VerfahrenstechnikerIn

Berufsbereiche: Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe / Maschinenbau, Kfz, Metall / Umwelt / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.460,- bis € 2.530,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

VerfahrenstechnikerInnen befassen sich mit Prozessen zur chemischen und physikalischen Aufbereitung und der Verarbeitung von Rohstoffen zu Produkten. Beispiele für Produkte sind Textilien, Zement, Erdöl, Futtermittel oder synthetische Waschmittel. VerfahrenstechnikerInnen planen und entwickeln verfahrenstechnische Prozesse und sind für den Bau und die Inbetriebnahme der benötigten Maschinen und Anlagen zuständig.

Damit aus einem Rohstoff ein bestimmtes Produkt entsteht, sind meistens komplexe Schritte erforderlich. VerfahrenstechnikerInnen wenden unterschiedliche mechanische, thermische und chemische Verfahren an, z.B. Mischen, Zerkleinern, Destillieren, Fermentieren oder Gären. Sie entnehmen Proben von den herzustellenden Erzeugnissen und nutzen verschiedene Analysemethoden, um die Qualität zu messen.

VerfahrenstechnikerInnen kontrollieren und optimieren den Produktionsablauf in Industrieanlagen. Dazu gehört der zeitliche Ablauf von Produktionsschritten sowie die Sicherheits- und Qualitätsaufsicht. Sie stellen die erforderlichen Rohstoffe bereit, reinigen diese falls nötig und stellen sie nach bestimmten Rezepturen und Mischungsverhältnissen zusammen. Sie nehmen Anlagen vor Ort in Betrieb, programmieren Produktionsmaschinen und überwachen die Produktionsabläufe. Sie kontrollieren Fertigungsabläufe und entwickeln diese weiter, um deren Qualität, Effizienz, Sicherheit, Umweltverträglichkeit oder Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Teilweise sind VerfahrenstechnikerInnen auch in der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung tätig.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Verfahrenstechnische Produktion planen, berechnen und steuern
  • Prozessanalysen und Machbarkeitsstudien durchführen
  • Mess- und steuerungstechnische Komponenten festlegen
  • Verfahrenstechnische Berechnungen und Prozesssimulationen vornehmen
  • Verfahrensprozesse überwachen
  • Messungen vornehmen, z.B. Temperatur, Gewicht, Druck
  • Werkstoffe analysieren
  • Maschinen programmieren, warten und reinigen
Siehe auch:
  • Bereitschaft zu Schichtarbeit
  • EDV-Anwendungskenntnisse
  • Englischkenntnisse
  • Interesse für Chemie und Physik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Reisebereitschaft
  • Technisches Verständnis
  • Unempfindlich gegen Gerüche sein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Produktions- und Fertigungstechnikbetriebe
  • Unternehmen der gewerblichen und industriellen Wirtschaft
  • Genehmigungs- und Kontrollbehörden
  • Forschungsabteilungen von Universitäten und Fachhochschulen

Der Bereich der Produktions- und Fertigungstechnik entwickelte sich in Österreich bis zur COVID-19-Pandemie sehr positiv. Nach einem kurzzeitigen Einbruch zu Beginn der Corona-Krise hat sich die Branche wieder stabilisiert und es werden in den meisten Bereichen Fachkräfte gesucht.

Aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels sowie der breiten Einsatzmöglichkeiten sind die Berufsaussichten für VerfahrenstechnikerInnen gut. In der maschinellen Fertigung besteht der Trend zur weiteren Automatisierung und Technologisierung von Produktionsprozessen. Dadurch wird von MitarbeiterInnen ein immer umfassenderes Know-how in der Bedienung und Programmierung von elektronisch gesteuerten Anlagen und Werkzeugmaschinen erwartet, z.B. in den Bereichen Robotik, Computerized Numerical Control (CNC), Computer Aided Design (CAD) oder Computer Aided Manufacturing (CAM). Darüber hinaus können organisatorische Kompetenzen sowie Kenntnisse in den Bereichen Normen, Umwelt- und Sicherheitsstandards, Projektmanagement, Kostenkalkulation und Qualitätsmanagement die Arbeitsmarktchancen erhöhen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "VerfahrenstechnikerIn", dem der Beruf "VerfahrenstechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden Ausbildungen an Fachschulen und höheren technischen Lehranstalten in den Bereichen Maschinenbau, Chemieingenieurwesen oder Biomedizin. Die Ausbildungen im Bereich Maschinenbau umfassen meist Fächer wie Konstruktion und Projektmanagement, Technische Mechanik und Berechnung, Fertigungs- und Produktionstechnik, Maschinen und Anlagen sowie Automatisierungstechnik. Ausbildungsinhalte an Schulen im Bereich Chemieingenieurwesen sind z.B. Analytische Chemie, Organische Chemie, Biochemie, Physikalische Chemie, Anorganische Technologie, Betriebstechnik sowie Physikalische Verfahrens-, Energie- und Umwelttechnik. Weiters werden praktische Erfahrungen in schuleigenen Werkstätten und Laboratorien sowie im Rahmen von mehrwöchigen betrieblichen Pflichtpraktika erworben.

Dieser Beruf kann auch auf akademischem Niveau erlernt werden, siehe den Beruf VerfahrenstechnikerIn (UNI/FH/PH).

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten für AbsolventInnen von Fachschulen bieten beispielsweise Aufbaulehrgänge, die zur Matura führen, sowie eine Studienberechtigungsprüfung oder die Berufsreifeprüfung. Diese ermöglichen den Zugang zu Kollegs und Universitäten, z.B. im Bereich Chemie. Auch einschlägige Fachhochschul-Studiengänge bieten für berufserfahrene FachschulabsolventInnen sowie für BHS-AbsolventInnen eine Weiterbildungsperspektive. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Ablegung einer Werkmeisterprüfung.

Weiterbildungen können bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Technische Chemie
  • Simulation
  • Projektmanagement
  • Technische Qualitätskontrolle
  • Umweltschutz
  • Bioverfahrenstechnik
  • Maschinenkunde

Personen mit technischer Ausbildung und mehrjähriger Berufstätigkeit können den Berufstitel "IngenieurIn“ erwerben. Es handelt sich dabei um einen international vergleichbaren Bildungsabschluss, der seit Inkrafttreten des Ingenieurgesetzes 2017 als berufliche Qualifikation, entsprechend dem Bachelor-Niveau (NQR 6), anerkannt ist.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website des Verbands Österreichischer Ingenieure sowie auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Nach mehrjähriger Berufserfahrung in einem Produktionsbetrieb bestehen berufliche Aufstiegsmöglichkeiten in leitenden Funktionen, z.B. in der Produktionslogistik, sowie als ProzessleiterIn, ProjektleiterIn, AbteilungsleiterIn oder ProduktionsleiterIn.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der reglementierten Gewerbe "Unternehmensberatung einschließlich der Unternehmensorganisation", "Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen)", "MechatronikerIn für Maschinen- und Fertigungstechnik; MechatronikerIn für Elektronik, Büro- und EDV-Systemtechnik; MechatronikerIn für Elektromaschinenbau und Automatisierung; MechatronikerIn für Medizingerätetechnik (verbundenes Handwerk)" oder "Kunststoffverarbeitung (Handwerk)" möglich. Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW).

Diese Berufe könnten Sie auch interessieren ...

Uber weitere Berufsvorschläge
Weitere Berufe aus den Bereichen "Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe" , "Maschinenbau, Kfz, Metall" , "Umwelt" , "Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung" anzeigen