PflegefachassistentIn

Berufsbereiche: Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.500,- bis € 2.190,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Dieser Beruf kann nur ausgeübt werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen wurde. Auch die beruflichen Tätigkeiten orientieren sich an den gesetzlich vorgegebenen Inhalten der Ausbildung. Für die Ausübung dieses Berufs ist weiters die Registrierung im Gesundheitsberuferegister erforderlich.

Tätigkeitsmerkmale

PflegefachassistentInnen betreuen pflegebedürftige Menschen und unterstützen Diplomierte Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sowie ÄrztInnen, indem sie deren Anweisungen eigenverantwortlich erfüllen. Sie überwachen Puls, Blutdruck, Atmung und Temperatur der PatientInnen, dokumentieren diese Werte und reagieren auf Veränderungen oder geben diese Information an ihre Vorgesetzten weiter. Sie sind auch dafür verantwortlich, bettlägrige Menschen richtig zu lagern und wenden dafür bestimmte Techniken an. Außerdem sorgen sie für die Mobilisierung der PatientInnen.

Weiters verabreichen PflegefachassistentInnen beispielsweise Injektionen, schließen Infusionen an oder ab, führen EKG, EEG oder Lungenfunktionstests durch oder legen Mieder und Orthesen an. Zudem versorgen sie einfache Wunden, legen Bandagen sowie Wickel an, bereiten Blutabnahmen vor und führen diese, außer bei Kindern, auch durch. Zudem beraten und unterstützen sie Angehörige, auch in Krisensituationen. Sie wirken außerdem in der Ausbildung von Pflegeassistenzkräften mit.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • Gesundheitszustand der PatientInnen laufend kontrollieren
  • Medizinische Basisdaten aufnehmen, z.B. Blutdruck
  • Diagnostische Geräte bedienen, z.B. EEG
  • Injektionen verabreichen
  • Wunden versorgen und Bandagen anlegen
  • Angehörige beraten
  • Bei der Einschulung von PflegeassistentInnen mitwirken
  • Auge-Hand-Koordination
  • Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten
  • Bereitschaft, in den Abendstunden zu arbeiten
  • Fingerfertigkeit
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Gesundheit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Sinn für genaues Arbeiten
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B.:

  • Krankenhäuser
  • Arztpraxen
  • Pflege- und Altenheime
  • Kuranstalten
  • Rehabilitationszentren

Besonders durch die Corona-Krise wurde deutlich, dass in der medizinischen Versorgung, Pflege und Betreuung von Menschen Personalmangel herrscht, der durch die älter werdende Bevölkerung noch weiter steigen wird. Hinzu kommt eine hohe Fluktuation, auch aufgrund der teils belastenden Arbeitsbedingungen, sodass der Bedarf an Fachkräften bereits jetzt nicht gedeckt werden kann und dieser Mangel in den nächsten Jahren noch zunehmen wird. Die Berufsaussichten für PflegefachassistentInnen sind gut.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "PflegefachassistentIn", dem der Beruf "PflegefachassistentIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Grundlage für diesen Beruf bildet eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung an einer Schule für Gesundheits- und Krankenpflege. Sie dauert bei Vollzeitausbildung 2 Jahre und umfasst insgesamt 3.200 Stunden. Die Ausbildung schließt mit einer kommissionellen Prüfung und einem Diplom in der Pflegefachassistenz.

Für den Zugang zur Ausbildung ist ein Mindestalter von 17 Jahren sowie die erfolgreiche Absolvierung der 10. Schulstufe oder die Berechtigung zur Ausübung der Pflegeassistenz erforderlich. Für Personen mit erfolgreichem Abschluss als PflegeassistentIn verkürzt sich die Ausbildung zur PflegefachassistentIn um ein Jahr bzw. 1.600 Stunden.

Zusätzlich gibt es seit dem Schuljahr 2020/2021 Schulversuche, im Rahmen derer der Beruf PflegefachassistentIn an einer Höheren Lehranstalt für Sozialbetreuung und Pflege (5 Jahre mit Matura) erlernt werden kann bzw. an Fachschulen für Sozialberufe (3 Jahre) die Lehrinhalte für eine Pflegeassistenz- oder Pflegefachassistenz vorgezogen und im Anschluss angerechnet werden können.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Für PflegefachassistentInnen besteht eine Weiterbildungspflicht, die im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz, GuKG § 104 verankert ist. Demnach müssen innerhalb von 5 Jahren Fortbildungen im Umfang von mindestens 40 Stunden absolviert werden, z.B. in Form von Seminaren, Lehrgängen oder Kongressen. Weitere Informationen finden Sie z.B. auf der Website des Sozialministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz

Weiterbildungen können beispielsweise beim Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Pflegedokumentation
  • Pflegemanagement
  • Gesundheitsförderung
  • Krankenhaushygiene
  • Palliativpflege

Berufliche Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten für PflegefachassistentInnen bieten sich bei entsprechender Qualifikation etwa als LeiterIn des Pflegepersonals, als StationsleiterIn, in der Pflegedienstleitung oder im Ausbildungsbereich.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen des freien Gewerbes "Personenbetreuung" möglich.

Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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