PflegeassistentIn

Berufsbereiche: Soziales, Gesundheit, Schönheitspflege
Ausbildungsform: Schule
Einstiegsgehalt lt. KV: € 1.450,- bis € 2.190,- * Arbeitsmarkttrend: Corona-bedingt keine Angabe
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Dieser Beruf kann nur ausgeübt werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung abgeschlossen wurde. Auch die beruflichen Tätigkeiten orientieren sich an den gesetzlich vorgegebenen Inhalten der Ausbildung.

Für die Ausübung dieses Berufs ist die Registrierung im Gesundheitsberuferegister erforderlich.

Der Beruf "PflegeassistentIn" ist der Nachfolgeberuf des Berufs "PflegehelferIn". Personen, die eine Berufsberechtigung als PflegehelferIn besitzen, sind zur Ausübung des Berufs "PflegeassistentIn" und zur Führung der Berufsbezeichnung "Pflegeassistentin" bzw. "Pflegeassistent" berechtigt.

Tätigkeitsmerkmale

PflegeassistentInnen betreuen pflegebedürftige Menschen und unterstützen Fachkräfte des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sowie ÄrztInnen bei bestimmten Aufgaben im Bereich Diagnostik und Therapie. Sie helfen den PatientInnen bei der täglichen Körperpflege, richten Mahlzeiten an und unterstützen sie, falls erforderlich, beim Essen.

Weiters mobilisieren PflegeassistentInnen die PatientInnen, helfen ihnen beim Aufstehen, setzen sie auf oder betten sie um, damit keine Liegekomplikationen auftreten. Sie überziehen die Betten und sorgen für Sauberkeit und Hygiene im Patientenzimmer. PflegeassistentInnen verabreichen unter Anordnung und Aufsicht von ÄrztInnen Arzneimittel, führen standardisierte Blut-, Harn- und Stuhluntersuchungen durch, versorgen Wunden und überwachen medizinische Basisdaten, wie z.B. Puls, Blutdruck, Atmung oder Temperatur.

In der Heimpflege führen PflegeassistentInnen die von den Fachkräften des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege angeordneten Maßnahmen in den Wohnungen der PatientInnen durch. Im Krankenhaus kümmern sich PflegeassistentInnen auch um die Stationswäsche und reinigen medizinische Geräte.

Typische Tätigkeiten sind z.B.:

  • PatientInnen bei der täglichen Körperpflege unterstützen
  • Gesundheitszustand der PatientInnen beobachten
  • Medizinische Basisdaten erheben
  • In Notfällen lebensrettende Sofortmaßnahmen durchführen
  • PatientInnen mobilisieren
  • Pflegemaßnahmen dokumentieren
  • ÄrztInnen und Dipl. Gesundheits- und KrankenpflegerInnen unterstützen
  • Angehörige über Pflegemaßnahmen informieren
Siehe auch:
  • Bereitschaft, am Wochenende zu arbeiten
  • Bereitschaft, in den Abendstunden zu arbeiten
  • Freude am Kontakt mit Menschen
  • Interesse für Gesundheit
  • Konfliktfähigkeit
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Physische Ausdauer
  • Psychische Belastbarkeit
  • Sinn für Sauberkeit und Hygiene
  • Verantwortungsbewusstsein

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten z.B. folgende Institutionen:

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Senioren- und Pflegeheime
  • Mobile Hauskrankenpflege
  • Rehabilitationszentren
  • Arztpraxen

Besonders durch die Corona-Krise wurde deutlich, dass in der medizinischen Versorgung, Pflege und Betreuung von pflegebedürftigen bzw. älteren Menschen Personalmangel herrscht, der durch die älter werdende Bevölkerung noch weiter steigen wird. Zudem werden weniger Menschen von Familienangehörigen betreut, wodurch die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungsdienstleistungen ebenfalls steigt. PflegeassistentInnen können daher auch in den nächsten Jahren mit guten Berufsaussichten rechnen.

Gleichzeitig ist der öffentliche Gesundheitsbereich stark durch Einsparungen geprägt und der erhöhte Personalbedarf wird nicht immer gedeckt. Hinzu kommt, dass die Löhne in diesem Sektor vergleichsweise gering sind und die fachlichen Herausforderungen steigen. Teilweise sind unregelmäßige Arbeitszeiten üblich.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "PflegeassistentIn", dem der Beruf "PflegeassistentIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz regelt Ausbildung, Berufsbild und Tätigkeitsfeld der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe österreichweit einheitlich. Bei den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen wird unterschieden zwischen:

  1. dem gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege,
  2. der Pflegefachassistenz und
  3. der Pflegeassistenz.

Die Ausbildung zum/zur PflegeassistentIn erfolgt an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege oder im Rahmen von Pflegeassistenz-Lehrgängen. Die Pflegeassistenz-Ausbildung kann in der Regel nur von Personen begonnen werden, die bereits eine Berufsausbildung absolviert haben. Personen ohne berufliche Erstbildung können nur in die Pflegefachassistenz-Ausbildung aufgenommen werden. Diese Bestimmung gilt allerdings nicht, wenn die Pflegeassistenz-Ausbildung im Rahmen einer Ausbildung für Sozialbetreuungsberufe in den Bereichen "Altenarbeit", "Behindertenarbeit" und "Familienarbeit", im Rahmen der medizinischen Fachassistenzausbildung oder im Rahmen der Erwachsenenbildung absolviert wird, sowie in begründeten Ausnahmefällen. Die praktische Ausbildung der Auszubildenden darf erst nach Vollendung des 17. Lebensjahres erfolgen.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

PflegeassistentInnen sind verpflichtet, sich im Rahmen von Fortbildungen über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der Gesundheits- und Krankenpflege zu informieren und ihre erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen. Innerhalb von jeweils 5 Jahren müssen sie mindestens 40 Fortbildungsstunden nachweisen.

Es gibt zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, die sowohl von den Ausbildungseinrichtungen als auch von öffentlichen und privaten Einrichtungen der medizinischen Fort- und Weiterbildung angeboten werden, z.B. Pflege bei psychiatrischen Erkrankungen, Pflege von Kindern und Jugendlichen, Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen, Palliativpflege, wertschätzende Kommunikation mit PatientInnen.

PflegeassistentInnen, die den Beruf 2 Jahre lang vollbeschäftigt oder entsprechend länger bei einer Teilzeitbeschäftigung ausgeübt haben, können eine verkürzte Ausbildung im gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege absolvieren. Die verkürzte Diplom-Ausbildung wird hauptsächlich an Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege (auslaufend bis 31.12.2023) angeboten. Zudem kann an der fh gesundheit in Tirol mit einer Berufsberechtigung in der Pflegeassistenz der FH-Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege mit verkürzter Studiendauer absolviert werden.

Weiters können Weiterbildungen auch bei Erwachsenenbildungseinrichtungen wie BFI und WIFI sowie bei privaten Aus- und Weiterbildungsinstituten absolviert werden, z.B. für folgende Bereiche:

  • Demenz
  • Diabetes
  • Heimhilfe
  • Wundversorgung
  • Kinesiologie
  • Seniorenaktivierungstraining
  • Kommunikation
  • Konfliktkompetenz
  • Diabetische Fußpflege

Aufstiegsmöglichkeiten bestehen mit entsprechender Ausbildung vor allem in der Pflegefachassistenz und im gehobenen medizinischen Dienst, z.B. als DiplomierteR Gesundheits- und KrankenpflegerIn. Weiters bestehen teilweise Entwicklungsmöglichkeiten im Pflegemanagement sowie in der Heimleitung.

Eine selbstständige Berufsausübung ist z.B. im Rahmen des freien Gewerbes "Personenbetreuung" möglich. Ein freies Gewerbe erfordert keinen Befähigungsnachweis, sondern lediglich die Erfüllung der allgemeinen Voraussetzungen zur Anmeldung eines Gewerbes.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Wirtschaftskammer Österreich sowie in der Liste der freien Gewerbe (BMDW).

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