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FacharbeiterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung

Berufsbereiche: Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft / Verkehr, Transport und Zustelldienste
Ausbildungsform: Lehre
Infos zur Lehrlingsentschädigung
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Die Ablegung der Facharbeiterprüfung ist auch über den zweiten Bildungsweg möglich; die Voraussetzungen sind die Vollendung des 21. Lebensjahres, der Nachweis einer mindestens dreijährigen praktischen Tätigkeit in einem Zweig der Land- und Forstwirtschaft und der erfolgreiche Besuch der vorgeschriebenen Vorbereitungslehrgänge.

Tätigkeitsmerkmale

FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung sorgen in landwirtschaftlichen Lagerhäusern für die fachgerechte Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte. Sie überwachen den Ein- und Ausgang sowie die sachgemäße Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für den landwirtschaftlichen Betrieb. Weiters bereiten sie Einsatzgüter (z.B. Saatgut, Düngemittel, Mischfutter) für den landwirtschaftlichen Gebrauch auf.

Eine wichtige Tätigkeit der FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung ist die Saatgutaufbereitung. Dadurch gelangt nur keimfähiges Saatgut in den Verkauf, das zusätzlich noch gegen Krankheitserreger und Schädlinge widerstandsfähig gemacht wird. Die FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung übernehmen das von den LandwirtInnen angelieferte Rohgetreide und lagern es ein. Dann bereiten sie zunächst eine verhältnismäßig geringe Menge des Getreidesaatguts auf, um dessen Reinheit, Keimfähigkeit, Korngröße usw. im Endzustand festzustellen (Probeputzung). Sie ziehen eine Saatgutprobe und senden das Probemuster zur Genehmigung an die Bundesanstalt für Samenprüfung. Bei der eigentlichen Saatgutaufbereitung putzen sie das Saatgut mit Siebmaschinen, um Fremdteile (z.B. Stroh, Steinchen und andere Verunreinigungen) auszuscheiden. Darauf folgt das Kalibrieren des Saatguts (Sieben des Saatguts nach Kornform, Korndicke, Kornbreite und Kornlänge, um Saatgut in einheitlicher Korngröße zu erhalten). Weitere Aufbereitungsschritte sind das Trieuren (Absonderung von gebrochenem Korn, das, weil ihm meist der Keimling fehlt, nicht keimfähig ist), das Graduieren (Gewichtsauslese, um möglichst gleich schwere Saatgutkörner zu erhalten), das Beizen (Aufsprühen bzw. Aufstreichen einer chemischen Substanz mit rotierenden Bürsten zur Abtötung von Pilzerregern auf der Samenschale) und das Pillieren (Umhüllen des Samens mit einer Pillierungsmasse aus Gesteinsmehl, der auch Schädlingsbekämpfungsmittel beigemischt sein können, zur Herstellung einheitlicher runder Korngrößen). Schließlich sacken sie das Saatgut mit Abfüll- und Sackierungsmaschinen ein und stapeln es im Lager mit Hubstaplern.

Bei der Düngemittelaufbereitung mischen die FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung mineralische Dünger aus den Hauptnährstoffen Stickstoff, Phosphorsäure, Magnesium, Kali und Kalk ab (die Mischung erfolgt gemäß den Ergebnissen der örtlichen Bodenuntersuchungen, in denen der genaue Bedarf an bodengerechten Nährstoffen ermittelt wird).

Während der Getreideernte (Juli bis September) sind die FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung vorwiegend mit der Getreideübernahme beschäftigt. Das von den LandwirtInnen geerntete Getreide wird direkt vom Feld in das Lagerhaus zur Einlagerung und zur weiteren Vermarktung gebracht. Bei der Getreideübernahme ziehen die FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung zunächst eine Probe des angelieferten Getreides ("Musterziehung"), um die Feuchtigkeit des Getreides und verschiedene andere Qualitätsmerkmale festzustellen; dann wiegen sie die mit dem Getreide beladenen Traktor-Ladeanhänger auf der Brückenwaage, notieren die Gewichtsanzeige und leiten das Fahrzeug zur Getreideübernahmestelle weiter, wo die Getreideladung in eine Bodenöffnung ("Gosse") eingekippt und über Transportanlagen in die Silozellen befördert wird. Dann wiegen sie den leeren Traktor-Ladeanhänger auf der Brückenwaage und stellen die Menge des angelieferten Getreides durch Errechnen der Gewichtsdifferenz fest. Schließlich stellen sie einen Empfangsschein über das angelieferte Getreide aus.

Zu den Aufgaben der FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung gehört neben der Kontrolle der landwirtschaftlichen Produkte bei der Anlieferung (Qualität, Gewicht, Sorte usw.), der fachgerechten Einlagerung und regelmäßigen Kontrolle der Produkte, der Schädlingsbekämpfung und den Maßnahmen zur Vermeidung sonstiger schädlicher Einflüsse (z.B. Feuchtigkeit) sowie der Aufbereitung von Saatgut und Düngemitteln weiters auch die regelmäßige Kontrolle und Wartung der Maschinen und Anlagen der Lagerhäuser sowie fallweise auch die Durchführung einfacher Reparaturen. Und schließlich führen sie auch zahlreiche Verwaltungsarbeiten durch (z.B. genaue Erfassung der Warenein- und -ausgänge).

FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung sorgen in landwirtschaftlichen Lagerhäusern für die fachgerechte Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte. Sie überwachen den Ein- und Ausgang sowie die sachgemäße Lagerung der landwirtschaftlichen Produkte und der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe für den landwirtschaftlichen Betrieb. Weiters bereiten sie Einsatzgüter (z.B. Saatgut, Düngemittel, Mischfutter) für den landwirtschaftlichen Gebrauch auf.

Eine wichtige Tätigkeit der FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung ist die Saatgutaufbereitung. Dadurch gelangt nur keimfähiges Saatgut in den Verkauf, das zusätzlich noch gegen Krankheitserreger und Schädlinge widerstandsfähig gemacht wird. Die FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung übernehmen das von den LandwirtInnen angelieferte Rohgetreide und lagern es ein. Dann bereiten sie zunächst eine verhältnismäßig geringe Menge des Getreidesaatguts auf, um dessen Reinheit, Keimfähigkeit, Korngröße usw. im Endzustand festzustellen (Probeputzung). Sie ziehen eine Saatgutprobe und senden das Probemuster zur Genehmigung an die Bundesanstalt für Samenprüfung. Bei der eigentlichen Saatgutaufbereitung putzen sie das Saatgut mit Siebmaschinen, um Fremdteile (z.B. Stroh, Steinchen und andere Verunreinigungen) auszuscheiden. Darauf folgt das Kalibrieren des Saatguts (Sieben des Saatguts nach Kornform, Korndicke, Kornbreite und Kornlänge, um Saatgut in einheitlicher Korngröße zu erhalten). Weitere Aufbereitungsschritte sind das Trieuren (Absonderung von gebrochenem Korn, das, weil ihm meist der Keimling fehlt, nicht keimfähig ist), das Graduieren (Gewichtsauslese, um möglichst gleich schwere Saatgutkörner zu erhalten), das Beizen (Aufsprühen bzw. Aufstreichen einer chemischen Substanz mit rotierenden Bürsten zur Abtötung von Pilzerregern auf der Samenschale) und das Pillieren (Umhüllen des Samens mit einer Pillierungsmasse aus Gesteinsmehl, der auch Schädlingsbekämpfung ...

  • Physische Ausdauer: Belastung durch Staub und Maschinenlärm sowie durch Witterungseinflüsse bei Arbeiten auf Lagerplätzen, Arbeiten meist im Stehen/Gehen
  • körperliche Wendigkeit: Arbeiten im Silo, auf Leitern, LKWs und Bahnwaggons sowie auf Laderampen
  • Gleichgewichtsgefühl: Unfallgefahr bei Arbeiten im Silo und auf den Laderampen
  • Handgeschicklichkeit: Bedienen, Warten und Reparieren der Maschinen
  • Geruchs- und Geschmackssinn: Kontrollieren der landwirtschaftlichen Produkte und Lagerbestände
  • Sehvermögen: Qualitätskontrolle bei Getreide
  • Unempfindlichkeit der Haut: Belastung durch Getreide- und Düngemittelstaub und durch Schmiermittel
  • technisches Verständnis: Bedienen, Warten und Reparieren der Lagerhausanlagen
  • Organisationstalent: Wareneinlagerung und Warenausgabe; Lagerverwaltung und -evidenzhaltung
  • Kontaktfähigkeit: Getreideübernahme, Warenausgabe an Kunden, Kundenberatung und -betreuung
  • Fähigkeit zur Zusammenarbeit: Arbeiten im Team bei Getreideübernahme, Wareneinlagerung und Warenausgabe
  • Reaktionsfähigkeit: Lenken von Staplern, Klein- und Groß-LKWs, Silosteuerung
  • Merkfähigkeit: Kundenbetreuung, Merken der Daten der wichtigsten Warenarten und der Preise
  • Selbständigkeit: Lagerverwaltung, Wareneinlagerung und Warenausgabe an Kunden
  • psychische Belastbarkeit: häufig mehrere Arbeiten gleichzeitig, z.B. Siloarbeiten und Getreideübernahme und -einlagerung, Arbeitsspitzen zur Erntezeit

Betriebe/Lehrbetriebe: FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung sind vor allem in Lagerhäusern und Lagerhausgenossenschaften, die größtenteils zur Raiffeisenorganisation gehören, beschäftigt. Teilweise arbeiten sie auch in größeren Gutsbetrieben mit eigenen Lagereinrichtungen und im Landesproduktenhandel. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten auch die Lagerhäuser der Lebensmittelindustrie. Die meisten Beschäftigungsbetriebe gibt es in Niederösterreich, im Burgenland, in Oberösterreich und in der Steiermark.

Lehrstellensituation: Bisher wurden in diesem Lehrberuf nur sehr wenige Lehrlinge ausgebildet. Die Zahl der Lehlinge lag in den letzten Jahren insgesamt meist bei unter 5 Personen pro Jahr österreichweit. Einige ArbeitnehmerInnen haben die Facharbeiterqualifikation im zweiten Bildungsweg erworben.

Unterschiede nach Geschlecht: In diesem Beruf werden aufgrund der körperlichen Belastungen und der traditionellen Geschlechterrollenverteilung in der Landwirtschaft fast ausschließlich Männer beschäftigt. In den letzten Jahren hat keine Frau eine Lehre absolviert.

Berufsaussichten: Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem in den östlichen Bundesländern, wo die pflanzliche Agrarproduktion eine bedeutende Rolle spielt.

Beschäftigungsaussichten: Die Zahl der offenen Stellen im Bereich landwirtschaftliche Lagerhaltung ist begrenzt.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Betriebslogistikkaufmann/-frau", dem der Beruf "FacharbeiterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

offene Lehrstellen

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Kollektivvertragliche Mindest-Sätze (Brutto *), alle Beträge in Euro
* Brutto = Wert VOR Abzug der Abgaben (Versicherungen, Steuern)

FacharbeiterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung
Kollektivvertrag (Brutto-Einkommen) gültig ab
Lagerhausgenossenschaften (Raiffeisen) KÄRNTEN (Arbeiter) 01.04.2018
Lagerhausgenossenschaften (Raiffeisen) NIEDERÖSTERREICH (Arbeiter) 01.03.2018
Lagerhausgenossenschaften (Raiffeisen) OBERÖSTERREICH (Arbeiter) 01.01.2018
Lagerhausgenossenschaften (Raiffeisen) TIROL (Arbeiter) 01.04.2018
FacharbeiterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung (inkl. Doppellehren)
Anz./Jahr 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
männlich 1 0 0 0 1 1 0 1 0 1
weiblich 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0
gesamt 1 0 0 0 1 1 0 1 0 1
Frauenanteil 0,0% - - - 0,0% 0,0% - 0,0% - 0,0%
Quelle: ÖLAKT - Österreichischer Landarbeiterkammertag
FacharbeiterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung
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* LAP-Ersatz = Lehrabschlussprüfungs-Ersatz

Kein Eintrag

Weiterbildungsmöglichkeiten für FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung bieten die Ländlichen Fortbildungsinstitute (LFI) der Landwirtschaftskammern (z.B. in den Bereichen Lagerhaltung/Sicherheit, Marketing, Landtechnik oder EDV), die Kammern für Arbeiter und Angestellte in der Land- und Forstwirtschaft (z.B. Staplerkurse, Unfallverhütung) und die Raiffeisen-Landesorganisationen (z.B. Stapler- und Kranführerkurse, Produktschulungen, Fachschulungen über Futtermittel, Pflanzenschutz, Saatgut und Sämereien usw.). Zum Teil veranstalten auch Erzeugerbetriebe von Düngemitteln, Saatgut, Baustoffen usw. Informationsseminare über ihre Produkte.

Aufstiegsmöglichkeiten:

FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung können zu MagazineurInnen, SilomeisterInnen, LagerleiterInnen und FilialleiterInnen aufsteigen.

Selbstständige Berufsausübung:

FacharbeiterInnen der landwirtschaftlichen Lagerhaltung können ihren Beruf selbstständig ausüben. Die selbstständige Berufsausübung in der Land- und Forstwirtschaft ist an keinen Befähigungsnachweis gebunden. Es ist möglich, eine Meisterprüfung abzulegen. Die Meisterprüfung berechtigt zur Führung der Berufsbezeichnung "MeisterIn landwirtschaftliche Lagerhaltung" und zur Ausbildung von Lehrlingen.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Lehrberufe in Österreich - Ausbildungen mit Zukunft (Broschüre)
Reihe: Publikation des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) und der Wirtschaftskammer (WKÖ)
Fundstelle: Tiere und Pflanzen, Seite 145
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