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MedizinphysikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.570,- bis € 2.960,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Um in Österreich als MedizinphysikerIn tätig werden zu können, müssen fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten gemäß § 6 Abs. 1 Z 1 der Medizinischen Strahlenschutzverordnung erworben/nachgewiesen werden.

 

Tätigkeitsmerkmale

MedizinphysikerInnen sind vorwiegend in Bereichen tätig, in denen ionisierende Strahlung zur Anwendung kommt. Sie befassen sich mit dem Einsatz medizintechnischer Geräte im Rahmen der medizinischen Therapie und Diagnostik.

Im Bereich Strahlentechnologie untersuchen MedizinphysikerInnen die biologischen Wirkungen, die von Röntgenstrahlen und radioaktiven Substanzen ausgelöst werden. Sie arbeiten an Lösungen im Zusammenhang mit physikalisch-technischen Problemen, welche im täglichen Krankenhausalltag auftreten können. Zudem führen sie die Kalibration und Eichung von Bestrahlungsgeräten und Messgeräten durch.

Zu ihren Aufgaben gehört auch die digitale Bildverarbeitung in der Radiologie. Im Bereich Audiologie führen sie physikalische Messungen bei Menschen mit Hörproblemen durch. Sie wirken in Projekten zur Miniaturisierung von Geräten mit, wie etwa implantierbare Hörhilfen.

Weiters überprüfen sie die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen, diagnostischen Referenzwerte. Sie sind für die Positionskontrolle bei der Behandlung von PatientInnen am Linearbeschleuniger zuständig. Ihre Tätigkeit kann die Bereiche Optik, Akustik, Ultraschall und Magnetresonanztomographie (elektromagnetische Wellen) umfassen.

MedizinphysikerInnen überwachen auch die Auswertung von Personendosimetern. Das sind Messgeräte, die am Körper getragen werden. Diese dienen zur Messung der Röntgen- und Gammastrahlung, während die Person (PatientIn) einer bestimmten Strahlendosis unterzogen ist (vgl. Broschüre "Gesundheitsberufe in Österreich" Ausgabe 2019).

Spezialisierungsmöglichkeiten bieten unter anderem die Bereiche: Nuklearmedizin, Röntgendiagnostik, Strahlentherapie und Strahlentherapiegeräte (z.B. Gamma Knife) und Strahlenschutz.

Siehe auch den Kernberuf PhysikerIn sowie die Berufe BiophysikerIn und Radiologietechnolog(e)in.

Zu den grundlegenden Anforderungen gehört ein hohes Maß an logisch-analytischem Denkvermögen und mathematisches Interesse. Wichtig ist die Freude an Technik und Physik (Kern- und Isotopenphysik Elektrophysik, Atomphysik und Teilchenphysik) sowie wissenschaftliche Neugierde und Kreativität, Interesse an Grundlagenwissen aus der Medizin.

Aufgrund der häufig erforderlichen Zusammenarbeit mit SpezialistInnen aus unterschiedlichsten Fach- und Wissenschaftsbereichen, ist ein hohes Maß an Kontakt- und Teamfähigkeit nötig, sowie interkulturelle Kompetenz (z.B. für internationale Projektarbeiten).

Die wissenschaftliche Literatur ist häufig in Englisch abgefasst ist, daher sind Kenntnisse dieser Sprache von Vorteil.

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

Um die Fachanerkennung als MedizinphysikerIn zu erlangen, kann es in einigen Ländern der EU zusätzlich notwendig sein, zusätzliche Berufspraxis vorzuweisen.

Karrierechancen bestehen grundsätzlich in den Bereichen Nuklearmedizin, in der Röntgendiagnostik und Strahlentherapie, im Rahmen von Konsulententätigkeiten sowie im Bereich technisch-industrielle Anwendungen (z.B. in Forschung und Entwicklung).

Es bieten sich weiters Tätigkeiten an: als SachbearbeiterIn zur Aufarbeitung technisch-wissenschaftlicher Informationen, als Strahlenschutzgutachten für Strahlentherapie oder im Laserschutz, als SachverständigeR und im Consulting. MedizinphysikerInnen arbeiten manchmal in akkreditierten Prüfstellen.

In Österreich ist der überwiegende Teil der MedizinphysikerInnen in Bereichen tätig, in denen ionisierende Strahlung zur Anwendung kommt, mehr als die Hälfte davon in der Strahlentherapie. Ein deutlich geringerer Teil ist in anderen Bereichen wie Optik, Akustik, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie tätig.

Im Bereich der Schnittstelle von Physik und Medizin werden - aufgrund der technologischen Entwicklung - in Zukunft MedizintechnikerInnen und MedizinphysikerInnen national und international eingesetzt: in der Entwicklung, Produktion und Zulassung, Qualitätssicherung, im Produktmanagement, auch für die qualifizierte Beratung und den technischen Vertrieb.

Aufgrund der fortschreitenden technologischen Entwicklung sind zunehmend ForscherInnen gefragt, welche beide Domänen (Physik und Medizin) verbinden.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MedizinphysikerIn", dem der Beruf "MedizinphysikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Neben der Ausbildung ist die „Fachanerkennung für Medizinische Physik“ der Österreichischen Gesellschaft für Medizinische Physik (ÖGMP) nötig.

MedizinphysikerInnen müssen in jedem Fall nachweislich über bestimmte Kenntnisse verfügen (siehe im österreichischen Rechtsinformationssystem RIS im 3. Abschnitt §9 und §10 sowie Anlage 2).

Beispiele für Ausbildungen
Uni:
Technische Physik, Elektrotechnik (Studienzweig Elektromedizin), Medizintechnik, Physikalische Energie- und Messtechnik (MSc). Detaillierte Infos bieten auch die AnsprechpartnerInnen der MedUni Wien.

UNI-Lehrgang: Medizinische Physik (Ausbildung steht im Einklang mit den Richtlinien der European Federation of Medical Physicists und derzeit vorliegenden Entwürfen der EU für die Ausbildung von MedizinphysikerInnen).

FH: Medizintechnik, Medizintechnik-Medical Engineering (MSc, Unterrichtssprache: Englisch). Radiologietechnologie (mit Zusatzausbildung, z.B. Universitätslehrgang "Medizinische Physik" an der MedUni Wien).

Die erforderliche praktische Ausbildung für die ÖGMP Fachanerkennung, kann im Rahmen der Tätigkeiten als MedizinphysikerIn während der Ausbildung erbracht werden. Tagesaktuelle rechtliche Infos bitte beim österreichischen Rechtsinformationssystem - RIS einholen!

Infos über gesetzlich geregelte Gesundheitsberufe bietet die Broschüre "Gesundheitsberufe in Österreich" auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz, URL: sozialministerium.at-MedizinphysikerIn.

Interdisziplinäre Studiengänge:
Biomedical Engineering, Biomedical Engineering Sciences (MSc), Health Assisting Engineering (MSc, technikgestützte Diagnose- und Therapiesysteme). Der Studiengang Biomedical Engineering enhält das Modul: "Medizinphysik und bildgebende Verfahren".

Spezifische Infos über Zusatzqualifikationen bietet die Website der Med Uni Wien und der Österr. Gesellschaft für Medizinische Physik , URL http://www.oegmp.at - Überschrift Ausbildungsweg.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Dieser Beruf unterliegt der regelmäßigen Fortbildungspflicht!

MedizinphysikerInnen müssen jeweils in Zeiträumen von sechs Jahren die erfolgreiche Teilnahme an fachspezifischen Fortbildungsveranstaltungen in einem bestimmten Ausmaß an Stunden nachweisen. Tagesaktuelle Infos im österreichischen Rechtsinformationssystem - RIS.

Die Möglichkeiten zur beruflichen Entwicklung sind sehr vielfältig. Fort- und Weiterbildung erfolgt häufig im Rahmen der beruflichen Tätigkeit. Es existieren Lehrgänge, z.B: Medizinische Physik (MedUni Wien).

Die Österreichische Gesellschaft für Medizinische Physik - ÖGMP bietet ebenso Aus- und Weiterbildungsprogramme (z.B. Strahlenschutz in der Medizin). Eine Liste weiterer Organisationen findet sich auf der Website der ÖGMP.

Ein relevanter Bereich ist die Entwicklung komplexer Algorithmen (z.B. Monte Carlo Simulationen, Kompartmentmodelle) zur Planung oder Simulation bei der Erforschung und Entwicklung von Detektoren und der dazugehörenden Software.

MedizinphysikerInnen können auch, je nach (Zusatz)Qualifikation, als ForscherIn tätig sein. Forschungsarbeiten werden z.B. auf dem Gebiet der Frequenz-Medizin und Regulationstherapie durchgeführt. Es geht um das Erforschen von Musik und deren physikalischen Eigenschaften als Trägermedium (vgl. mozart-science.at).

Lehrgänge im Bereich der Musiktherapie werden von der Universität für Musik und darstellende Kunst in Kooperation mit der Medizinischen Universität und der Karl-Franzens-Universität (alle drei in Graz) geführt. Die FH Kufstein bietet den (kostenpflichtigen) Masterlehrgang „Bio Inspired Engineering".

Es kann die technische Leitung eines Krankenhauses, einer entsprechenden Station oder Abteilung (Strahlentherapie, Nuklearmedizin) angestrebt werden. Sie leiten z.B. Projekte zur Entwicklung und Erweiterung bestehender Techniken.

Der Bereich Forschungsrecht bietet ebenfalls Entwicklungsmöglichkeiten: Von den Gesetzen über Forschungsorganisation, Forschungs- und Technologieförderung bis hin zu Gentechnik-Gesetzen.

Aufgabenfelder erschließen sich zudem in der Erforschung, Entwicklung und Produktion neuer Detektoren sowie zur Softwareentwicklung für deren Steuerung und Auswertung.

Das Bundesministerium für Bildung Wissenschaft und Forschung fördert bestimmte nationale und internationale Forschungsprojekte. In diesem Zusammenhang werden immer wieder Stellen - vor allem für wissenschaftliche MitarbeiterInnen - ausgeschrieben; Infolink: https://bmbwf.gv.at.

Infos über aktuelle Forschungsschwerpunkte sowie eine Statistik über Forschungsgruppen bietet die Österreichische Physikalische Gesellschaft - PG, URL: https://www.oepg.at.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn.

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