Indologe/Indologin

Berufsbereiche: Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Uni/FH/PH
Einstiegsgehalt lt. KV: € 2.780,- bis € 2.960,- * Arbeitsmarkttrend: gleichbleibend
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Tätigkeitsmerkmale

Indologen und Indologinnen beschäftigen sich mit modernen und historischen indischen Sprachen sowie mit der Literatur, Philosophie und Religion in kulturellen Kontexten.

IndologInnen erforschen und erschließen sprachliche Aspekte, literarische Schriften sowie kulturelle Objekte und Sachgebiete des indischen Kulturraums. Sie nehmen dabei auch Bezug auf Politik, Geschichte, Gesellschaft, Medien und Kunst des indischen Subkontinents. Der indische Subkontinent ist die Landmasse südlich des Himalayas und ein Teil von Südasien.

Es gibt unterschiedliche Berufsfelder, in denen gute Kenntnisse des indischen Kulturraums und der indischen Sprache gefragt sind. IndologInnen verfügen über Methoden der philologischen und kulturwissenschaftlichen Bearbeitung von Texten in indischen Sprachen. Sie können, je nach Qualifikation und weiteren Kenntnissen (Mode, Marketing, Technik) in unterschiedlichen Projekten mitwirken, z.B.

  • Alte Handschriften und Inschriften übersetzen
  • Digitale Sammlungen verwalten (z.B. von indischen Sanskrit-Drucken)
  • Publikationen und Werbetexte gestalten
  • Übersetzungen (Produktbeschreibungen, Reiseführer, Anwaltsliteratur) korrekturlesen
  • Inhaltliche Überprüfung und redaktionelle Bearbeitung von Manuskripten
  • Socia Media-Kanäle betreuen
  • Fachterminologie-Glossars erstellen
  • Bei wissenschaftlichen Forschungsprojekten mitarbeiten
Siehe auch:
  • Freude an der Sprache und Kultur
  • Grundlegende interkulturelle Kompetenz
  • Gutes Hör- und Sprechvermögen: Ein phonetisches Gehör ist von Vorteil, um verschiedene Laute gut zu unterscheiden
  • Gute Allgemeinbildung
  • Analytisches Denkvermögen

AbsolventInnen arbeiten oft als MitarbeiterIn in Unternehmen, die mit dem jeweiligen Kulturraum Verbindungen unterhalten, z.B. Wirtschaftsunternehmen, Industriebetriebe, Pharmakonzerne, internationale Organisationen, Tourismuswesen und Freizeitbranche. AbsolventInnen arbeiten auch in Bereichen, die mit Kulturvermittlung zusammenhängen und wo interkulturelle Sensibilität erforderlich ist.

Der Berufseinstieg erfolgt oft als AssistentIn. Wichtig sind Zusatzqualifikationen, z.B. Öffentlichkeitsarbeit, Online-Kommunikation, Medienlinguistik oder Organisation von Veranstaltungen. Je nach Qualifikation kann sich daraus eine projektbezogene Stelle ergeben (z.B. Bearbeitung historischer Themen für die Website eines Ministeriums).

Aufgabenfelder bestehen dort, wo spezifische Länderkompetenz, Regionalkompetenz oder wo Indisch als Fach- oder Wirtschaftssprache erforderlich ist, z.B:

  • Großhandelsunternehmen: Sales-CoordinatorIn
  • Wirtschaftsunternehmen: Z.B. Mitwirkung bei Geschäftsanbahnungen, internationales Marketing
  • Institutionen der Sozial- und Integrationsarbeit
  • Nationale und internationale Organisationen: Z.B. Entwicklungszusammenarbeit
  • Kultur/Tourismus: Planung und Organisation von Kultur und Freizeit-Veranstaltungen
  • Medienarbeit: Verlag, Nachrichtenagentur, Journalismus
  • Forschungsinstitutionen: Bibliothek, Archiv, Museum
  • Erwachsenenbildung
  • Internationales Versicherungswesen

Mit Ausnahme der universitären Laufbahn gibt es kein klar abgegrenztes Berufsbild. Indologie ist eine forschungsorientierte Geisteswissenschaft bzw. eine Bildungs-Wissenschaft mit kulturhistorischer Schwerpunktbildung. AbsolventInnen können jedoch sowohl in historischen wie auch kulturübergreifenden Zusammenhängen denken. Sie verfügen über Kompetenz für fremde Schriften, schwierige Sprachen, Texte und Literaturen. Das ist z.B. für das Verfassen und Verarbeiten von Texten, Layout und für Recherchen im Internet von Vorteil.

Mit einer sprachbezogenen Ausbildung bestehen zum Teil berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen von internationalen politischen Veranstaltungen und Konferenzen. Oft besteht die Möglichkeit, als ÜbersetzerIn (z.B. Fachtexte, Gebrauchsanweisungen, Arzneimittel-Beipackzettel) oder DolmetscherIn vor Gericht, bei Behörden, politischen Organisationen oder im Medienbetrieb zu arbeiten. Um in diesen Bereichen besser Fuß fassen zu können, empfehlen sich einschlägige Zertifikate und Abschlüsse.

Workshops und detaillierte Informationen bietet auch die UNIVERSITAS Austria - Berufsverband für Dolmetschen und Übersetzen, URL: www.universitas.org.

Stellenangebote im "eJob-Room" (Internet-Stellenvermittlung des AMS):

Der folgende Link führt zum Abfrage-Formular des eJob-Room für das Berufsbündel "Philologe/Philologin", dem der Beruf "Indologe/Indologin" zugeordnet ist. Im Formular können Sie dann noch das Bundesland und den Arbeitsort und andere Kriterien auswählen; nach einem Klick auf "Weiter" erhalten Sie die Stellenangebote.

offene Job-Angebote

Die Universität Wien bietet den Bachelorstudiengang Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets.

Der Studiengang vermittelt eine grundlegende Kompetenz in zwei oder mehr ausgewählten Sprachen Südasiens und Tibets in Geschichte und Gegenwart (klassisches Sanskrit und Tibetisch, Altindisch, Mittelindisch, Hindi, Nepali, modernes Tibetisch sowie weitere relevante Sprachen des Kulturraums nach Maßgabe des Lehrangebots).

Weitere Bereiche sind: Sprachgeschichte und linguistische Anthropologie, Literatur, Philosophie und Religion, Kultur und Gesellschaft, Geschichte und Kunst Südasiens und Tibets.

Beispiele für Masterstudien:

  • Kultur und Gesellschaft des modernen Südasien (interdisziplinäres Masterstudium)
  • Sprachen und Kulturen Südasiens
  • Tibetologie und Buddhismuskunde

 

Ebenso bietet die Universität Wien das Erweiterungscurriculum Neuindische Sprache zur Erweiterung der Grundkenntnisse der Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexik einer neuindischen Sprache.

Ergebnisse aus dem Ausbildungskompass:

Besonders gefragt sind digitale und wirschaftliche Kompetenzen sowie Zusatzqualifikationen im Bereich Organisation und Moderation. Es gibt ein Angebot an Lehrgängen, Masterprogrammen und Seminaren zu unterschiedlichen Themen, z.B.

  • Kulturmanagement
  • Online-Kommunikation
  • Übersetzungstheorien
  • Umgang mit Content Management-Systemen
  • Gestalten von Werbemitteln und Newsletter
  • Eventmanagement
  • Gerichtsdolmetschen
  • Kongress- und Konferenzmanagement

 

Die Teilnahme an Feldstudien und an Fachkongressen bietet ebenso die Möglichkeit, Kenntnisse zu erweitern und sich über neueste Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten.

AbsolventInnen können (selbstständig oder angestellt) in der Betreuung von Abteilungen und Organisationen im Bereich Wirtschaftsbeziehungen mit dem Mittleren Osten tätig sein. Eine Tätigkeit im gehobenen auswärtigen Dienst kann ebenso angestrebt werden; über die Aufnahmevoraussetzungen informiert die Website des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten: BMEIA.

Infos zur selbstständigen Berufsausübung im Rahmen eines Gewerbes bietet z.B. die Wirtschaftskammer Österreich WKO.

Die aktuelle bundeseinheitliche Liste der freien Gewerbe sowie die Liste der reglementierten Gewerbe ist jeweils auf der Website des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) abrufbar.

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