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PhilosophIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Philosophen/Philosophinnen erforschen die Grundlagen menschlichen Denkens. Sie behandeln Problembereiche die über das Arbeitsfeld von einzelnen Fachwissenschaften hinausgehen.

Themen sind z.B. die Frage nach dem „Sinn“ oder „Freiheit versus Determinismus“. Oft geht es um das Bild, das der Mensch bzw. unterschiedliche Menschengruppen von sich selbst und von der Welt entwickelt haben. Sie hinterfragen die Gültigkeit dieses Bildes (bzw. dieser "Wahrheit") und stellen Fragen zu Thesen und Positionen, welche in den einzelnen Wissenschaften, Kulturkreisen oder Menschengruppen vertreten werden.

PhilosophInnen spezialisieren sich meist auf einen Teilbereich der Philosophie; das sind unter anderem die Theoretische Philosophie (Sprachphilosophie, Logik), die Praktische Philosophie (Ethik, Religion, Sozialphilosophie, Kulturphilosophie, philosophische Anthropologie, Ästhetik) und die Naturphilosophie.

Erkenntnistheorie und Metaphysik: Hier beschäftigen sie sich mit einem über die einzelwissenschaftlichen Erkenntnisse hinausgehenden Zusammenhang von "Wahrheit" und menschlichem Dasein. Neben der Frage des Seins besteht die Frage der Erkenntnis. PhilosophInnen befassen sich mit der Möglichkeit des Erkennens sowie mit dem Verhältnis von wissenschaftlichem Wissen und anderen Formen der Erkenntnis.

Sozialphilosophie sowie Philosophie der Politik: Hier untersuchen sie das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft oder die Begründung sozialer Normen.

Weitere Bereiche sind z.B. die Rechtsphilosophie und Wirtschaftsphilosophie.

Siehe auch Kultur- und SozialanthropologIn oder Human- und SozialökologIn.

 

*Determinismus: "Vorherbestimmtsein" (vgl. philosophieverstaendlich.de).

  • Abstraktionsvermögen
  • Kreativität
  • Gutes mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen,
  • Interkulturelle Kompetenz und
  • Fremdsprachenkenntnisse: Fachliteratur, Forschungsreisen, Interviews

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen in Forschung und Lehre an Universitäten, im Bereich von Museen und Archiven (z.B. wissenschaftshistorische und wissenschaftstheoretische Aufgaben).

Im Verlagswesen und Medienbereich veröffentlichen sie Bücher oder Aufsätze in Fachzeitschriften (wobei der Adressatenkreis oft nicht nur aus Fachpublikum besteht, sondern auch aus WissenschafterInnen anderer Disziplinen sowie der interessierten Öffentlichkeit).

Zum Teil erscheint die Beschäftigungssituation für PhilosophInnen eher prekär: Ein erfolgreich abgeschlossenes Studium reicht oft nicht aus, da für AbsolventInnen der Studienrichtung Philosophie schlichtweg keine einschlägigen Stellen im außeruniversitären Bereich ausgeschrieben werden.

Allerdings schreibt man PhilosophInnen eine sehr hohe Fachlichkeit und Kompetenz zu. Sie sind oft in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu analysieren und zu bewerten, was generell auch für eine Einstellung in einem fachfremden Bereich spricht: Kommunikationsberatung, Unternehmensberatung, Hochschulberatung und Journalismus.

PhilosophInnen können überall eingesetzt werden wo es darum geht Alltagsprobleme im Berufsleben lösen. Ihre Kompetenzen können sie in vielfältiger Weise einsetzen:

  • Textkompetenz: Verfassen Interpretieren von Texten
  • Sprachsensibilität
  • Analysekompetenz: Beurteilen von Situationen, Handlungen, Finden von Lösungen
  • Strategisches und logisches Denken
  • Argumentationsfähigkeit: Kritisches Bearbeiten komplexer Zusammenhänge, Abwägen, Zusammenführen verschiedener Positionen

 

Tätigkeitsfelder bestehen diesbezüglich in verschiedenen Bereichen wie etwa Management, Vermittlung, Beratung, Textarbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsarbeit, Journalismus, Verlagswesen und Berichterstattung.

 

„Philosophen lernen im Studium, ihren kritischen Sachverstand zu schärfen“ (Anne Eusterschulte, Professorin an der Freien Universität Berlin, auf tagesspiegel.de).

PhilosophInnen sind gefragt, wenn es darum geht, Lösungen für die drängende Fragen der Gegenwart finden: Darf man in einem Rechtsstaat Folter androhen um Menschenleben zu retten? Wie gerecht ist unser Wirtschaftssystem? Sollte Sterbehilfe erlaubt werden?

Berufliche Chancen in der Ethik-Beratung und Wissenschaftsberatung: An den Schulen wird derzeit das Unterrichtsfach Ethik konzipiert (und voraussichtlich ab Herbst 2020 eingeführt). Angesichts der Vielfalt einer multikulturellen Gesellschaft - unterschiedliche Herkünfte, Nationalitäten, Sprachen und Religionen sowie der damit auftretenden Phänomene - nehmen philosophische Ansätze wieder einen höheren Stellenwert ein.

Zudem gibt es moralische Fragen bezüglich Medien, Geschlechterverhältnisse, Integration sowie Technikkonflikte. Aktuelle Themen sind auch die klinische Philosophie, eHealth sowie Umweltökonomie, Life Cycle Management Philosophie im Bauwesen und das Design/Recycling von Gebrauchsgütern.

Die formale Logik wurde ursprünglich zur Verbesserung von sachlichen Diskussionen und zur Identifizierung von Scheinargumenten angewendet. Die formale Logik wird maßgeblich in der Mathematik verwendet, daneben auch in den Naturwissenschaften und eben in der Philosophie.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "PhilosophIn", dem der Beruf "PhilosophIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Das Studium der Philosophie dient nicht direkt der Vorbereitung auf einen bestimmten Berufsweg.

Vor der Entscheidung für ein Studium ist es daher ratsam, sich frühzeitig damit auseinandersetzen in welchem Berufsfeld man später einmal tätig sein möchte: Was möchte ich mit diesem Studium erreichen? Welche Kompetenzen, die im Studium vermittelt werden, spielen in meinem angestrebten Beruf eine wichtige Rolle (strukturiertes Arbeiten, komplexe Sachverhalte aufbereiten, ausgeprägtes Sprachgefühl).

Es ist zu empfehlen, bereits während der Studienzeit ein Praktikum zu absolvieren um in Eigeninitiative auf bestimmte Tätigkeiten hinzuarbeiten. Dazu kann jegliche Art außeruniversitärer Aktivitäten dienen – ein Ehrenamt, Nebenjob, soziales, kulturelles oder politisches Engagement. Eine erste Berufserfahrung dient dem Gewinnen von Erfahrung, dazu ist kein Abschluss erforderlich und es erleichtert den späteren Berufseinstieg.

Studienangebote:

  • Philosophie (Philosophisch-Historische Fakultäten Innsbruck, Klagenfurt, Wien)
  • Philosophie (Katholisch- Theologische Fakultäten Innsbruck oder Salzburg)
  • Kunstwissenschaft – Philosophie (Katholische Privatuniversität Linz)
  • Philosophie (Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät, Uni Salzburg)
  • Psychologie/Philosophie-Lehramt (Uni Graz, Uni Wien)

 

Es besteht die Möglichkeit, nach einem Bachelorstudium an einer Fachhochschule das Masterstudium Philosophie zu absolvieren (Uni Salzbg-Curriculum § 1).

Es gibt auch interdisziplinäre Masterstudien, z.B. „Wissenschaftsphilosophie und Wissenschaftsgeschichte/History and Philosophy of Science“ (Uni Wien) oder „Political, Economic and Legal Philosophy/Philosophie der Politik, Ökonomie und des Rechts“ (Uni Graz).

Studien mit einer interdisziplinären Aufstellung tragen manchmal besonders zur Arbeitsmarkt-Tauglichkeit bei.

In Deutschland gibt es kombinierende Studiengänge „Technik und Philosophie“ an der Technischen Universität Darmstadt oder "Philosophie – Kognition – Neurowissenschaften" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Gefragte Zusatzqualifikationen beziehen sich auf betriebswirtschaftliche Grundlagen und Kenntnisse im Marketing, Projektmanagement und Sprachen.

Für ÁbsolventInnen, die nicht nur in der Wissenschaft tätig sein möchten, sind Auslandsaufenthalte wichtig (interkulturelle Erfahrung). Für Tätigkeiten im Medienbereich sind Zusatzkenntnisse für EDV-technische Belange erforderlich.

Es werden verschiedene Kurse, Seminare und Lehrgänge angeboten, z.B. Unilehrgang "Philosophische Praxis" (Uni Wien); Unilehrgang "Ethik" (Uni Wien); "Social Design" MA,(Uni für Angewandte Kunst-Infolink); es geht um Herausforderungen urbaner Sozialsysteme sowie der damit verbundenen Fragestellungen).

Das österreichische Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung bmbwf fördert bestimmte nationale und internationale Forschungsprojekte. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Stellen ausgeschrieben - vor allem für wissenschaftliche MitarbeiterInnen.

Im Jahr 2016/2017 haben 121 AbsolventInnen des Studiums Philosophie das Bachelorstudium, 63 das Masterstudium und 49 das Doktoratsstudium abgeschlossen (Quelle: unidata).

Der Bereich Forschungsrecht bietet ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten: Von den Gesetzen über Forschungsorganisation und Forschungs- und Technologieförderung bis hin zu Gentechnik-Gesetzen.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe auf der Website des Bundesministeriums: BMDW.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kultur- und Humanwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Philosophie
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