Personen mit technischer Ausbildung und mehrjähriger Berufstätigkeit können den Berufstitel "IngenieurIn" erwerben. Es handelt sich dabei um einen international vergleichbaren Bildungsabschluss, der seit Inkrafttreten des Ingenieurgesetzes 2017 als berufliche Qualifikation, entsprechend dem Bachelor-Niveau (NQR 6), anerkannt ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Verbands Österreichischer Ingenieure sowie auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten z.B. Tätigkeiten als StudioleiterIn, ToningenieurIn, VeranstaltungstechnikerIn oder MusikproduzentIn.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der freien Gewerbe "Ton- und Musikproduktion" oder "Technischer Transfer (Entwickeln, Kopieren und Überspielen) und Synchronisation audiovisueller Produktionen, Überspielen auf Trägermaterial jeder Art sowie Be- und Nachbearbeitung und digitale Bild- und Tongestaltung für Bewegtbild" möglich. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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