ÜbersetzerIn

Berufsbereiche: Büro, Wirtschaft, Finanzwesen und Recht
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.040,- bis € 2.640,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

ÜbersetzerInnen übertragen Texte schriftlich in eine andere Sprache.

Schwerpunkte der Übersetzungstätigkeit bilden vor allem Sachtexte und Fachtexte im Rahmen der Technischen Dokumentation oder Wissensdokumentation. Die Übersetzung von Bedienungsanleitungen oder Geschäftsverträgen gehört ebenso zu ihren Tätigkeiten. Spezialisierungsmöglichkeiten bestehen in unterschiedlichen Bereichen wie Recht, Wirtschaft, Kultur, Chemie, Informatik oder Übersetzung literarischer Texte.

ÜbersetzerInnen müssen sich zuerst in den Text einarbeiten und Recherchen zum Themengebiet anstellen. Nach Rückfragen an den/die Auftraggeber/in übersetzen sie den Text in die geforderte Zielsprache.

Gerichtlich beeidete ÜbersetzerInnen übersetzen schriftliche Urkunden und andere juristisch relevante Texte und bestätigen deren Übereinstimmung mit dem Original. Oft wird jedoch erwartet, dass ÜbersetzerInnen auch als DolmetscherInnen arbeiten können.

Siehe auch:

Für ÜbersetzerInnen ist es wichtig, sich in fremde (unterschiedliche) Themengebiete einarbeiten zu können.

  • Kenntnisse kultureller und ethischer Aspekte
  • Gute Allgemeinbildung
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Empathievermögen
  • Transferkompetenz: Ein Anliegen oder Problem verstehen und durch sprachlich präzises, gut strukturiertes und informatives Reden übermitteln

 

ÜbersetzerInnen bzw. TranslatorInnen arbeiten als Angestellte, jedoch meistens freiberuflich im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich. Sie arbeiten vor allem in oder für

  • Übersetzungsagenturen
  • Fremdsprachenverlage
  • National und international tätige Organisationen
  • Öffentliche und private Institutionen und Medien
  • Internationale Konzerne, Handelsgesellschaften (diverse Kommunikationsaufgaben, wie PR-Übersetzungen oder Wirtschaftskorrespondenz)
  • Größere Unternehmen (z.B. Gebrauchsanweisungen, Produktdatenblätter)
  • Pharmaindustrie (z.B. Beipackzettel von Rezepten)

 

Berufsmöglichkeiten bestehen - je nach Qualifikation - grundsätzlich auch bei den Institutionen der EU.

Auf dem Arbeitsmarkt bestehen nach allgemeinen Angaben (nur) teilweise gute Aussichten. Das liegt unter anderem daran, dass verstärkt auch in anderen Berufsgruppen hervorragende Sprachkenntnisse vorausgesetzt werden. Übersetzungen in die deutsche Sprache werden oft nicht von ausgebildeten ÜbersetzerInnen erstellt, sondern unter anderem von FremdsprachensekretärInnen bzw. -assistentInnen, ExportsachbearbeiterInnen und Industriekaufleuten.

Bessere Chancen bestehen für FachübersetzerInnen

Bedarf gibt es für Fachübersetzungen in internationalen Unternehmen oder in der EU-Verwaltung. Inhaltlich dominieren die Technische Dokumentation und die Redaktion. Mehr als zwei Drittel der zu übersetzenden Texte von TranslatorInnen sind in den Gebieten Recht, Wirtschaft oder Technik angesiedelt. Oft wird jedoch erwartet, dass ÜbersetzerInnen auch als DolmetscherInnen arbeiten können.

Für AbsolventInnen, die mit Sprachen arbeiten möchten, sind auch andere Berufswege möglich, z.B. als FremdsprachensekretärIn, FremdsprachenkorrespondentIn, als SachbearbeiteIn in Exportabteilungen von Unternehmen.

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: https://www.universitas.org.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "TranslatorIn", dem der Beruf "ÜbersetzerIn" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Von ÜbersetzerInnen wird üblicherweise ein entsprechendes Bachelor- oder Masterstudium in Verbindung mit hervorragenden Sprachkenntnissen (mindestens zwei Fremdsprachen) erwartet.

Im Bereich Übersetzen und Dolmetschen werden Bachelorstudiengänge, Aufbaustudien und interdisziplinäre Studien angeboten:

  • Übersetzen (Master): UNI Graz
  • Übersetzen und Dialogdolmetschen (Master): UNI Graz
  • Translation - Schwerpunkt Fachübersetzen und Sprachindustrie: UNI Wien
    weitere Schwerpunkte: Übersetzen in Literatur-Medien-Kunst, Dialogdolmetschen, Konferenzdolmetschen
  • Translationswissenschaft (Bachelor) mit verschiedenen Wahlmodulen, z.B.Translatorik, Literaturübersetzung: UNI Innsbruck
  • Translationswissenschaft (Master) mit Speziali­sierung Fach­kommuni­kation, Literatur- und Medien­kommuni­kation oder Konferenz­dolmetschen: UNI Innsbruck
  • Transkulturelle Kommunikation: UNI Wien, UNI Graz
  • Konferenzdolmetschen (Master): UNI Graz

 

Die Studiengänge sind in verschiedenen Fachbereichen angesiedelt und meist nicht standardisiert. Es empfiehlt sich daher, vorab nachzufragen, welche Schwerpunkte (technische, kulturelle, linguistische oder IT-bezogene) angeboten werden.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Fort- und Weiterbildung ist für alle sprachorientierten Berufe wichtig, auch aufgrund der zunehmenden Expansion von „Fachsprachen“. ÜbersetzerInnen und DolmetscherInnen können sich grundsätzlich auf verschiedene Bereiche spezialisieren (dafür gibt es entsprechene Bildungsangebote), z.B:

  • Übersetzen von Unterlagen: Für Kongresse, Konferenzen, Sitzungen, Gerichtakten, Gutachten, Urkunden und Befunden
  • Computerlinguistik und künstliche Intelligenz: Unterstützung beim Übersetzen von Texten in eine andere Sprache oder vollständig automatische bzw. maschinelle Übersetzung

Je nach Interesse und Engagement kann eine leitende Position angestrebt werden: Z.B. in oder für Übersetzungs- und Dolmetscherbüros, in der Computerlinguistik, in der Technischen Redaktion, im Tourismus, bei Verlagen im Lektorat, in der Dokumentation oder in der Lexikografie.

Berufliche Entwicklungschancen bestehen in der automatischen Aufbereitung und Erschließung großer Datenbasen sprachlich vorliegender Informationen, z.B. Data Science. Hier geht es häufig darum, in einer „Masse" (Big Data) „wertvolle Inhalte" (Smart Data) und statistische Zusammenhänge herauszufinden.

Data Science ist nicht an eine bestimmte Branche gebunden. Data Analysts und Data Scientists arbeiten zum Beispiel in Fachabteilungen von Wirtschaftsunternehmen oder im Bereich Computerlinguistik: Unterstützung beim Übersetzen von Texten in eine andere Sprache oder vollständig automatische bzw. maschinelle Übersetzung.

Übersetzer- und Dolmetschdienstleistungen sind Gegenstand eines freien Gewerbes. Für literarische Übersetzungen ist keine Gewerbeberechtigung erforderlich. Dabei ist die Übersetzung als eigene schöpferische Leistung anzusehen, wie auch das Schaffen der literarischen Grundlage selbst.

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Tagesaktuelle Fassung der Gewerbeordnung im österr. Rechtsinformationssystem: RIS.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort - BMDW abrufbar.

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