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Kultur- und Sozialanthropologe/Kultur- und Sozialanthropologin

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.070,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: sinkend
* Die Gehaltsangaben entsprechen Bruttogehältern bzw. Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Datengrundlage sind die entsprechenden Kollektivverträge (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Anthropologie (ánthrōpos: Mensch) ist die Lehre vom Menschen als Individuum und in seiner Gesamtheit. Das Spektrum umfasst z.B. Wachstum, Entwicklung sowie Ökologie und Verhalten bis zur Evolution des Menschen.

Tätigkeitsmerkmale

Kulturanthropologie ist die Wissenschaft der menschlichen Kultur und Kulturentwicklung (z.B. Jugendkultur und Konsumverhalten). Die Sozialanthropologie umfasst die wissenschaftliche Analyse des Menschen als soziales Wesen und in seinem sozialen Umfeld (griech: ánthrōpos Mensch).

Schwerpunkte liegen in der komplexen Kulturanalyse sowie in der Analyse und Interpretation des historischen Wandels kultureller und sozialer Phänomene. Die Europäische Ethnologie* untersucht Kulturinhalte des Alltagslebens des europäischen Raumes. Traditionelle Themen sind:

  • Erforschung der Lebensgewohnheiten/Lebensstile (z.B. Arbeits- und Freizeitkulturen in Vergangenheit und Gegenwart
  • Essgewohnheiten, Kleidung und Tracht
  • Sitte und Brauch, Volksglauben und Religion
  • Spiel, Feier und Fest
  • Verbale und nonverbale Kommunikation (Mundart, Hochsprache, Erzählungen)
  • Musik, Lied, Tanz
  • Handwerkskunst, Haus- und Siedlungsbau
  • Volksmedizin

 

Spezialisierung erfolgt üblicherweise auf eine bestimmte Region oder auf einen bestimmten Themenbereich. Die biologische Anthropologie hat die Evolutionsbiologie im Fokus. Die Industrieanthropologie untersucht den Menschen in der modernen Arbeitswelt unter ergonomischen Aspekten.


*Ethnologie: Völkerkunde. Anthropologie: Menschenkunde.
Die Europäische Ethnologie wird auch als Kulturanthropologie oder Empirische Kulturwissenschaft bezeichnet.

Siehe auch:
  • Freude am wissenschaftlichen Arbeiten
  • Analytisches Denkvermögen
  • Interkulturelle Kompetenz
  • Gute Allgemeinbildung
  • Bereitschaft zur Mobilität (Feldforschung): Innland und Ausland
  • Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
  • Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Umgang mit spezifischen Softwaretools: Analysen

Kultur- und SozialanthropologInnen arbeiten in der Entwicklungszusammenarbeit, Flüchtlingsbetreuung und MigrantInnenberatung, Tourismus, Kulturvermittlung, Museen sowie Diversity Management oder in der interkulturellen Beratung.

Sie arbeiten z.B. in Betrieben, Bibliotheken, Verlagen und Medien (Kulturjournalismus), NGOs und öffentlichen Einrichtungen, z.B. als ProjektleiterIn in der Regionalplanung, im Kulturgüterschutz oder als ReiseleiterIn, auch bei lokalen Führungen oder in der Erwachsenenbildung.

Für Personen mit Fremdsprachenkenntnissen bestehen auch Beschäftigungsmöglichkeiten (Übersetzungstätigkeit) in Handelsbetrieben, Kulturinstituten, Fremdsprachenverlagen oder internationalen Nachrichtenagenturen.

Im Museums- und Ausstellungsbereich erschließen sich - je nach spezifischer Qualifikation - Tätigkeiten in der wissenschaftlichen Betreuung kulturhistorischer Museen und Ausstellungen, insbesondere Volkskunde- und Freilichtmuseen sowie Archive und Sammlungen. Das Naturhistorische Museum in Wien führt eine Anthropologische Abteilung.

Kultur- und SozialanthropologInnen können durch ihr Verständnis für kulturelle Unterschiedlichkeit wertvolle Beiträge zum Umgang mit kultureller Differenz, und darüber hinaus zu Weltoffenheit und Toleranz leisten.

Neue Forschungsbereiche sind z.B. Freizeit, Politik oder populäre Kunst und Kultur.

Die forensische Anthropologie ist besonders hilfreich bei der Aufklärung von Verbrechen und befasst sich mit der Gesichtsrekonstruktion – Bilder und Mediendaten bzw. der Identifizierung nach Bildern.

Der Fachbereich Forensische Anthropologie wird am Zentrum für Gerichtsmedizin an der Medizinischen Universität in Wien geführt. Die MedUni Wien führt das Masterstudium Forensische Wissenschaften (Master of Forensic Science). Zielgruppe sind JuristInnen, NaturwissenschafterInnen, Sachverständige in Gesundheitsberufen und Fachleute aus ähnlichen Bereichen.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "KulturwissenschafterIn", dem der Beruf "Kultur- und Sozialanthropologe/Kultur- und Sozialanthropologin " zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

In Österreich gibt es den Studiengang an den Studiengang Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie Universitäten Graz, Innsbruck und Wien.

Ähnliche Studiengänge:

  • Kultur- und Sozialanthropologie (BA, MA), UNI Wien
  • Europäische Ethnologie (BA und MA), UNI Wien
  • Europäische Ethnologie (BA und MA), Uni Graz
  • Europäische Ethnologie (BA und MA), Uni Innsbruck
Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Sozialanthropologie und Kulturanthropologie sind eng verknüpft mit den interdisziplinären Bereichen Psychologie und Soziologie (Bereiche wie Jugendkultur und Konsumverhalten werden analysiert).

Relevante Fort- und Weiterbildungsthemen bestehen auch im Bereich Marktforschung, Meinungsforschung, Public Relations, Literatur- und Kulturwissenschaft und Statistik.

 

 

Berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen zum Teil in der Forschung und Lehre an Universitäten (z.B. Angelegenheiten des "Gewohnheitsrechts"). Im Museums- und Ausstellungsbereich können Tätigkeiten im Management angestrebt werden. Sie können als ProjektleiterIn in der Regional- und Landesplanung tätig sein.

Leitende Funktionen können z.B. in der Kulturpolitik und Kulturverwaltung (z.B. Kultur- und Denkmalämter) bzw. im Kulturgüterschutz übernommen werden. Zudem kann eine Leitungsfunktion im Rahmen wissenschaftlicher Dienste auf nationaler/internationaler Ebene angestrebt werden.

Möglich ist die freiberufliche (selbständige) Mitarbeit an Forschungsprojekten und wissenschaftlichen Dokumentationen sowie die Beratungstätigkeit in wissenschaftlichen Bereichen bzw. in der interkulturellen Beratung.

Broschüren/Folder mit Informationen zum Beruf:

Kultur- und Humanwissenschaften (Broschüre)
Reihe: Jobchancen Studium
Fundstelle: Kulturwissenschaften
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