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MedizintechnikerIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: ab € 2.740,- bis k.A. * Arbeitsmarkttrend: steigend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Die Medizintechnik erforscht und entwickelt Produkte und Lösungen für medizinische Probleme auf elektrotechnischer und informationstechnischer Grundlage.

In Gesundheitseinrichtungen sorgen MedizintechnikerInnen für den laufenden Betrieb der medizinischen Geräte. Sie führen Funktionsprüfungen und einfache oder komplexere Wartungsarbeiten durch. Sie führen regelmäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten durch.

Sie sind auch für die Planung komplexer Anschaffungen, z.B. medizinischer Großgeräte, zuständig. Darüber hinaus entwickeln MedizintechnikerInnen auch bestehende Geräte und Produkte aus der (Bio)Medizintechnik weiter. Sie entwickeln auch neue Geräte zur Lösung medizintechnischer Aufgabenstellungen.

Beispiele für Anwendungen:

  • Magnetresonanztechnik
  • Geräte- und Rehabilitationstechnik
  • Biologische Gewebe- und Oberflächen
  • Biomechanik (z.B. Prothesen)
  • Video based Eye Movement Tracker*
  • Bildgebende Diagnosesysteme (z.B. Computertomographie)
  • Simulation von Therapieverfahren

 

MedizintechnikerInnen prüfen die Einhaltung der regulatorischen und gesetzlichen Anforderungen an die Herstellung und den Betrieb von Medizingeräten und Medizinprodukten.

Ein Trend besteht in Bezug auf medizinischem 3D-Druck um passgenaue (gewichtoptimierte) Implantate und sogar filigrane Metallteile zu erstellen. Als Grundlage dienen digitale 3D-Modelle, dazu wird ein spezielles Dateiformat verwendet, welches Informationen über ein 3D-Modell enthält (z.B. eine CAD Datei).

Siehe auch die Berufe Biomedizinische AnalytikerIn, RadiologietechnologIn und BionikerIn.

 

*Gerät zur Augenüberwachung: Dieses dient z.B. bei der Laserbehandlung zur Sicherstellung, dass der Laser die Hornhaut an der geplanten Stelle behandelt. Das Gerät schaltet bei der Augenbewegung ab bis das Auge wieder die richtige Position hat.

Wichtig ist ein naturwissenschaftlich-technisches Verständnis. Aufgrund der häufig erforderlichen interdisziplinären Zusammenarbeit mit SpezialistInnen aus unterschiedlichsten Fach- und Wissenschaftsbereichen auch ein hohes Maß anund Teamkompetenz nötig.

Wichtig ist auch die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu erfassen und diese verständlich zu kommunizieren sowie

  • Freude an Technik
  • Handgeschicklichkeit
  • Verständnis klinischer Abläufe, Kenntnisse im Prozessmanagement
  • Kenntnis der facheinschlägigen Vorschriften in der Medizintechnik
  • Kenntnis der technischen Standards im Gesundheitswesen (z.B. Dicom, HL7, IHE)
  • Konflikt- und Problemlösungsvermögen
  • Grundlagenwissen aus der Medizin ist ebenfalls nötig
  • Die Fehlersuche erfolgt auch am Abend oder am Wochenende

 

In Stellenanzeigen werden in der Regel als zusätzliche Qualifikationen vor allem Kenntnisse des Vergaberechts (Projekte) und Weiterbildungsbereitschaft (Medizinproduktegesetz, technische Neuerungen) gefordert.

Im Bereich Medizintechnik tätige Personen sind bei Herstellern von medizinischen Geräten und Medizinprodukten, bei Zulassungsstellen von Medizinprodukten oder in Medizintechnikabteilungen von Gesundheitseinrichtungen sowie in der medizintechnischen Forschung in entsprechenden Forschungseinrichtungen beschäftigt. Auch sind sie in Gesundheitseinrichtungen tätig.

 

Ein Trend besteht in Bezug auf medizinischem 3D-Druck:

Mittels 3D-Druck lassen sich geometrisch komplexe Formen drucken. Forscher entwarfen ein Knochenstück nach den Daten einer Computertomografie um den fehlenden Teil eines Kieferknochens passgenau zu ersetzen. Nach dem Ausdrucken gaben sie es in eine Nährlösung - dort vermehrten sich die gedruckten Zellen und bildeten schließlich festen Knochen.

Das Drucken von Organen befindet sich noch in der Forschung und Entwicklung. Forscher aus Dresden und Chemnitz nutzen 3D-Druck zur Bekämpfung gynäkologischer Krebsarten (3D-Druck in der Medizin, 2017, URL: 3D-grenzenlos.de).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "MedizintechnikerIn", dem der Beruf "MedizintechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

In Stellenausschreibungen wird meistens eine technische Ausbildung im Bereich Medizintechnik, Elektrotechnik, Mechatronik oder Maschinenbau gefordert. Beispiele für Studiengangsbezeichnungen:

  • Medizintechnik/Medical Engineering
  • Elektrotechnik mit Spezialisierung Medizintechnik
  • Mechatronik mit Spezialisierung Medizintechnik
  • Biomedizinische Technik (Schwerpunkte: Medical Imaging and Data Engineering, Rehabilitation Engineering, Cell- & Tissue Engineering)

 

Studien im Bereich Medizintechnik enthalten unter anderem die Lehrveranstaltungen Elektrotechnik, Medizinische Elektronik, Informatik, Ingenieurmathematik, Physik, Biomechanik und Kommunikationstechnologien.

Es besteht eine enge Verknüpfung zwischen Medizintechnik (Medical Engineering) und Medizininformatik. Die Medizintechnik ist eine ingenieurwissenschaftliche Disziplin, die auch naturwissenschaftliches Grundlagenwissen sowie fachspezifisches Wissen z.B. in Biomedizintechnik oder Klinikingenieurwesen integriert.

 

Interdisziplinäre und weiterbildende Studienrichtungen:

Technische Physik (jeweils verschiedene Schwerpunkte), Clinical Engineering, Tissue Engineering and Regenerative Medicine.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kurzlehrgänge oder Zertifizierungen werden von verschiedensten Bildungseinrichtungen angeboten, z.B. Lehrgang zum/r zertifizierten Medizinprodukteberater/in (TÜV Akademie, Seibersdorf Academy, URL: https://shop.seibersdorf-laboratories.at) Quality & Regulatory Affairs Manager, Reinraumtechnik, Rohrleitungssysteme für medizinische Gase.

Universitätslehrgänge und Lehrgänge universitären Charakters ermöglichen eine fachliche Vertiefung bzw. Erweiterung, z.B. Strahlenschutz-Technik; Computational Life Sciences; Sicherheitsbeauftragte/r Gesundheit; Software als Medizinprodukt; Biobanking (Med UNI Graz).

Programmieren ist eine der wichtigen Skills Eine oder mehrere Programmiersprachen zu beherrschen wird zunehmend wichtig. Neue Technologien wie Internet of Things und Data Intelligence sind mit der Informatik (Systeme und Methoden) und deren Schnittstellen verbunden - das bedarf Informatikkenntnisse.

Österreich hat dazu letztendlich im Jänner 2017 ein Strategiepapier, die Digital Roadmap beschlossen, URL: digitalroadmap.gv.at. Demnach reichen nicht nur simple Anwenderkenntnisse, sondern Informatikkenntnisse als zentrale Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen.

Idealerweise münden medizinische Erkenntnisse in technologische Innovationen:

Nötig ist eine hohe Technikaffinität sowie Interesse an Medizin und Naturwissenschaften. Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten: z.B: InnovationsmanagerIn, SpezialistIn für die funktionale Sicherheit (Risikobewertung, Konzepterstellung und Sicherheitsanalysen), Project ManagerIn, TestingenieurIn, Data Analyst oder Requirement Engineer.

Requirement Engineering (Anforderungsmanagement) umfasst die Ermittlung, Analyse, Dokumentation, Validierung und Verwaltung von Anforderungen sowie die Ermittlung und Abklärung von Aufwandsabschätzungen und Machbarkeitsstudien.

Für AbsolventInnen bestimmter Studienrichtungen besteht die Möglichkeit zur selbstständigen Tätigkeit als ZiviltechnikerIn. Nähere Infos bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die Forschung beschäftigt sich mit Simulationen, Prozessor-Architekturen, Bildanalysen, Rechnernetzen, Künstlicher Intelligenz und Mobilkommunikation.

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