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AntriebstechnikerIn

Berufsbereiche: Elektrotechnik, Elektronik und Telekommunikation
Ausbildungsform: Schule
* Durchschnittliches Bruttoeinstiegsgehalt. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge. Diese werden um Informationen aus anderen Quellen wie zum Beispiel Microzensus-Daten (Statistik Austria) ergänzt. Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Antriebstechnik ist mit Automatisierungstechnik und Energietechnik verbunden. AntriebstechnikerInnen befassen sich mit der Konstruktion, Entwicklung und Anwendung von Antrieben. Sie konzipieren auch ganze Antriebssysteme, samt den Steuerungen und Peripheriegeräten.

Ob Hochgeschwindigkeitszüge in Japan, Patientenstühle beim Zahnarzt, Dunstabzugshauben im Haushalt oder Sonnenliegen im Wellnesscenter – ohne Antriebstechnik funktionieren diese Dinge nicht.

AntriebstechnikerInnen übernehmen die Montage, Instandhaltung sowie die Fehleranalyse bei Störungen verschiedener Antriebsysteme. Sie arbeiten auch an Prüfständen für die Motorenentwicklung, wo sie Messungen (Kraftstoffverbrauch, Abgas, Geräusch u.a.) durchführen.

AntriebstechnikerInnen entwickeln und bauen elektrische Schwenk- bzw. Stellantriebe für den Anlagenbau, pneumatische Steuerungssysteme für den Maschinenbau, regenerative Energieformen für Biogasanlagen, Asynchronmotoren für die Klima- und Kältetechnik, Kurzzeit-Energiespeicher für Robotersysteme u.v.a.

AntriebstechnikerInnen erforschen das Zusammenwirken der Kräfte und Komponenten. Sie erstellen die Analyse von Produktanforderungen, erstellen Prototypen (Versuchsmodelle eines geplanten Produktes) und computerbasierte Simulationen. Zudem führen sie Funktions- und Leistungstests durch.

AntriebstechnikerInnen beherrschen unterschiedliche Programmiermethoden und -sprachen (C++-, Java, Microcontroller- und SPS-Programmierung) zur Steuerung der Betriebselektronik.

Siehe auch die Berufe EnergietechnikerIn, Steuerungs- und RegelungstechnikerIn und LeistungselektronikerIn.

Freude an Technik (Mechanik, Fluidtechnik, Messtechnik) und Informatik, grundsätzliches naturwissenschaftlich-technisches Verständnis, wissenschaftliche Neugierde und Kreativität, Handgeschicklichkeit, logisch-analytisches Denkvermögen, Kontakt- und Teamfähigkeit.

Aufgabenbereiche sind unter anderem vor allem Projektierung, Konstruktion, Fertigung, Montage und Inbetriebsetzung von elektrischen Anlagen, Service, Wartung und Vertrieb, Programm- und Systementwicklung für Steuerungen, Regelungen sowie Automatisierungs- und industrielle Prozessleitsysteme. AntriebstechnikerInnen arbeiten auch in Prüfzentren, Forschungslabors, an Prüfständen für die Motorenentwicklung.

Überblick über verschiedene Anwendungen:

  • Energietechnik: Elektromotoren für Photovoltaikanlagen
  • Bautechnik: Planetengetriebe für Tunnelschalungsmaschinen
  • Holztechnik: Hydraulikmotoren für Holzbearbeitungsmaschinen
  • Umwelttechnik: Antriebsstränge für Propellerrührwerke und Förderschnecken
  • Bühnentechnik: Spindelhubanlagen für Drehbühnen und Orchesterpodien
  • Bergbau: Antriebskomponenten für Abbaugeräte und Transport-einrichtungen
  • Medizintechnik: Antriebssysteme für OP-Tische, hermetisch schließende Türen
  • Metallurgie: Spindelhubgetriebe für Laserschneidvorrichtungen Walzwerke
  • Fördertechnik: Motoren für den hydrostatischen Antrieb von Hafenmobilkränen
  • Seilbahntechnik: Elektrische Hubzylinder zur Gondelgaragierung
  • u.v.a.

Im Bereich der Antriebstechnik entstehen laufend neue Aufgabenstellungen und Herausforderungen: Z.B. Antriebstechnologien für Elektroautos, Antriebstechnik im Sondermaschinenbau.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Präzision der Antriebe in der Montage & Handhabungstechnik und der antriebsnahen Automatisierung (Industrie 4.0). In Zusammenhang wird auch von einer vernetzten Produktion aufgrund Cyberphysischer Systeme im sog. Internet der Dinge gesprochen.

Zukunftsthema ist auch die modellbasierte Entwicklung und Co-Simulation in Echtzeit, am Motorprüfstand. Ein Echtzeitsystem ist ein Computersystem, welches zeitgleich reagiert, also verzögerungsfrei Ergebnisse liefert. Beispiel: Heizung aufdrehen erfordert keine Echtzeitanwendung, Bremse betätigen erfordert Echtzeitanwendung, damit kein Aufprall geschieht.

Ein wichtiges Thema ist auch die Nachhaltigkeit der Prüfzentren etwa in Bezug auf Energieeinsparung und Entsorgung (sog. „Green Building“ Konzept).

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "ElektroantriebstechnikerIn", dem der Beruf "AntriebstechnikerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Es gibt einschlägige Ausbildungen im Bereich Antriebstechnik, ansonsten ist Antriebstechnik auch als Ausbildungfach auch in anderen Bereichen der Technik zu finden: Z.B. Maschinenbau, Elektrotechnik, Energietechnik, Automatisierungstechnik, Fahrzeugtechnik/Automotive, Baumaschinen- oder Landmaschinentechnik, Flugzeugtechnik, Mechatronik o.Ä.

Kenntnisse in den Bereichen Mechanik, Sensorik, Steuerungs, Mess- und Regelungstechnik sowie Kenntnisse der C-Programmierung sind dabei besonders wichtig.

AbsolventInnen einer HTL kann die Standesbezeichnung Ingenieur / Ingenieurin verliehen werden (Nachweis über Ausbildung und Praxis erforderlich!). Zuständig für die Verleihung ist das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weitereführende Ausbildungsinformationen

Berufsgruppe: "Elektrotechnik"

Fachschulen

Fachschule für Elektrotechnik (4 Jahre; Braunau, Bregenz, Hollabrunn, Innsbruck, Linz, Mödling, St. Pölten, Waidhofen an der Ybbs, Wien 10, Wien 22, Wiener Neustadt)

 

Fachschule für Elektrotechnik (mit Betriebspraktikum) (4 Jahre (verkürzte 4. Klasse));
Ausbildungszweige:

 

Fachschule für Elektrotechnik (4 Jahre);
Schulautonome Vertiefungen:

Berufsbildende höhere Schulen

Höhere Lehranstalt für Elektrotechnik (5 Jahre; Wien 20)

Höhere Lehranstalt für Elektrotechnik (mit wahlweiser schülerautonomer Vertiefung im V. Jahrgang) (5 Jahre; Hollabrunn, Klagenfurt, Waidhofen an der Ybbs, Wien 16)

 

Höhere Lehranstalt für Elektrotechnik (5 Jahre);
Ausbildungsschwerpunkte:

Kollegs

Kolleg/Aufbaulehrgang für Elektrotechnik - Erneuerbare Energien (4 Semester; Wien 20)

Berufsbildende höhere Schulen (einschließlich Kollegs) für Berufstätige

Höhere Lehranstalt (einschl. Kolleg) für Berufstätige für Elektrotechnik (HTL: 8 Semester, Kolleg: 6 Semester);
Ausbildungsschwerpunkte:

 

Höhere Lehranstalt für Berufstätige für Elektrotechnik (8 Semester);
Ausbildungsschwerpunkte:

 

Kolleg für Berufstätige für Elektrotechnik (6 Semester);
Ausbildungsschwerpunkte:

Werkmeisterschulen

Werkmeisterschule für Berufstätige für Elektrotechnik (4 Semester; Braunau, Gänserndorf, Graz, Innsbruck, Innsbruck, Linz, Linz, Salzburg, St. Pölten, St. Stefan im Lavanttal, Villach, Vöcklabruck, Wels, Wien 4, Wiener Neustadt)

Weitere Ausbildungsmöglichkeiten

Vorbereitungslehrgang für Berufstätige - Elektronik und Elektrotechnik (2-4 Semester (je nach Einstiegsvoraussetzungen); Linz, Wien 22)

Vorbereitungslehrgang für Berufstätige - Elektrotechnik (2 Semester; Graz-Gösting, Klagenfurt, Salzburg, Wien 16)

Weiterbildungsmöglichkeiten bieten vor allem die Bachelorstudien (an Universitäten und Fachhochschulen) im Bereich Automatisierungtechnik, Elektrotechnik sowie in den verwandten Bereichen Elektronik, Mechatronik und Telematik, Technik und Recht, Patentrecht, Produktmanagement u.a.

Hochschullehrgänge: Z.B. Seilbahnen - Engineering & Management (Abschluss: MSc in Ropeways Engineering bzw. MSc in Ropeways Management, Lehrgang FH Vorarlberg in Kooperation mit Doppelmayr GmbH, Wolfurt).

Technologische Trends und spezifische Anwenderwünsche erfordern verstärkt innovative bzw. alternative Antriebstechnik. Aspekte wie Mechatronik, Elektronik oder integrierter Software sollen branchenspezifisch optimiert sein sowie ökonomische und ökologische Ansprüche erfüllen.

Leitende Tätigkeiten bieten sich etwa als PrüfstandingenieurIn, im Technischen Einkauf, als leitende/r Konstrukteur/in, als ProjektingenieurIn in der Fahrzeug- und Motorentwicklung, im Qualitätsmanagement, im Bereich Sicherheitstechnik, in der Abteilungsleitung von Bereichen wie Technologiemanagement oder Industrial Engineering u.v.a.

Wichtig ist es, rechtzeitig Kontakte zu knüpfen. Möglichkeiten ergeben sich oft beim Besuch von Fachmessen und Veranstaltungen, z.B. bei der zweijährlich stattfindenden Messe der Antriebstechnik und Fluidtechnik Motion Drive & Automation in Hannover.

AntriebstechnikerInnen können auch als selbstständige/r Prüflaborbetreiber/in tätig sein. Einschlägige Berechtigungen gemäß Gewerbeordnung und Ingenieurgesetz sind zubeachten. Infos über die Gewerbeberechtigung bietet u.a. die Website der WKO.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Technik (Broschüre)
Reihe: Berufe ...
Schule oder Lehre? 2 Wege zum Wunschberuf (Broschüre)
Reihe: Berufswahl
Fundstelle: Elektro, Seite 48
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