ChemikerIn - Physikalische Chemie

Berufsbereiche: Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.700,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Die physikalische Chemie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Physik und Chemie.

Der Schwerpunkt liegt in der Untersuchung chemischen Verhaltens unter Anwendung physikalischer Methoden. Untersuchungsgegenstände sind z.B. die Gebiete der Elektrochemie, Thermochemie, Fotochemie, Oberflächenchemie, Kristallografie. Es kommen physikalische Verfahren, wie etwa Trocknung, Veraschung und Spektralanalyse zur Anwendung. Spektralanalyse ist eine Sammelbezeichnung für Verfahren zur Zerlegung und Auswertung von Spektren um die Zusammensetzung einer Probe zu ermitteln. Mithilfe der Spektralanalyse bekommen Astronomen sogar Informationen über die chemische Zusammensetzung von Himmelskörpern.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Entwicklung neuartiger Materialien und Oberflächen
  • Neue physikalische Methoden und Verfahren entwickeln
  • Experimente planen und durchführen
  • Versuchsabläufe vorbereiten
  • Messungen durchführen und auswerten
  • Laboranalysen
  • Neuartige Materialien testen
  • Forschungsergebnisse auf Konferenzen und Fachtagungen vortragen

 

Siehe auch den Kernberuf ChemikerIn.

Siehe auch:

Für die Ausbildung ist naturwissenschaftlich-technisches Interesse erforderlich sowie

  • Analytisches Denkvermögen
  • Wissenschaftliche Neugierde und Kreativität
  • Eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber chemischen Reaktionsprodukten: z.B. austretende Gase und Gerüche
  • Gute Feinmotorik für Labortätigkeiten

 

Für viele Aufgaben ist Ausdauer und ein sicherer Umgang mit Softwaretools (Simulationen, Statistik) erforderlich Im Bereich Forschung sind Fremdsprachenkenntnisse wichtig (Literatur, Expertenaustausch). Englisch ist auch die Wissenschafts- und Verhandlungssprache.

Wichtige Industriebranchen als Arbeitgeber sind z.B.: Biochemie bzw. Biotechnologie, Nahrungsmittelindustrie, Farbenindustrie, Pharmaindustrie. Für ErdölchemikerInnen bestehen in erster Linie in der Erdöl verarbeitenden Industrie Arbeitsmöglichkeiten. Darüber hinaus finden sich ChemikerInnen mit Hochschulabschluss auch in den Bereichen Verkauf, betrieblicher Umweltschutz oder Qualitätssicherung.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Erwerbstätigkeit als ZiviltechnikerIn.

Die chemische Industrie gehört zu den größten und bedeutendsten Industriebranchen in Österreich. Einen Auszug aus den Anteilen der Branchen nach Produktionswert bietet der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs - FCIO.

Die Themen Umweltanalytik und Chemieinformatik spielen in allen Bereichen der Chemie und Biotechnologie eine große Rolle. Im Bereich Umweltanalytik (z.B. Umweltbetriebsprüfung und Umweltbegutachtung) werden auch Forschungsgelder investiert. Neue Technologien wie Internet of Things, Data Intelligence und Data Science sind mit der Informatik (Systeme und Methoden) und deren Schnittstellen verbunden - in diesem Bereich bestehen ebenso berufliche Entwicklungschancen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemikerIn", dem der Beruf "ChemikerIn - Physikalische Chemie" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universitäten bieten einschlägige oder kombinierte Studiengänge mit verschiedenen Schwerpunkten (z.B. Physikalische Chemie). Beispiele für Studiengänge im Bereich Chemie

  • Chemie: Universitäten Wien, Innsbruck, Graz, TU Graz
  • Lebensmittelchemie: Uni Wien
  • Technische Chemie: JKU Linz, TU Wien
  • Polymer Chemistry: JKU Linz
  • Applied Chemistry: FH Krems
  • Chemie und Technologie der Materialien: Uni Wien
  • Chemistry and Chemical Technology (vormals TechnischeChemie): JKU Linz
  • Management in Chemical Technologies (vormals Wirtschaftsingenieurwesen Technische Chemie): JKU Linz

 

Die Montanuniversität Leoben bietet den Studiengang Industrielle Umweltschutz- und Verfahrenstechnik.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Es bestehen zahlreiche Fort- und Weiterbildungsangebote, z.B. im Bereich

  • Verfahrenstechnik
  • Prüftechnik
  • Umweltmanagement und Umweltanalytik
  • Materialwissenschaften
  • Material- und Nanowissenschaften
  • Composite-Werkstoffe (polymere Composites für Fahrzeug- und Flugzeugtechnik)
  • Computertechnik/Chemie-Informatik

 

Die Fachhochschule Kufstein bietet den (kostenpflichtigen) Masterlehrgang Bio Inspired Engineering. Die Fachhochschule Joanneum bietet den Masterstudiengang Massenspektrometrie und molekulare Analytik.

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen z.B. in Funktionen als AbteilungsleiterIn, LeiterIn in der Entwicklung und Produktion, als UmweltbeauftragteR, QualitätsmanagerIn oder ProjektleiterIn.

Spannende Aufgaben bietet auch die Industrie, vor allem der Bereich Forschung und Entwicklung. ProjektleiterInnen sind z.B. verantwortlich für die Entwicklung und die Übertragung von Laborverfahren auf industrielle Maßstäbe sowie Verbesserung bestehender Produktionsverfahren.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht darüber hinaus die Möglichkeit zur selbstständigen Erwerbstätigkeit als ZiviltechnikerIn oder UnternehmensberaterIn. Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

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