GeochemikerIn

Berufsbereiche: Chemie, Biotechnologie, Lebensmittel, Kunststoffe / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.280,- bis € 2.700,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Geochemie ist ein Gebiet der Geowissenschaften, das sich mit der Verteilung von chemischen Stoffen auf der Erde beschäftigt. GeochemikerInnen befassen sich mit der Entstehung, Häufigkeit und dem Verhalten der chemischen Elemente auf der Erde in den unterschiedlichen geologischen Prozessen. Sie untersuchen die chemische Zusammensetzung von Gesteinen und Mineralen, z.B. um deren Entstehungsprozess zu verstehen, um Verunreinigungen von Böden und Wasser zu bestimmen oder um deren Nutzung als Baustoffe zu untersuchen.

GeochemikerInnen entnehmen Proben aus Gesteinen, Wasser und Luft und analysieren diese im Labor mit Hilfe von unterschiedlichen chemisch-analytischen Methoden auf ihre chemische Zusammensetzung, z.B. durch Spektralanalysen. Je nach Tätigkeitsbereich verfolgen sie dabei unterschiedliche Forschungsfragen und Erkenntnisinteressen. Im Bereich der wissenschaftlichen Forschung versuchen sie Gesetzmäßigkeiten und Eigenschaften von Mineralen und Gesteinen sowie Erkenntnisse zu Zeit und Art der Entstehung abzuleiten.

Im Bereich der Rohstoffindustrie befassen sich GeochemikerInnen vor allem mit der Suche nach möglichen Rohstoffvorkommen sowie mit der Aufbereitung von Rohstoffen, z.B. zur Energienutzung. Zudem beschäftigen sie sich im Industriebereich mit der Entwicklung und Optimierung von mineralischen Werkstoffen. Weiters können GeochemikerInnen auch im Bereich Umwelttechnik tätig sein, wo sie die Auswirkungen von Schadstoffen auf die Umwelt untersuchen und z.B. Grenzwerte für Verunreinigungen von Luft, Wasser und Boden messen und kontrollieren.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Mess- und Untersuchungsdaten einholen
  • Chemischen Eigenschaften von Gesteinen analysieren
  • Labortechnische Geräte bedienen
  • Versuchsabläufe dokumentieren
  • Schadstoffbelastung analysieren
  • Ergebnisse auswerten und interpretieren
  • Forschungsberichte verfassen
  • Mineralische Werkstoffe optimieren
  • Forschungsergebnisse präsentieren
  • Vorträge halten
Siehe auch:
  • Auge-Hand-Koordination
  • Englischkenntnisse
  • Gutes Sehvermögen
  • Interesse für Chemie und Physik
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisch-analytisches Denken
  • Problemlösungsfähigkeit
  • Selbstständiges Arbeiten

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Unternehmen und Branchen:

  • Rohstoffindustrie
  • Betriebe der Geotechnik
  • Chemische Industrie
  • Bergbauunternehmen
  • Behörden und Ämter
  • Fachhochschulen
  • Universitäten

Die Rohstoff- und Bergbauindustrie ist in hohem Maße von den globalen Rohstoffpreisen abhängig, die während der Corona-Krise starken Schwankungen ausgesetzt waren. Die chemische Industrie zählt zu den größten Industriebranchen in Österreich. Trotz der Corona-Pandemie und Lieferengpässen sowie steigender Energie- und Rohstoffpreise werden die Aussichten für die Chemiebranche vorsichtig optimistisch eingeschätzt.

Sowohl im Bergbau und der Rohstoffindustrie als auch in der chemischen Industrie treten vermehrt Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels in Kraft. So wurde mit dem "Green Deal" von der EU ein Instrument vorgelegt, durch welches umfangreiche Maßnahmen zur Ökologisierung der Industrie umgesetzt werden sollen. Beispiele sind der Wegfall von klima- und gesundheitsschädlichen Stoffen, Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität, die Umstellung auf umweltfreundliche Herstellungsverfahren sowie die Erschließung neuer ökologischer Rohstoffe. Zudem ist eine Abkehr der Nutzung fossiler Ressourcen zu erwarten.

GeochemikerInnen verfügen über sehr spezialisiertes Fachwissen, welches nur in ausgewählten Bereichen und Branchen benötigt wird. Die Berufsaussichten von GeochemikerInnen sind daher eingeschränkt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ChemikerIn", dem der Beruf "GeochemikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Eine gute Basis für diesen Beruf bilden z.B. Bachelor- und Masterstudiengänge an Universitäten oder Fachhochschulen in den Bereichen Geowissenschaften, Geologie, Erdwissenschaften oder Chemie. Ebenso besteht die Möglichkeit, ein Doktoratsstudium zu absolvieren, in dem insbesondere vertiefte Kenntnisse des wissenschaftlichen Forschens in einem der genannten Bereiche erlangt werden und auf eine Laufbahn im wissenschaftlichen Bereich vorbereiten.

Bachelorstudien im Bereich Geowissenschaften oder Erdwissenschaften vermitteln z.B. Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Chemie, Physik, Geowissenschaft, Mineralogie, Paläontologie, Geochemie, Umweltgeowissenschaften, Hydrogeologie, Geophysik und Geomechanik. Im Rahmen von aufbauenden Masterstudien werden die Kompetenzen im jeweiligen Fachbereich nochmals vertieft und erweitert.

Voraussetzung für ein Studium ist die Hochschulreife, die entweder durch eine erfolgreich abgeschlossene Matura, eine Studienberechtigungsprüfung oder eine Berufsreifeprüfung erlangt werden kann. An Fachhochschulen ist es teilweise auch Personen ohne Hochschulreife möglich, ein Studium zu beginnen, sofern sie über eine einschlägige berufliche Qualifikation verfügen und Zusatzprüfungen in bestimmten Fächern ablegen.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen an Universitäten und Fachhochschulen z.B. in Form von Lehrgängen sowie Seminaren in Bereichen wie Sprengtechnik, Korrosionskunde, Qualitätssicherung im chemischen Labor oder Rohstoffaufbereitung.

Für Einsätze im Gelände, z.B. zur Probenentnahmen von Gesteinen, sind Kletter- und Lawinenkurse sinnvolle Weiterbildungen.

Weiterbildungen können auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. in den Bereichen Umwelttechnik, Innovationsmanagement, Qualitätsmanagement oder Projektmanagement.

Formale Aufstiegsmöglichkeiten in industriellen und gewerblichen Betrieben sind z.B. leitende Funktionen wie kaufmännischeR LeiterIn, AbteilungsleiterIn, ProduktionsleiterIn oder QualitätsmanagerIn. Weiters besteht mit einer entsprechenden Weiterbildung die Möglichkeit, im wissenschaftlichen Bereich tätig zu sein, z.B. in der wissenschaftlichen Forschung oder als DozentIn an Hochschulen.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen der reglementierten Gewerbe "Ingenieurbüros (Beratende IngenieurInnen)" oder des Rechtskraftgewerbes "Chemische Laboratorien" möglich.

Für reglementierte Gewerbe muss bei der Gewerbeanmeldung der jeweils vorgeschriebene Befähigungsnachweis, z.B. in Form einer Befähigungsprüfung, eines bestimmten Schul- oder Studienabschlusses oder einer fachlichen Tätigkeit, erbracht werden. Bei Rechtskraftgewerben benötigt man zusätzlich die Genehmigung durch die Gewerbebehörde.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der reglementierten Gewerbe (BMDW).

Zudem ist eine selbstständige Berufsausübung nach Abschluss einer Ziviltechnikerprüfung als IngenieurkonsulentIn möglich. Nähere Informationen zur Ziviltechnikerprüfung finden Sie auf der Website der Kammer der ZiviltechnikerInnen, ArchitektInnen und IngenieurInnen.

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