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BionikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.420,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: stark steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Während in der Biotechnologie die Nutzung von Lebewesen zur Produktion oder dem Abbau gewünschter Stoffe beiträgt, dienen in der Bionik die Lebewesen als Ideengeber.

BionikerInnen befassen sich mit dem kreativen Umsetzen von Erkenntnissen aus der Biologie in technische Anwendungen. Sie erforschen dazu biologische Systeme, Prozesse und Strukturen bei Pflanzen und Tieren. Zudem nutzen sie biologische Prinzipien und Phänomene um innovativ technische Fragestellungen zu lösen. Der bekannte Lotusblatt-Effekt bei Antihaftbeschichtungen ist auch eine Anwendung aus der Bionik.

Weitere Beispiele:

  • Haftstruktursysteme für Verbindungen: Klette - Klettverschluss
  • Nanostrukturen für klebstofffreies Haften: Gecko - Klebefolie
  • Befestigungssysteme für zuverlässiges Fixieren: Zikade - Dübel
  • Kontaktflächenanpassung beim Bremsvorgang: Katzenpfoten - Autoreifen
  • Fruchtschalenstrukturen zur Stoßdämpfung: Pampelmuse - Motorradhelm
  • Absicherung gegen Schockenergie: Spechtkopf- Aufprallschutz
  • High-Tech-Datenübertragungssysteme für Unterwasser: Delphin - Modem
  • Selbstreparierende Materialien: Lianen - Rissreparatur
  • Konstruktionselemente für Leichtbau und Brücken: Bananenblatt - Zugseile
  • Widerstandsfähigkeit gegenüber Stoß, Druck und Abrieb: Tiefseeschnecke - Pipelines
  • u.v.a.

 

Die Bionik – gebildet aus Biologie und Technik ist hochgradig transdisziplinär. BionikerInnen arbeiten eng mit BiologInnen, ZoologInnen, IngenieurInnen, ArchitektInnen, PhysikerInnen, ChemikerInnen und MaterialforscherInnen und zum Teil sogar mit DesignerInnen zusammen.

Siehe auch die Berufe BiologIn (Tierbiologie), BiotechnologIn, MaschinenbautechnikerIn, Industrial Designer.

Unbedingt erforderlich: Grundlagen der Physik (Ideen aus der Biologie müssen in die Technik umgesetzt werden) sowie

  • Analytisches Denkvermögen
  • Abstraktionsvermögen
  • Wissenschaftliche Neugierde und Kreativität
  • Innovationskraft
  • Kontakt- und Teamfähigkeit: Für interdisziplinäres Arbeiten

Interessante Tätigkeitsfelder bieten u.a. die Solarindustrie, die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrtindustrie, sowie die Lehre im akademischen Bereich. Die Bionik ist ein hochinnovative und wachsende Wissenschaft. Es entstehen immer mehr unterschiedlichen Fachrichtungen, in denen Bionikerinnen sehr gefragt sind, wie z.B.

  • Architekturbionik
  • Energiebionik
  • Biomechatronik & Robotik
  • Oberflächen & Grenzflächen
  • Kommunikation & Sensorik
  • Leichtbau & Materialien
  • Fluiddynamik

 

Oft werden botanische Gärten als Freiland-Labore genutzt. Bionikerinnen analysieren weltweit aus einem Pool von mehr als je 1,5 Millionen Tier- und Pflanzenarten, um Vorbilder für technische Innovationen zu entdecken.

Siehe auch die Berufe BiomedizinischeR AnalytikerIn.

Im Bereich Bionik besteht grundsätzlich Bedarf, denn in diesem Bereich herrscht Fachkräftemangel. Es bestehen grundsätzlich vielfältige berufliche Möglichkeiten:

BionikerInnen sind in Entwicklungsabteilungen (international) an der Konstruktion neuer und innovativer Materialien und der Entwicklung technischer Lösungen tätig.

Relevante Branchen sind unter anderem: Luft- und Raumfahrtindustrie, Kraftfahrzeugtechnik (z.B. Autoreifen mit verbesserter Bodenhaftung), Maschinenbau, Robotik (Optimierungsverfahren für Industrieroboter), Materialdesign in der Medizintechnik, Photonik, Bautechnik und Biomedizin, Materialwissenschaften und Werkstofftechnik.

Spezialisierung kann z.B. im Bereich biometrische Materialien oder in der Biomechatronik erfolgen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Biotechnologe/-technologin", dem der Beruf "BionikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

BionikerInnen nutzen als Basis für Untersuchungen bzw. um Erkenntnisse zu gewinnen die Technische Biologie (quantitative Erforschung biologischer Strukturen und Funktionen mit Methoden der Physik und der Ingenieurwissenschaften).

Für die technische Umsetzung dieser Erkenntnisse ist eine Ausbildung bzw. sind vertiefte Kenntnisse aus der jeweiligen Ingenieurwissenschaft (Textil-, Bauingenieurwesen oder andere) erforderlich.

Uni: Z.B. Technische Biologie.
FH: Z.B. Bionik/ Biomimetics in Energy Systems (Energiebionik).

Die FH OÖ plant ab 2018 den Studiengang "Robotic Systems Engineering" (Dipl. Ing.) als duales Studium - Infos der FH.

Die FH Kufstein bietet den (kostenpflichtigen) Masterlehrgang „Bio Inspired Engineering".

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterbildung in den jeweiligen Fachrichtungen und Bereichen, wie z.B. Architektur, Medizintechnik, Prothetik, Raumfahrt, Gerätebau, Sportartikel (z.B. Dämpfung bei Skiern), Qualitätsmanagement, Rechtskenntnisse (Patente).

Per Definition ist die Bionik die „Wissenschaft von Systemen, die nach der Art oder in der Art oder ähnlich der Art lebender Systeme arbeiten“ (J. E. Steele, 1958-1960).

Generell können Fachleute die Planung und Konstruktion von Systemen übernehmen, deren Funktionen die von biologischen Systemen nachahmen oder deren charakteristischen Eigenschaften aufweisen. In diesem Sinne können BionikerInnen als DesignkonstrukteurIn (im 3D-Druck, Maschinenbau, Nanomaterialien etc.) tätig sein.

BionikerInnen können auch die Planung und Installation von Organisationsstrukturen übernehmen, welche die Wechselbeziehungen biologischer Organisationsmuster nachahmen.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Naturwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Biologie
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