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VerfahrenstechnikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.500,- bis € 3.190,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Die Verfahrenstechnik ist ein Teil der Produktionstechnik und wird als Hybriddisziplin aus Technischer Chemie und Maschinenbau betrachtet. Die Verfahrenstechnik betont jedoch die Verfahrensaspekte unter Anwendung der dazu benötigten Maschinen.

Tätigkeitsmerkmale

Die Verfahrenstechnik ist ein Teil der Produktionstechnik und befasst sich mit den Prozessen bei der Stoffumwandlung.

Damit aus einem Rohstoff durch chemische Umwandlung ein bestimmtes Produkt entsteht, sind meistens komplexe Schritte erforderlich. ChemikerInnen wirken oft bei der Planung und dem Bau von Industrieanlagen mit oder kontrollieren und optimieren den Produktionsablauf (z.B. Umweltkontrolle).

VerfahrenstechnikerInnen befassen sich mit der Herstellung von Produkten mittels physikalischer und chemischer Stoffumwandlung von Rohstoffen. Beispiele für Verfahren bei der Stoffumwandlung: mechanische (Mischen, Zerkleinern, Trocknen) thermische (Destillation, Filtration) und chemische Verfahren (Polymerisation, Fermentation, Vergärung).

Bei der Erzeugung von Stoffen, wie etwa Erdölderivate, Zement und synthetische Stoffe, arbeiten sie eng mit Forschungs- und Entwicklungsteams zusammen.

VerfahrenstechnikerInnen arbeiten an der Planung und Berechnung neuer Verfahren und dazu benötigter Anlagen zur Abwicklung technischer Prozesse. Sie nehmen auch Änderungen, Ergänzungen und Verbesserungen bereits vorhandener Verfahren vor.

Spezialisierungsmöglichkeiten: Z.B. Papierverfahrenstechnik, Energieverfahrenstechnik, Bioverfahrenstechnik, Technischer Umweltschutz.

Siehe auch die Berufe LebensmitteltechnikerIn, ChemikerIn oder FertigungstechnikerIn.

Für die Ausbildung ist naturwissenschaftlich-technisches Interesse erforderlich sowie Kenntnisse in Mathematik. Der Beruf erfordert

  • Analytisches Denkvermögen
  • Eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber Belastung durch Lärm, Hitze, Dämpfe
  • Gleichgewichtsgefühl: Arbeiten auf Leitern und Laufstegen an Großanlagen
  • Technisches Verständnis: z.B. Handhabung von Apparaten
  • Einhalten von Sicherheitsvorschriften
  • Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten: In Produktionsstätten herrscht meist Schichtbetrieb

Der Bedarf an VerfahrenstechnikerInnen hat zugenommen - insbesondere Umwelt- und Sicherheitstechnik gelten als Wachstumsbranchen.

Beschäftigungsfelder bietet jede Prozessentwicklung bei der eine Beeinflussung von Stoffen angestrebt wird: Vor allem in Betrieben der gewerblichen und industriellen Wirtschaft (z.B. Forschung und Entwicklung), vor allem in der Pharmaindustrie oder Lebensmittelindustrie, in Bereichen der Umwelttechnik (z.B. chemische oder biologische Abwasserbehandlung) sowie im öffentlichen Dienst (z.B. Genehmigungs- und Kontrollbehörden, in der technischen Überwachung und Abnahme).

Fachleute arbeiten in der Produktion und Betriebstechnik, im technischen Management und im Innovationsmanagement. Berufliche Möglichkeiten bestehen darüber hinaus an Universitäten und Fachhochschulen.

Aufgrund der breit gefächerten und sich neu eröffnenden Einsatzgebiete erscheinen die Berufsaussichten entsprechend gut, wobei insbesondere Umwelt- und Sicherheitstechnik als Wachstumsbranchen gelten.

Industrie 4.0 bzw. Smart Manufacturing: Der Begriff Industrie 4.0 bzw. Smart Manufacturing umfasst die computergesteuerte Prozessautomation, anders gesagt: Maschinen die untereinander und mit einer gemeinsamen Steuereinheit "kommunizieren".

Das hergestellte Produkt selbst hat oft nichts mit "Smart" oder "Hightech" zu tun, jedoch der Produktionsablauf.

Der Grundgedanke der Verzahnung von Verfahren zur Fertigung und der Logistik mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik ist die Digitalisierung sämtlicher Objekte und Prozesse sowie die Verfügbarkeit, Transparenz und Durchgängigkeit sämtlicher, damit verbundener Daten.

Alle Informationen, die mit einem Projekt, Rohstoff oder Produkt zusammenhängen, werden in einem Datenmodell gesammelt und stehen jedem weiteren Prozessschritt zur Verfügung, ohne neu eingegeben werden zu müssen. MitarbeiterInnen erhalten in Echtzeit, die Daten, die sie für ihre Arbeit benötigen, sehen den Nutzungsgrad oder die Störminuten - Wichtig sind hier Kenntnisse im Bereich Supply-Chain Management sowie fundierte Kenntnisse im Bereich IT-Infrastruktur, Big Data, Smart Data und Netzwerk-Security wie Blockchain oder Hashgraph (vgl. Broschüre JCS-Informatik).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "VerfahrenstechnikerIn", dem der Beruf "VerfahrenstechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Verfahrenstechnik wird bei jeder Prozessentwicklung, welche eine Beeinflussung von Stoffen erzielt, eingesetzt. Daher gibt es verschiedene Studiengänge - teilweise mit Spezialisierungen auf ein bestimmtes Fachgebiet. Beispiele: Umwelt- , Verfahrens- und Energietechnik, Papier- und Zellstofftechnik, Bioverfahrenstechnik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

In der Verfahrenstechnik bestehen unterschiedliche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von Kursen, Lehrgängen und Masterprogrammen.

Beispiele: Paper & Pulp Technology, Umweltmanagement, Projektmanagement, Innovationsmanagement, Umwelt- & Energierecht, Technik und Recht, Supply-Chain Management, "Smart Engineering of Production Technologies and Processes" (Entwicklung und Umsetzung von Technologien und Prozessen innerhalb der Industrie 4.0).

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen in leitenden Positionen und Funktionen, etwa als PrüfingenieurIn, Data Analyst, Data Scientist oder Requirement Engineer. Requirement Engineering (Anforderungsmanagement) umfasst die Ermittlung, Analyse, Dokumentation, Validierung und Verwaltung von Anforderungen sowie die Ermittlung und Abklärung von Aufwandsabschätzungen und Machbarkeitsstudien.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Es besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Berufsausübung, etwa im Rahmen des reglementierten Gewerbes der Handwerke in Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen), Unternehmensberatung. Nähere Infos bietet z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Infos über Befähigungsnachweise bei der Wirtschaftskammer Österr: WKO.

Liste der reglementierten und Freien Gewerbe: Bundesministerium BMDW.

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