Tibetologe/Tibetologin

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.070,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Tibetologen und Tibetologinnen beschäftigen sich mit Sprache, Religion und Kultur des Buddhismus in Tibet sowie mit der tibetischen Geschichte und Sozialanthropologie. Das umfasst vor allem die Philosophie- und Religionsgeschichte, die Literatur- und Kunstgeschichte und sozialanthropologische Aspekte.

TibetologInnen bearbeiten wissenschaftliche Themen und Fragestellungen. Im Vordergrund stehen die kulturellen und sozialen Entwicklungen in Tibet. TibetologInnen erforschen die Vielfalt und die historische Entwicklung der religiösen und philosophischen Traditionen des Buddhismus. Sie untersuchen und beschreiben die Rolle des Buddhismus in kulturellen Kontexten wie z.B. Literatur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Tibets.

TibetologInnen vergleichen und bewerten Materialien, die in mehr als einer Sprache überliefert sind (z.B. Sanskrit, Mittelindisch, Pali, buddhistisches Sanskrit, Tibetisch, Chinesisch). Sie kennen die verschiedenen Quellensprachen das klassische Tibetisch sowie die tibetische Umgangssprache und die Sprachgeschichte. Durch die sprachbezogene Ausbildung können TibetologInnen in unterschiedlichsten Projekten mitwirken, z.B.

  • Erschließung originalsprachiger Quellen
  • Dokumente und Objekte für Archive sammeln und systematisieren
  • Schriftsysteme erforschen
  • Texte verfassen, bearbeiten und bewerten
  • Kulturveranstaltungen und Ausflüge organisieren
  • Vorträge organisieren
  • Interviews für TV-Beiträge führen
  • Fachartikel für die Veröffentlichung in den Medien verfassen
  • Freude an der Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen: Ein phonetisches Gehör ist von Vorteil, um verschiedene Laute gut zu unterscheiden
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

Berufsfelder eröffnen sich oft in Bereichen, die mit Kulturvermittlung zusammenhängen. AbsolventInnen sind oft an Instituten für Kultur- und Geistesgeschichte oder an außeruniversitären Forschungsinstituten tätig. Projektbezogene Stellen (auch Praktika) bieten sich vorwiegend im Rahmen von Forschungsprojekten; Themen sind z.B. Religionshermeneutik, Begriffsforschung und Lexikographie. Forschungsprojekte dienen meistens der Ausarbeitung von Studien zu kulturwissenschaftlichen Themenkomplexen, als Grundlage für Diskussionen, Publikationen und Reportagen oder zur Erstellung von Spezialwörterbüchern.

Tibetologen/Tibetologinnen sprechen zwei oder mehrere Sprachen und kennen jeweilige Kultur (absolvierte Auslandsaufenthalte). Aufgabenfelder ergeben sich daher bei Projekten, die ein Verständnis der tibetischen Sprache, Kultur und Gesellschaft erfordern oder wo spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz oder Sprachkompetenz erforderlich sind. Der erste Einstieg erfolgt oft in einer Assistenzposition, z.B.

  • Wirtschaftskooperationen: Öffentlichkeitsarbeit, Beratung, internationaler Vetrieb
  • Nationale und internationale Organisationen: Konferenzbeiträge schreiben, Seminare vorbereiten
  • Medienarbeit: Nachrichtenagentur, Korrespondenz, Journalismus
  • Kunst/Kulturbetrieb: Kulturreferat, Ausstellungswesen, Museum, Galerie
  • Bibliothek, Archiv, Dokumentationswesen
  • Verlag: Lektorat, Pressestelle, Literaturrecherche und Literaturanalyse
  • Erwachsenenbildung: SprachtrainerIn, Kultur-Workshops

 

Über Aufnahmevoraussetzungen für den höheren auswärtigen Dienst informiert die Website des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten: BMEIA.

Tibetologie und Buddhismuskunde ist eine gleichermaßen philologische und kulturkundliche Studienrichtung. Um die Perspektiven bereits beim Berufseinstieg zu verbessern, gilt es, rechtzeitig berufsrelevante Qualifikationen und Zusatzkenntnisse zu erwerben. Oft entwickelt sich aus einer projektbezogenen oder ehrenamtlichen Tätigkeit eine dauerhafte Stelle; Stellenausschreibungen bietet z.B. die Website www.tibethaus.com.

Je nach Qualifikation (Einarbeitung, Zusatzausbildung) ergeben sich erweiterte berufliche Möglichkeiten als LiteraturagentIn oder ReiseleiterIn. Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen zum Teil in der Computerlinguistik, Medienauswertung oder in der Lexikografie.

Aktuelle Infos über Karrieremöglichkeiten in den Sprachendiensten der Europäischen Kommission und in anderen EU-Institutionen bieten z.B. folgende Institutionen:

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "KulturwissenschafterIn", dem der Beruf "Tibetologe/Tibetologin " zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universität Wien bietet den einschlägigen Studiengang

  • Tibetologie und Buddhismuskunde (Master)

 

Die Quellenkunde erfolgt in den Sprachen Sanskrit und Tibetisch. Die philologische Ausbildung umfasst die Sprachen Sanskrit, Pali, Buddhistisches Sanskrit, Klassisches Tibetisch und Tibetische Umgangssprache.

Im Rahmen der Freien Wahlfächer ist eine Vertiefung bzw. Erweiterung des Faches möglich. Zudem kann eine Schwerpunktsetzung z.B. im Bereich Geschichte, Ideen- und Kulturgeschichte, Gesellschaft und Kunstgeschichte stattfinden.

Das Masterstudium kann z.B. nach dem Bachelorstudiengang Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets studiert werden.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Besonders gefragt sind wirtschaftliche und digitale Kompetenzen. In der freien Wirtschaft sind oft Zusatzqualifikationen im Bereich Kommunikation, Organisation und Moderation gefragt. Um in bestimmten Bereichen erfolgreich tätig sein zu können, empfehlen sich einschlägige Zertifikate und Abschlüss, z.B. im Bereich

  • Online-Kommunikation
  • Erstellung von Video-/Audio-Mitschnitten
  • Dolmetschen
  • Moderation von Online-Veranstaltungen
  • Reiseplanung und Reisemanagement
  • Kongress- und Konferenzmanagement
  • Kunstgeschichte
  • Religionswissenschaft

 

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: www.universitas.org.

Führungspositionen und spezialisierte Aufgabenstellungen erfordern üblicherweise den Abschluss eines ein Master- oder Doktoratsstudiums. TibetologInnen können sich z.B. ForschungsreferentIn oder als wissenschaftlicheR MitarbeiterIn an Hochschulen engagieren.

In der freien Wirtschaft kann, je nach Interesse und Qualifikation, eine beratende, leitende oder freiberufliche Position angestrebt werden, z.B. als ChefredakteurIn, freieR JournalistIn oder LektorIn, AbteilungsleiterIn in einem Übersetzungsbüro oder als interkulturelleR KommunikationsberaterIn.

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

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