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MathematikerIn - Naturwissenschaften und Technik

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.420,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

MathematikerInnen beschäftigen sich hier mit der Entwicklung und Anwendung mathematischer Verfahren und Techniken. Es kann sich dabei um neue oder um die Optimierung bereits bestehender Verfahren und Techniken handeln. Diese dienen meist als Grundlage für naturwissenschaftliche Disziplinen wie etwa Medizin, Biologie, Geodäsie oder Astronomie.

Ein wichtiges Arbeitsgebiet ist die Erstellung von Modellen um damit Vorgänge und deren Abläufe darzustellen, zu beschreiben und somit berechenbar zu machen. Beispiele: Gleichgewichtsmodelle für das Bauwesen, Simulationsmodelle zur Berechnung der Ausbreitung von Epidemien in der Medizin, Modelle für die Energietechnik oder andere Problemstellungen. Modellrechnungen finden auch in anderen wissenschaftlichen Disziplinen (z.B. Soziologie) Verwendung.

Die technische Mathematik ist in hohem Maße durch interdisziplinäre Zusammenarbeit charakterisiert. Mit Fachleuten aus Medizin, Ökologie und Elektronik arbeiten technische MathematikerInnen meist als Berechnungsingenieur/in oder Entwicklungsingenieur/in in Projekten. Sie führen dann Analysen von Bauteilen und Systemen sowie Simulationen durch. Oder sie entwickeln optische Systeme, wie etwa innovative Scheinwerfersysteme für Fahrzeuge oder Lasersysteme für Therapiezwecke. Für ihre Tätigkeit benötigen sie Kenntnisse im Bereich Softwareentwicklung und Programmiersprachen (vor allem Python).

Siehe auch den Kernberuf MathematikerIn.

Neben Kenntnissen im Bereich wissenschaftliches Arbeiten ist ein logisch-analytisches Denkvermögen nötig sowie ein Gefühl für das Verhalten mechanischer Systeme.

MathematikerInnen sollten auch über eine gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit verfügen. Das ist wichtig, um in Projekten mit Fachleuten aus anderen Disziplinen (Soziologie, Wirtschaft) zu kommunizieren.

Für technische MathematikerInnen gibt es kein einheitliches Berufsbild. Sie üben in den unterschiedlichsten Branchen jeweils verschiedene Tätigkeiten aus - der Fokus liegt hier nicht nur auf rechnerischen Problemen, sondern stärker in der Beweisführung und in den Anwendungen auf Modellbildung.

Technische MathematikerInnen arbeiten z.B. als BerechnungsingenieurIn, SimulationsingenieurIn, EntwicklungsingenieurIn, IndustriemathematikerIn, ApplikationsingenieurIn oder DatenanalytikerIn.

Sie arbeiten häufig in Entwicklungs- und Forschungsabteilungen in Unternehmen, in Bildungseinrichtungen (z.B. Universitäten, Kompetenzzentren, Fachhochschulen), in Consultingunternehmen und (internationalen) Forschungsinstituten.

Beispiele für Forschungsfelder: Forschung in dynamischen Systemen, z.B. Federpendel, Dosiervorlagen (Verfahrenstechnik), Klimamodelle (Physik) oder Räuber-Beute-Modelle (theoretische Biologie). Aufgaben erschließen sich auch im IT-Sektor, in der Bauwirtschaft (technische Berechnungen), im Energiesektor, Fahrzeugbau und in vielen anderen Bereichen.

Berufliche Möglichkeiten bestehen in verschiedenen Anwendungsbereichen. Im Bereich der Schnittstelle von Mathematik, Physik und Medizin werden - aufgrund der technologischen Entwicklung - in Zukunft MedizintechnikerInnen national und insbesondere international in der Entwicklung, Produktion und Zulassung, der Qualitätssicherung und im Produktmanagement sowie für die qualifizierte Beratung und den technischen Vertrieb eingesetzt.

Aufgrund der technologischen Entwicklung und Innovation sind auch zunehmend ForscherInnen gefragt, welche beide Domänen (Mathematik, Physik und Medizin) verbinden.

Ein aktuelles Thema ist das Gebiet der intelligenten Agenten (z.B. Roboter) und deren Kommunikation (Netzwerke).

Infos über aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie eine Statistik über Forschungsgruppen bietet die Österreichische Physikalische Gesellschaft PG

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MathematikerIn", dem der Beruf "MathematikerIn - Naturwissenschaften und Technik" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Studiengänge im Bereich Mathematik bieten verschiedene Vertiefungen, z.B.

  • Mathematik in den Naturwissenschaften: JKU Linz
  • Technomathematik - Finanz- und Versicherungsmathematik oder andere Vertiefungen: TU Graz, TU Wien
  • Mathematik mit Vertiefung Diskrete Mathematik und Algorithmentheorie: NAWI Graz
  • Technische Mathematik mit entsprechender Spezialisierung: Z.B. TU Wien
  • Industriemathematik: JKU Linz - Vielfältige Anwendungen der Mathematik in Wirtschaft und Technik, auch um industrielle und technische Probleme zu lösen.

 

Weitere Möglichkeiten:

  • Statistik-Wirtschaftsmathematik (BSc, MSC): TU Wien
  • Wirtschaftsmathematik (Masterprogramm): Uni Graz
  • Biomedical Engineering mit Schwerpunkt Mathematical & Computational Biology (MSc): TU Wien
Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Technische MathematikerInnen arbeiten häufig bei der Definition und Lösung von Problemen mit WissenschafterInnen anderer Fachgebiete, also interdisziplinär, zusammen.

Die Internationalisierung der Forschungsabwicklungen und die Interdisziplinarität der Arbeitsbereiche stellen hier einen hohen Weiterbildungsbedarf dar. Relevant sind Sprachkenntnisse, Datenanalyse, betriebswirtschaftliche oder branchenbezogene Zusatzqualifikationenwie etwa Fahrzeugtechnik, Raumfahrttechnik, Energiewirtschaft, Produktionstechnik, Robotik, Lasertechnik, Plasmabeschichtung, Medizintechnik und bildgebende Verfahren, Nanotechnik.

Auf universitärer Ebene bieten sich spezifische Universitätslehrgänge an, z.B. Angewandte Informatik – IT-Werkzeuge und neue Medien erfolgreich anwenden (Universität Innsbruck) sowie die Universitätslehrgänge Mathematics for Industry und angewandte Mustererkennung.

Es gibt Masterstudien (z.B. Mathematik in den Naturwissenschaften oder Industriemathematik).

In Deutschland und der Schweiz werden eigene Fachhochschullehrgänge zu "Modelling und Simulation" angeboten.

Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Forschung fördert bestimmte nationale und internationale Forschungsprojekte. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Stellen (vor allem für wissenschaftliche MitarbeiterInnen) ausgeschrieben; Infolink: https://bmbwf.gv.at

Der Bereich Forschungsrecht bietet ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten: Von den Gesetzen über Forschungsorganisation und Forschungs- und Technologieförderung bis hin zu Gentechnik-Gesetzen.

Je nach Anwendungsgebiet können Zusatzqualifikationen z.B. in wirtschaftlichen oder technischen Sachgebieten weitere Berufschancen eröffnen.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Naturwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Mathematik, Computational Sciences (CS)
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