Finno-UgristIn

Berufsbereiche: Wissenschaft, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Finno-UgristInnen beschäftigen sich mit Sprachen und Kulturen Finnlands und Ungarns. Sie erforschen die Literatur und Kultur dieser Völker sowie der finnischen und ugrischen Sprachzweige. Zur Finno-Ugristik gehören im weiteren Sinn auch Hungarologie, Fennistik und Estonistik. Zur finno-ugrischen Sprachfamilie gehören unter anderem auch Marisch und Wotisch.

Finno-UgristInnen verstehen sich darüber hinaus als MittlerInnen zwischen den Kulturen oder vermitteln Kunst und Kultur im Rahmen von Kulturverwaltungen. Sie organisieren auch die Schnittstellen zwischen Kultur und Wirtschaft und wirken in unterschiedlichen Projekten mit, z.B.

  • Alte Handschriften und Inschriften übersetzen
  • Dokumente für Archive sammeln und systematisieren
  • Übersetzungen (Produktbeschreibungen, Reiseführer, Anwaltsliteratur) korrekturlesen
  • Kulturveranstaltungen und Ausflüge organisieren
  • Interviews für TV-Beiträge führen
  • Fachartikel für die Veröffentlichung in den Medien verfassen
  • Qualitätskontrolle bei Drucksorten (Informationsblätter, Flyer)
  • Werbetexte und Socia Media-Beiträge gestalten
Siehe auch:
  • Freude an der Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

Aufgabenfelder bestehen grundsätzlich dort, wo spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz oder wo Finnisch bzw. Ungarisch als Fach- oder Wirtschaftssprache erforderlich ist, z.B. als MitarbeiterIn in einem Unternehmen, das mit dem jeweiligen Kulturraum Verbindungen unterhalten, sowie

  • Hotel/Tourismus: Empfang, Rezeption
  • Wirtschaftsunternehmen: Import/Exportabteilung
  • Medien: Redaktion, Korrespondenz, Theater-, Film-, Literaturkritik
  • Kulturbetrieb: Kulturreferat, Ausstellungswesen, Filmfestivals
  • Bibliothek, Archiv, Dokumentationswesen
  • Verlag: Lektorat, Pressestelle
  • Non-Profit-Organisation
  • Politik: Beratung und Koordinierung bei spezifischen Fragestellungen
  • Erwachsenenbildung: SprachtrainerIn, Kultur-Workshops

Grundsätzlich ist in einer internationalen Arbeitswelt das Wissen über andere Kulturen und Sprachen von großem Nutzen und erweist sich oft als Brückenelement zu weiteren Tätigkeitsfedern.

Um die beruflichen Perspektiven zu verbessern, ist es wichtig, rechtzeitig berufsrelevante Zusatzqualifikationen zu erwerben. Berufliche Aussichten bestehen zum Teil im Rahmen von internationalen politischen Veranstaltungen und Konferenzen als DolmetscherIn - etwa vor Gericht, bei Behörden oder politischen Organisationen. Um in diesen Bereichen Fuß fassen zu können, sind einschlägige Zertifikate und Abschlüsse erforderlich.

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: www.universitas.org.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "Finno-UgristIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Finno-Ugristik kann als eigenständiges Fach oder als Schwerpunkt bzw. Spezialisierung im Rahmen von sprach-, kultur- oder geschichtswissenschaftlichen Studiengängen studiert werden.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Weiterführende Ausbildungen bestehen vor allem in Form von Kursen, Lehrgängen und Masterprogrammen, z.B.

  • Kulturmanagement
  • Angewandte Kulturwissenschaft
  • Translation
  • Lehrgang Kultur und Organisation

 

Für Tätigkeiten bei Forschungsprojekten sind z.B. häufig Zusatzkenntnisse im Projektmanagement nötig, auch Kenntnisse im Bereich Moderation und Übersetzung können sich als Vorteil erweisen.

Auslandsaufenthalte sollten bereits während des Studiums stattfinden! Feldstudien sowie die Teilnahme an Fachkongressen und Workshops bieten ebenso die Möglichkeit, Kenntnisse zu erweitern und sich über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

Je nach Interesse und Qualifikation kann eine leitende Position innerhalb eines Projektes angestrebt werden, etwa in einem Übersetzungs- oder Dolmetscherbüro.

Fachleute können in leitender Position oder freiberuflich publizistische, administrative und organisatorische Tätigkeiten übernehmen. Sie können Veranstaltungen moderieren oder Interviews koordinieren. Ebenso bietet der Bereich Fundraising oder Marketing (Social Media RedakteurIn, Communications ManagerIn, ÜbersetzerIn) zum Teil berufliche Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

Eine Tätigkeit im gehobenen auswärtigen Dienst kann ebenso angestrebt werden; über die Aufnahmevoraussetzungen informiert die Website des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten: BMEIA.

Für eine selbstständige Tätigkeit, z.B. als UnternehmensberaterIn bestehen gesetzliche Regelungen. Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

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